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Lokales ... Und ewig bockt das Kita-Portal
Leipzig Lokales ... Und ewig bockt das Kita-Portal
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00:34 15.06.2015
Mehrfach täglich schaut Cindy Domula (25) im Kita-Portal nach einem freien Betreuungsplatz für Leticia. Bislang wurden all ihre Reservierungen nicht berücksichtigt. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Es soll Eltern die Suche nach einem Krippen- oder Kindertagesstättenplatz für ihre Zöglinge erleichtern, sieht gut aus und ist einfach bedienbar – dennoch scheint das Portal der Stadt Leipzig meinkitaplatz-leipzig.de unnütz. Zum wiederholten Mal beweisen das Aussagen junger Eltern.

Bis Ostern war die Welt für Cindy Domula (25) und Marco Fuentealba (27) in Ordnung. Das Paar aus Eutritzsch erfreute sich an den großen blauen Kulleraugen von Leticia, die vor acht Monaten das Licht der Welt erblickt hatte. Doch als die beiden sich zu jener Zeit aktiv auf die Suche nach einem Krippenplatz machten, hat sich deren Mine verfinstert. Denn bisher wurden alle Anfragen in mehr als 30 Einrichtungen verneint. „Das zehrt an den Nerven“, sagt die gelernte Krankenschwester frustriert, die Ende des Jahres eigentlich wieder in das Berufsleben einsteigen wollte. Und das hat es genauso in sich, wie das ihres Freundes, der im Schichtbetrieb arbeiten geht. Normalerweise beginnt ihr Tag in der Beatmungs- und Intensivpflege um 7 Uhr und endet erst nach zwölf Stunden.

Genau darin liegt die Krux bei ihrer Suche. Ein Platz für Leticia bei einer Tagesmutter scheidet wegen der Früh- oder Spätbetreuung aus. Umso glücklicher war das Paar, das vor sechs Jahren an die Pleiße zog, als es nach permanenter Überwachung des Computers einen Platz reservieren konnte. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Als sich die jungen Eltern daraufhin in der Kita Känguru in Grünau meldeten, wurde ihnen von der Leiterin mitgeteilt, dass der Platz automatisch ins System gestellt worden sei und damit keine Wertigkeit habe. Als Cindy Domula daraufhin entrüstet beim Jugendamt anrief, wurde ihr bestätigt, dass die Aussage legitim sei, weil sich die Kita in freier Trägerschaft befinde. Ergo kann der Betreiber entscheiden, wer wie aufgenommen wird und wer nicht. „Das ist doch total unverschämt. Erst kann ich den Platz reservieren und dann bekomme ich ihn nicht“, ärgert sich die 25-Jährige noch heute.

Es sollte nicht das letzte Mal sein. Denn auch in der Kita Abenteuerland in Möckern, einer städtischen Einrichtung, konnte sie reservieren. Vor Ort wurde ihr mitgeteilt, dass der Platz versehentlich ins Portal gestellt wurde. Mit Systemfehlern wurde die Absage in der Kita Sonnenhügel in Wahren begründet. „Ich bin verärgert, die Stadt hatte versprochen, dass sie das Portal überarbeitet, passiert ist das bis jetzt nicht.“ Bis Sommer solle das geschehen, hieß es aus dem Rathaus.

Warum sieben Jahre nach Einführung der Internet-Service noch immer nicht funktioniert und nach welchen Kriterien ein Platz überhaupt vergeben wird – diese Frage  konnte die Stadtverwaltung der LVZ bis gestern nicht beantworten. „Ich frage mich, wieso dort Plätze auftauchen, die nur mit einer Bewerbung vor Ort vergeben werden“, rätselt Cindy Domula, „ein einheitliches Sytem sollte her.“ Derzeit bleibt der jungen Mutter nichts anderes übrig, als weiterhin Tag für Tag in den Krippen anzurufen und nach freien Plätzen zu fragen und regelmäßig ins Portal zu schauen.

Dem Geburtenanstieg hinkt in Leipzig der Bau von Kitas hinterher. Auch wenn im vergangenen Jahr 13 Einrichtungen neu dazukamen oder ausgebaut wurden. In diesem Jahr wurden sieben eröffnet, zehn sollen noch fertiggestellt werden. Laut Elternportal gibt es in Leipzig derzeit 5269 Krippenplätze und 2688 Plätze in der Tagespflege.  

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2015.
Alexander Bley

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