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Lokales Unerwarteter Andrang beim Besuch des Oberbürgermeisters in Schönefeld
Leipzig Lokales Unerwarteter Andrang beim Besuch des Oberbürgermeisters in Schönefeld
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11:15 21.01.2010
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Leipzig

Wenn der Oberbürgermeister zur Sprechstunde lädt, ist das "Wartezimmer" meistens voll. Am Dienstag musste sogar spontan ein neuer Saal her. Rund 70 Interessierte wollten in den Räumen des Bürgervereins Schönefeld (Vorsitzende Heidi Uhlisch, Stellvertreter Michael Reinhardt) in der Ossietzkystraße Burkhard Jung (SPD) erklären, wo ihnen der Schuh drückt. Gut, dass nebenan gleich ein Wirtshaus ist, da hatten dann alle Platz. Soviel vorweg: "Es wird vielleicht nicht alles und wohl auch nicht für jeden zufriedenstellend beantwortet werden können", meinte Jung. Zur Verstärkung brachte er noch einige Verantwortliche aus verschiedenen Ämtern mit, die ihm mit Detailwissen assistieren sollten.

"Wie hätten Sie sich als Elternteil oder Lehrer gefühlt, wenn Sie erst aus der Presse erfahren, dass die Schule Ihrer Kinder geschlossenen werden soll?", wollte eine Mutter bezüglich der Schließung der 71. Grundschule wissen und las einen offenen Brief vor. Den Verantwortlichen der Stadt wurde vorgeworfen, dass es zu keinem Dialog mit den Eltern gekommen und dass nicht berücksichtigt worden sei, dass der Schulweg für die Kinder nun risikoreicher werde. Außerdem luden sie zu einer Besichtigung ein. Jung versprach, dass es auf jeden Fall noch zu einem Gespräch zwischen dem Schulverwaltungsamt und Elternvertretern kommen werde. Dass niemand über die Schließung informiert wurde, konnte er sich nicht erklären, da der Rektor von den Plänen gewusst habe.

Ein anderer Bürger forderte, die Bautzner Straße zu einer Tempo-30-Zone zu erklären. "Man will möglichst eng angebunden sein, aber keinen Lärm haben, deshalb muss man Kompromisse finden", sagte Jung.

Ein weiteres Problem in Schönefeld sei das der Nahversorgung. Eigentlich sollte ein Aldi-Markt in der Ossietzkystraße gebaut werden. "Stadtentwicklungs- und Stadtplanungsamt versuchen, nicht an jeder Ecke ein großes Center entstehen zu lassen. Es ist uns ein großes Anliegen, die Straßen im Viertel wieder zu beleben und mehr Einzelhandel anzulocken", so Jung. Wenn mehr Leben in den Straßen sei, könne man so verschiedenen Kernthemen begegnen: Kriminalität, Schmutz und mangelnden Einkaufsmöglichkeiten. Weniger leer stehende Gebäude bedeuten auch geringere Rückzugsmöglichkeiten für die Drogenszene, erklärte das Stadtoberhaupt.

Auch der Winterdienst lässt die Schönefelder nicht kalt: Ein Bürger verlangte bessere Kontrollen der Anlieger und Unterstützung durch die Bundeswehr: "Wir haben hier keine Katastrophe", meinte Jung. Deshalb sei ein solcher Einsatz nicht möglich. Außerdem habe sich gezeigt, dass die meisten Anlieger ihren Räumpflichten nachkommen würden. "Es gehe nicht darum, abzukassieren - damit erreicht man keine Einsicht. Wir versuchen die Leute zunächst zu überzeugen, wenn dies allerdings auf Widerstand stößt, gibt es ein Bußgeld", hieß es.

Was das Freibad anbelangt, konnte Jung beruhigen: Es wird nicht geschlossen.

Mfröh

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