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Unfallgefahr und Zusätze im Wasser: Stadt Leipzig warnt vorm Baden in Brunnen

Unfallgefahr und Zusätze im Wasser: Stadt Leipzig warnt vorm Baden in Brunnen

Baden im Brunnen - im Sommer geradezu eine Verlockung. Doch das Vergnügen birgt hohe Risiken. Annelie Beer, Zeugin eines schlimmen Unfalls im Brunnen am Bundesverwaltungsgericht, wirft der Stadt Leipzig verantwortungsloses Handeln vor.

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Gefährlich: Baden im Brunnen.

Quelle: dpa

Leipzig. Denn die dort verwendeten Materialien seien "hochgefährlich", so die Leipzigerin. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer weist die Vorwürfe jedoch zurück. "Die Schmuck- und Zierbrunnen in Leipzig sind per se keine Spiel- und Badeanlagen", so Projektmanager Gerald Biehl.

"Die gesamte stadtlandschaftliche Anlage am Simsonplatz wirkt auf Familien und Kinder anziehend", meint Annelie Beer. Insbesondere der Brunnen in der Fritz-von-Harck-Anlage suggeriere mit ebenerdigem Einstieg und flachem Wasser, dass man dort spielen könne. Das habe unlängst auch einen Erwachsenen dazu veranlasst, mit einem acht Jahre alten Mädchen auf dem Arm die Anlage zu betreten. "Er rutscht aus, wobei das Kind offenbar mit dem Kopf aufschlägt", so die Beobachterin. Sie habe selbst den Notruf gewählt. Laut Feuerwehr- und Rettungsleitstelle musste das Mädchen in die Kinderklinik gebracht werden. Es sei vor Ort nicht ansprechbar gewesen. Bereits mehrfach sind den Angaben der Augenzeugin zufolge dort Unfälle passiert.

Beer fordert deshalb: "Die Stadt Leipzig steht in der Verantwortung! Für einen sicheren Stadtraum, der das auch zulässt und in Sicherheit ermöglicht, was die Landschaftsarchitektur vorgibt. Es wäre doch ein Leichtes, das Material in sichere Materialien, wie in der Innenstadt, auszutauschen."

"Nein, das wäre sehr aufwendig", hält Gerald Biehl vom Amt für Stadtgrün und Gewässer dagegen. Der im Jahr 2000 gebaute Brunnen besteht aus einem seitlich mit Edelstahlbändern gefassten Betonkörper, dessen Oberfläche in einem speziellen Verfahren mit Glas - Einscheibensicherheitsglas - verklebt ist. Durch den seitlichen Edelstahlring sei eine bestimmte Aufbauhöhe vorgegeben. Die Brunnen in der Innenstadt bestehen nach Angaben des Amtes vorwiegend aus Naturstein und Edelstahl.

Bei aller Diskussion um Material, so Biehl, sei aber voranzustellen: "Schmuck- und Zierbrunnen sind kein Spielplatz oder Spielgerät." Von ihrem Aufbau und Materialeinsatz her seien sie nicht als Bade- und Spielanlagen konzipiert - im Gegensatz zu Wasserspielplätzen (zum Beispiel am Karl-Heine-Kanal unweit des Stelzenhauses), deren Nutzungs- hintergrund strengen Richtlinien des Technischen Überwachungsvereins (Tüv) entsprechen müsse.

Und: Eltern hätten gegenüber ihren Kindern eine Aufsichtspflicht, so Biehl. "Hinzu kommt, dass es sich beim Brunnenwasser nicht um Trinkwasser handelt!" Brunnenwasser enthalte bestimmte chemische Zusätze, die zum Beispiel ein Verkalken und die Algenbildung verhindern sollen.

Die Stadtreinigung weist ausdrücklich auf das Badeverbot in den Springbrunnen hin. Die Wasserqualität genüge keinesfalls den hygienischen Anforderungen an Badegewässer. Bei starker Sonneneinstrahlung bilde sich zudem auf den Böden sehr schnell ein dünner Algenfilm, auf dem man ausrutschen und sich verletzen könne.

Im Stadtgebiet gibt es 38 Springbrunnen, wovon derzeit 29 sprudeln. Neun, darunter der Mendebrunnen auf dem Augustusplatz, konnten in diesem Jahr, weil sie technisch überholt werden müssen oder wegen bereits bestehender Baustellen, nicht in Betrieb genommen werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.07.2013

Sabine Kreuz

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