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Lokales Unfallschwerpunkt Jahnallee: Tempo 30, weniger Parkplätze und weniger Spuren
Leipzig Lokales Unfallschwerpunkt Jahnallee: Tempo 30, weniger Parkplätze und weniger Spuren
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19:02 21.06.2018
Der alltägliche Straßenkampf in der inneren Jahnallee. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Verkehrsexperten der Stadt haben den Unfallschwerpunkt innere Jahnallee untersucht und Überraschendes entdeckt: Die meisten Radler kommen dort zu Schaden, weil sie mit Autos zusammenstoßen, die dort parken. „Sobald sich diese stehenden Autos in Bewegung setzen, kommt es zu Unfällen“, fasste am Donnerstag der Chef der Straßenverkehrsbehörde, Thomas Schulze, die Untersuchungsergebnisse für den Abschnitt Leibnizstraße-Waldplatz zusammen. Radfahrer würden offenbar zu dicht an den parkenden Autos entlang fahren. Trotzdem hält die Stadt nichts davon, den ruhenden Verkehr komplett aus dem Straßenabschnitt zu verbannen. Dort würden regelmäßig Anlieferer halten, die die Ladengeschäfte erreichen müssen, hieß es. Den übrigen Parkverkehr wolle man aber soweit wie möglich in die Seitenstraßen verlegen.

Anlieferverkehr muss halten können

Der Anlieferverkehr spricht aus Sicht des Behördenchefs auch dagegen, in diesem Bereich separate Radfahrspuren anzulegen und mit Pollern gegen den Autoverkehr zu sichern. Wenn dies geschehe, würde der Autoverkehr weiter in die Straßenmitte rücken und so nur noch auf den Gleisen der Straßenbahn verkehren, gab Schulze zu bedenken. Dies werde höchstwahrscheinlich den Straßenbahnverkehr unzulässig stark behindern und die erhoffte Beschleunigung der Straßenbahn zunichte machen.

Die Experten der Straßenverkehrsbehörde halten auch nichts davon, den Radverkehr in die Gustav-Adolf-Straße umzuleiten und diese zu einer Fahrradstraße zu machen (die LVZ berichtete). „Die Einrichtung einer Fahrradstraße wäre dort nur möglich, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart wäre oder dies zu erwarten ist“, erklärte der Behördenchef. Dies sehe er nicht.

Autoverkehr wird gedrosselt

Um die starke Häufung von Verkehrsunfällen in der Jahnallee zu unterbinden, setzen die Planer der Stadt auf ein ganzes Bündel von Veränderungen. So soll der stadteinwärtige Verkehr um rund 3660 Fahrzeuge täglich gedrosselt werden – hauptsächlich durch Veränderungen an den Ampelschaltungen. Außerdem sollen stadteinwärts zwischen Marschnerstraße und der Haltestelle Waldplatz die stadteinwärtigen Fahrstreifen reduziert werden. „Wir wollen diese Veränderungen im ersten Halbjahr 2019 vornehmen“, kündigte Schulze an.

Besonders intensiv betrachtete die Verkehrsunfallkommission auch den Straßenzug Ranstädter Steinweg – Jahnallee. Dort kommt es häufig zu Unfällen zwischen in die Jacobstraße rechtsabbiegenden Autos mit geradeaus fahrenden Radlern. Als eine erste Konsequenz wurde dort die Radfurt rot eingefärbt, um an dieser Stelle mehr Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erreichen.

Einmündung Cottaweg ebenfalls Unfallschwerpunkt

An der Einmündung des Cottaweges in die Jahnallee treten ebenfalls gehäuft Vorfahrtunfälle zwischen Ausbiegern aus dem Cottaweg und stadteinwärts auf dem linksseitigen Gehweg fahrenden Radlern auf. Dort soll die Querungsstelle der Fußgänger und Radfahrer etwas in den Cottaweg hinein verlegt werden, so dass die rechts abbiegenden und sich nur noch nach links orientierenden Fahrzeuglenker die Konfliktstelle mit dem Radverkehr passiert haben, bevor sie eine Lücke im Verkehr der Jahnallee abwarten.

Die Verkehrsplaner räumen ein, dass weitere Eingriffe in die innere Jahnallee schwierig sind. Denn die meisten Unfälle ließen sich dort „weder auf bestimmte Orte noch auf einen Unfalltyp reduzieren“. Weitere punktuelle Veränderungen würden deshalb dort wahrscheinlich keine Wirkung entfalten. „Wir haben hier noch keinen Königsweg, um die Unfälle deutlich zu reduzieren“, so Schulze. „Wir müssen beim ruhenden Verkehr ansetzen.“

Von Andreas Tappert

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