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Lokales Uni-Klinikum Leipzig: 87-jährige Patientin 21 Stunden im Gang geparkt
Leipzig Lokales Uni-Klinikum Leipzig: 87-jährige Patientin 21 Stunden im Gang geparkt
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00:18 04.12.2016
In einem „Gangbett“ in der Unfallchirurgie am Uni-Klinikum abgestellt: Für Patientin Elisabeth Methner war im Stationsflur 21 Stunden lang Endstation.  Quelle: privat
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LEIPZIG

 
 

Qualität – mit diesem Wort ist der jüngste Jahresbericht des Klinikums überschrieben, an dem die Zahl der vollstationären Behandlungen von rund 51500 im Jahr 2013 auf etwa 55000 im Jahr 2015 stieg. In der Bilanzbroschüre heißt es, für das UKL sei jeder Tag einer der offenen Tür. Und an jedem Tag und an jeder Stelle werde das Klinikum darauf geprüft, „ob es dem selbstgesetzten Ziel einer zugewandten, menschlichen Patientenversorgung gerecht wird“. Bei Elisabeth Methner war jener Tag der 8. November 2016. Vormittags wurde sie wegen der Schwere ihrer Verletzungen vom Kreiskrankenhaus Delitzsch ans UKL verlegt. Seit dem 3. November hatten sich die Ärzte in Nordsachsen auch intensivmedizinisch um die bei einem Verkehrsunfall in ihrer Heimatstadt Eilenburg zu Schaden gekommene Seniorin gekümmert. Die Behandlung erwies sich als kompliziert, das UKL als überregionales Traumazentrum übernahm dann die betagte Patientin.

 Volkmar Methner (67), der in Neubrandenburg lebt, war angereist und irritiert, als er am 8. November gegen 14 Uhr seine Mutter im UKL sah. „Sie lag in einem Bett auf dem Flur und wurde teils auch dort untersucht – bei laufendem Publikumsverkehr.“ Er habe den Eindruck gehabt, dass die Situation „dem Personal nicht einerlei war“. Aber sie wurde auch nicht geändert. Bis zum 9. November gegen elf Uhr war nach Angaben ihres Sohnes für Elisabeth Methner im Stationsflur mit der Kennung B2/02 Endstation. Das UKL bestreitet das auf LVZ-Anfrage nicht. Gangbetten würden sich „zur Überbrückung“ leider nicht immer vermeiden lassen. Im betreffenden Fall sei in der Unfallchirurgie innerhalb kürzester Zeit die Patientenzahl stark angestiegen und ein Bettenengpass entstanden.

Für Volkmar Methner sind aber nicht nur die Umstände bei der Aufnahme seiner Mutter am UKL „unbegreiflich“, auch die ihrer Entlassung bringen ihn in Rage. „Sie wurde am vergangenen Freitag mit Noroviren in ihr Pflegeheim in Eilenburg zurückgebracht und musste dort in Quarantäne genommen werden.“ Hintergrund: Noroviren gelten als hochgradig ansteckend und verursachen Übelkeit, Durchfälle und Erbrechen.

Von Mario Beck

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