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Lokales Uni Leipzig: Am Super-Tomografen gibt’s einen großen Scheck für die Krebsforschung
Leipzig Lokales Uni Leipzig: Am Super-Tomografen gibt’s einen großen Scheck für die Krebsforschung
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19:24 26.09.2017
Scheckübergabe zum Projektstart am Uni-Klinikum: Professorin Regine Kluge, Stiftungsvorstand Andreas Nowak (rechts), Stiftungsbotschafter Thomas Rühmann und der ehemalige Hodgkin-Patient Tom Hoffmann (links) am PET-MRT-Tomografen. Quelle: Foto: André
LEIPZIG


Exakt 152 325 Euro beträgt der Geldsegen, Adressat ist das hiesige Team um Professorin Regine Kluge, die an der UKL-Klinik für Nuklearmedizin wirkt und im Schulterschluss mit Kollegen in Halle und Partnern im In- und Ausland ein großes Vorhaben weiter vorantreibt. Im Kern zielt es auf eine immer präzisere Tumor-Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen, die von Lymphdrüsenkrebs, dem Hodgkin-Lymphom, befallen sind. Etwa 150 Jungen und Mädchen erkranken daran jährlich in Deutschland, in 95 Prozent der Fälle bestehen beste Heilungsaussichten, aber „ein Problem sind für die Patienten noch immer die möglichen Spätfolgen, wenn neben der Chemo- auch die Strahlentherapie zum Einsatz kommt“, erklärte Kluge. Ohne letztere auszukommen oder sie zumindest so gering wie möglich zu halten, sei deshalb extrem wichtig. Und weil sich die Behandlungspläne nach den individuellen Befunden richten, wird hier der Hebel angesetzt.

Gerätetechnisch manifestiert dieser sich am PET-MRT, einem vier Tonnen schweren Tomografen, der seit 2011 am UKL in Dienst steht. Nur zwölf davon gibt es bisher weltweit, für die Hodgkin-Diagnostik sind sie ein Segen. Sie liefern ausgezeichnete Bilder aus dem Körperinneren, die zeigen, wo Krebszellen aktiv sind wie die Behandlung anschlägt. Kluge: „Wir haben mittlerweile sehr viel Erfahrung damit und betreuen für unser internationales Netzwerk auch eine speziell auf Hodgkin bei Kindern ausgerichtete Datenbank, in die ständig Patienteninformationen einfließen.“ Experten aus 22 Ländern gehören zum Verbund.

Auf drei Jahre ist nun das neue Projekt angelegt, dessen Finanzierung die Stiftung übernimmt. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die PET-MRT-Diagnostik für junge Hodgkin-Patienten weiter zu verfeinern und einen internationalen Standard für dieses Bildgebungsverfahren zu schaffen“, sagte Kluge bei der Scheckübergabe, die im Raum mit dem Hightech-Apparat vollzogen wurde. Gefilmt und fotografiert werden durfte der Ort des Geschehens nur durch ein Sichtfenster oder die geöffnete Tür. „Das Magnetfeld des Gerätes ist sehr empfindlich“, begründete Thomas Georgi von der Projektgruppe die Vorsichtsmaßnahme.

Drinnen an der kostbaren Medizin-Maschine hatten sich Kluge, Nowak und Rühmann versammelt, der 18-jährige Tom Hoffmann gesellte sich hinzu. Für ihn war das stark mit Emotionen verbunden. 2013 wurde bei ihm Hodgkin festgestellt, „dann bin ich hier gescannt worden“, erzählte der Borsdorfer. „Zuerst war die Diagnose ein Schock, aber die Ärzte haben mir gleich Mut gemacht und die großen Heilungschancen verdeutlicht.“ Nach zwei Chemo-Zyklen, die er weitgehend ohne Nebenwirkungen überstand, signalisierten die Tomografie-Aufnahmen keine Krebsherde mehr. „Demnächst beginne ich eine Geografie-Studium an der Uni“, blickte der Abiturient voraus. Rühmann rührt schon heute wieder die Werbetrommel für die Stiftung, startet bei einem Spendenlauf in Seehausen in der Börde, und hat auch weitere Benefiz-Konzerte im Terminkalender.“ Ich bringe mich da sehr gerne ein – sportlich und künstlerisch.“

Von Mario Beck

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