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Lokales Uni Leipzig: Jura-Professor twittert vom „weißen Europa“ und kommt unter Druck
Leipzig Lokales Uni Leipzig: Jura-Professor twittert vom „weißen Europa“ und kommt unter Druck
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22:07 16.11.2017
Thomas Rauscher. Quelle: Foto: Uni
LEIPZIG

 
 
 

Jetzt, nachdem er wieder beim Kurznachrichtendienst mit rechtspopulistischen Einlassungen etwa über ein „weißes Europa brüderlicher Nationen“ auffällig wurde, kündigte Uni-Rektorin Professorin Beate Schücking eine Untersuchung an, auch dienstrechtliche Schritte würden geprüft. „Wir stehen für Weltoffenheit und stellen uns gegen intolerantes und fremdenfeindliches Gedankengut.“ Rauscher heizte noch am Montag via Twitter die Stimmung gegen Afrikaner und Araber an: „Sie haben ihre Kontinente durch Korruption, Schlendrian, ungehemmte Vermehrung und Stammes- und Religionskriege zerstört und nehmen uns nun weg, was wir mit Fleiß aufgebaut haben.“

 In den sozialen Medien war das Echo gespalten: Es gab massive Rassismus-Vorwürfe gegen, aber auch Zustimmung für den aus Bayern stammenden Gelehrten. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) kritisierte Rauschers „ausländerfeindliche Meinung“ scharf. Ihrer Behörde obliegt die Dienstaufsicht für die Hochschulen.

Für eine Stellungnahme stand Rauscher, der seit 1993 an der Uni lehrt, am Donnerstag nicht zur Verfügung. Dafür ging es bei seiner Vorlesung hoch her. Kommilitonen protestierten gegen ihn. In einem Aufruf hieß es, „zeigt Zivilcourage, bildet Lerngruppen und hört auf die Vorlesung von Professor Rauscher zu besuchen. Entziehen wir ihm hier an der Uni die Bühne, in der Hoffnung, dass er mit seinem Lehrstuhl genauso verfährt wie mit seinem gelöschten Twitter-Account.“

2013 war Rauscher erfolglos im Wahlkreis Rosenheim als FDP-Kandidat für den Bundestag angetreten. Nach der Wahlschlappe kehrte er den Freidemokraten den Rücken, ließ seinen Twitterauftritt einschlafen und belebte ihn 2015 wieder. Nachdem Anfang letzten Jahres Uni-Kommilitonen seine Postings öffentlich machten und der Studentenrat deren „schockierende Inhalte“ und „die aggressive und autoritäre Wortwahl“ anprangerte, kam es im April 2016 zu einer Debatte mit großer Einschaltquote. Rund 800 Besucher verfolgten sie im Audimax der Uni.

Institutsdirektor Rauscher empörte sich dabei, die Kampagne gegen ihn sei politisch motiviert, unter weltoffen verstehe er etwas anderes, als „die Türen für alle Welt aufzumachen“. Schücking bot paroli, meinte damals aber auch, sie sei nicht „die Polizei der Universität“. Solange sich Uni-Angehörige als Privatpersonen äußern würden, „müssen wir das aushalten“. Er betreibe Hetze unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit, wurde Rauscher vom Studentenrat vorgeworfen.

Von Mario Beck

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