Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Uni Leipzig erforscht Gefühle per App – alte Smartphones gesucht
Leipzig Lokales Uni Leipzig erforscht Gefühle per App – alte Smartphones gesucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:48 09.03.2018
Die Uni Leipzig sucht alte Smartphones. Mit Apps bestückt können diese bei der Durchführung einer Studie helfen. (Symbolbild) Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Für geplante Studien über Emotionen und Motivation in Lern- und Arbeitssituationen ist die Universität Leipzig auf der Suche nach Teilnehmern. Außerdem werden alte Smartphones für die Erfassung der Gefühlslagen benötigt. Spezielle Apps helfen den Teilnehmern, sich an der Untersuchung zu beteiligen.

Julia Moeller von der Universität Leipzig erforscht das Zusammenspiel positiver und negativer Gefühle in Lern- und Arbeitskontexten. Dafür erfassen die Teilnehmer Emotionen und Motivationen während der Arbeit oder des Schulbesuches mit dem Handy. „Diese Methode hilft uns zu verstehen, welche Gefühle in welchen Situationen zusammen erlebt werden“, erklärt die Wissenschaftlerin. Negative Gefühle wie Angst oder Stress und positive Erlebnisse wie Interesse, Motivation oder Lernfreude können nach ihren Erkenntnissen kombiniert auftreten.

Stress und Lernfreude treten parallel auf

Die Smartphone-Apps senden mehrfach täglich kurze Fragen an die Studienteilnehmer. Nach dieser Methode untersuchte Moeller in ihrer jüngsten internationalen Studie die Emotionen von 26.000 High-School-Schülern. Diese wurde am Yale Center of Emotional Intelligence durchgeführt. Die Auswertung ergab, dass jeder dritte von ihnen gemischte Gefühle für die Schule empfand. In den untersuchten Lernsituationen wurden besonders häufig Kombinationen von hohem Stress mit Lernfreude und dem Gefühl von Akzeptanz festgestellt.

Weitere Studien ergaben, dass jeder dritte Schüler in Finnland in weiterführenden Schulen Stress- und Erschöpfungwerte gepaart mit erhöhter Motivation erlebte. „Dies zeigt, dass auch hochmotivierte Schüler und Arbeiter Unterstützung benötigen, um eigene Ressourcen zu bewahren und zu erneuern“, fasst Moeller zusammen. Die Studien deuten darauf hin, dass hohe Anforderungen sowohl motivierend wirken als auch Negativgefühle auslösen können.

Lernklima verbessern

Ähnliche Studien sind nun auch für Deutschland geplant: Am Institut für Bildungswissenschaften der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Leipzig soll untersucht werden, wie häufig solche gemischten Gefühle in Deutschland erlebt werden.

Ein Ziel der Studien war es nach den Aussagen der Wissenschaftlerin, das Schul- und Lernklima zu verbessern: So könne die App neben der Befragung auch direkt in Lernsituationen Tipps zur Regulierung negativer Gefühle geben.

Zur Unterstützung ihrer Arbeit hofft die Nachwuchsforscherin auf Spenden alter Smartphones aus der Bevölkerung. Ebenso interessierte Studienteilnehmer werden gesucht: „Über Nachrichten von Lehrkräften und Unternehmen, die Interesse daran haben, die Emotionen und Motivationen ihrer Schüler und Arbeitnehmer zu erfassen, freuen wir uns“, sagt Moeller.

Interessierte erreichen Julia Moeller per Mail unter julia.moeller@uni-leipzig.de.

Von Maria Sandig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein stadtweit einzigartiges Projekt nimmt Formen an: Der Leipziger Osten bekommt einen Campus, auf dem Schüler und soziokulturelle Angebote sich den Platz teilen. Die Stadt stellt jetzt das Raumkonzept vor und wirbt weiter um Fördermittel.

09.03.2018

Erst der plötzliche Rücktritt des alten Ortsvorstehers, dann die Nachfolger-Wahl per Losentscheid – und jetzt der nächste Paukenschlag in Leipzig-Mölkau: Der frisch gebackene neue Ortschef Marcel Rozgonyi (CDU) tritt sein Amt erst gar nicht an.

09.03.2018

Lange hielt sich die Immobilienbranche von Leipzig-Schönfeld fern. Jetzt setzt eine Stiftung jedoch ein Zeichen – mit dem größten Wohnungsbauvorhaben in dem Stadtteil seit der Wende. 27 Millionen Euro fließen in das neues Familienquartier für rund 400 Menschen – 90 Garagen müssen dafür jedoch weichen.

08.03.2018
Anzeige