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Uni Leipzig soll noch 29 Stellen streichen – Gnadenfrist bis 2020

Hochschulpolitik Uni Leipzig soll noch 29 Stellen streichen – Gnadenfrist bis 2020

Auf Leipzigs Uni und die hiesige Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) kommen mehr Stellenkürzungen zu als bisher gedacht. 2016 muss die Alma mater 29 Stellen ans sächsische Wissenschaftsministerium melden, die künftig wegfallen sollen. Bei der HTWK sind es fünf.

Frühere Protestaktion gegen die geplante Schließung des Leipziger Uni-Institutes für Pharmazie.

Quelle: André Kempner

LEIPZIG. Auf die Leipziger Uni und die hiesige Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) kommen mehr Stellenkürzungen zu als bisher gedacht. In diesem Jahr muss die Alma mater insgesamt 29 Stellen an das sächsische Wissenschaftsministerium (SMWK) melden, die künftig wegfallen sollen. Bei der HTWK sind es fünf. Bisher war davon ausgegangen worden, dass die Uni weitere 20 Stellen streichen muss und die HTWK drei. Das ergab sich aus dem Verteilungsschlüssel für die sächsischen Hochschulen. Nachdem die Landesregierung nun aber beschlossen hat, an der TU Dresden als Exzellenzuniversität auch 2016 keine Kürzungen vorzunehmen, werden die anderen Akademikerschmieden des Freistaates stärker belastet.

Uni-Sprecher Carsten Heckmann sagte auf Anfrage, zu dem Thema werde es intensive Beratungen geben. Wie berichtet, war nach den Maßgaben des Landes bereits in den vergangenen Jahren an der Alma mater massiv der Rotstift angesetzt worden. Zwischen 2013 und 2015 mussten 72 Stellen gestrichen werden. In der Folge wurden die Institute für Pharmazie, für klassische Archäologie und für Theaterwissenschaft zu Auslaufmodellen erklärt, was zu einer Protestwelle führte. An der HTWK waren im gleichen Zeitraum 14 Stellen kassiert worden. HTWK-Rektion Gesine Grande: „Es war zwar allen Hochschulen klar, dass auf der Basis der alten Zuschussvereinbarung der Stellenabbau 2016 fortgesetzt wird. Für uns ist es jedoch eine große Enttäuschung, dass auch die Fachhochschulen zusätzlich den Anteil der Stellenkürzungen der TU Dresden mit tragen müssen. In der Zuschussvereinbarung von 2013 wurde vom SMWK zugesichert, dass die Verteilung des Stellenabbaus 2016 auf der Grundlage einer Evaluation der erfolgreich umgesetzten Ziele neu bestimmt wird. Darauf hat das Ministerium leider verzichtet.“

Die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) kritisierte die neue Kürzungsrunde am Dienstag scharf und verwies explizit darauf, dass die Leipziger Uni schon bisher die Hauptlast des Stellenabbaus tragen musste. Dem Finanz- und dem Wissenschaftsministerium erscheine eine gute und solide Lehre und Forschung an den sächsischen Hochschulen offenbar weniger wichtig als der Exzellenz-Status einer einzelnen Universität“, meinte KSS-Sprecher Paul Hösler. „Wir brauchen mehr unbefristete Dauerstellen an den Hochschulen und nicht weniger.”

Das SMWK wies die Vorwürfe zurück: Behördensprecher Andreas Friedrich erklärte, der nun unter anderem in Rede stehende Stellenabbau an der Uni und an der HTWK werde real in den nächsten Jahren nicht vollzogen. Es handele sich um einen „reinen Verwaltungsakt“, denn bis 2020 würden diese Arbeitsplätze mit Geldern aus dem Hochschulpakt weiter finanziert. Ministerin Eva-Maria Stange (SPD): „Alles bleibt zunächst wie es ist. Wir sorgen dafür, dass diese Stellen nicht wirklich wegfallen.“ Die Hochschulen hätten Planungssicherheit und „eine gute personelle Perspektive“.

Ob dem so sein wird, hängt allerdings noch vom Zustandekommen eines bis 2025 reichenden Hochschul-Entwicklungsplanes ab. Sollten die Verhandlungen scheitern, wären weitere drastische Stellenstreichungen absehbar.

 

Von Mario Beck

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