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Unister weist Vorwürfe als "Unverschämtheit" zurück - zweite Razzia bei Leipziger Internetfirma

Unister weist Vorwürfe als "Unverschämtheit" zurück - zweite Razzia bei Leipziger Internetfirma

Die Unister Holding hat am im Laufe des Mittwochs die Vorwürfe in Bezug auf falsche Preisangaben ihrer Produkte als unzutreffend zurückgewiesen. „Alle Preisangaben bei Unister sind korrekt, werden korrekt veröffentlicht und korrekt gebucht“, sagte Firmen-Sprecher Konstantin Korosides.

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Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den Online-Reiseverkäufer Unister erheblich ausgeweitet.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Es würden alle geltenden Gesetze und Vorschriften eingehalten.

Auch den Vorwurf des unerlaubten Adresshandels wies Korosides zurück. „Über diese Anschuldigung sind wir nicht nur überrascht sondern sie entbehrt jeder Grundlage. Diese Unterstellung ist eine echte Unverschämtheit.“

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die sächsische Generalstaatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen den Online-Reiseverkäufer Unister erheblich ausgeweitet hat. Wie Behördensprecher Wolfgang Klein sagte, werde jetzt auch wegen des Verdachts des illegalen Adressenhandels und wegen gefälschter Preisangaben auf den Unister-Portalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de ermittelt.

Es habe noch einmal umfangreiche Durchsuchungen bei Unister und deren Geschäftspartnern gegeben. 40 Polizeibeamte und vier Staatsanwälte waren in der Zentrale in Leipzig sowie in Potsdam und Bayern im Einsatz. Unister bestätigte dies, sprach aber in einer Mitteilung lediglich von „Nachuntersuchungen in den Räumen von Unister“. Man habe weitere Unterlagen an die Behörden übergeben und sei an Aufklärung interessiert.

Fotos von der Razzia im vergangenen Dezember:

Klein sagte: „Es besteht der Verdacht, dass über mehrere Jahre Kundendaten ohne Wissen der Betroffenen verkauft worden sind an kommerzielle Adresshändler.“ Damit habe Unister mehrere Millionen Euro gemacht. Die Ermittlungen wegen illegalen Adresshandels seien durch eine Strafanzeige des sächsischen Datenschutzbeauftragten ins Rollen gebracht worden. Diesen Vorwurf wies Korosides zurück. „Über diese Anschuldigung sind wir nicht nur überrascht sondern sie entbehrt jeder Grundlage. Diese Unterstellung ist eine echte Unverschämtheit.“ Um die Datensicherheit weiter zu verbessern, sei bereits ein neuer externer Datenschutzbeauftragter berufen worden. Er werde mit dem sächsischen Datenschutzbeauftragten eng zusammenarbeiten.

Die Generalstaatsanwaltschaft glaubt zudem, dass Unister mit gefälschten Preisen auf seinen Reiseseiten gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen hat. Systematisch seien den Kunden auf den Reiseportalen Schnäppchen vorgegaukelt worden durch sogenannte Streichpreise - die allerdings frei erfunden waren. Korosides: „Alle Preisangaben bei Unister sind korrekt, werden korrekt veröffentlicht und korrekt gebucht.“ Alle geltenden Gesetze und Vorschriften würden eingehalten werden.

Staatsanwaltssprecher Klein zufolge sind die Streichpreise, angebliche Ursprungspreise für Reisen oder Flüge, niemals wirklich verlangt worden. „Man hat auf breiter Front etwas vorgetäuscht, was nicht da war.“ Dazu sei ein ausgefeiltes, hoch professionelles Computerprogramm eingesetzt worden, dass die Schnäppchenpreise erzeugt habe. „Wir haben den Algorithmus gefunden“, sagte Klein.

Die neuen Verdachtsmomente richten sich gegen jene acht Unister-Führungskräfte, gegen die bereits wegen Steuerbetrugs ermittelt wird. Drei Manager hatten zwischenzeitlich in Untersuchungshaft gesessen, die Haftbefehle wurden jedoch gegen Zahlung von Kautionen und Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt.

Der Unister-Gründer Thomas Wagner hat angekündigt, sich von der Spitze des Unternehmens zurückzuziehen. Angeblich läuft die Suche nach einem Nachfolger. Das Unternehmen, das auch Seiten wie geld.de und auto.de betreibt, beschäftigt nach eigenen Angaben 1900 Mitarbeiter. Angaben zu Umsatz und Gewinn macht Unister nicht. In aktuellen Stellenanzeigen spricht das Unternehmen jedoch davon, einen „Jahresumsatz im 10-stelligen Eurobereich“ zu machen. Das wären Milliardenumsätze.

dpa/mro/ra

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