Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -7 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Unister weist Vorwürfe als "Unverschämtheit" zurück - zweite Razzia bei Leipziger Internetfirma

Unister weist Vorwürfe als "Unverschämtheit" zurück - zweite Razzia bei Leipziger Internetfirma

Die Unister Holding hat am im Laufe des Mittwochs die Vorwürfe in Bezug auf falsche Preisangaben ihrer Produkte als unzutreffend zurückgewiesen. „Alle Preisangaben bei Unister sind korrekt, werden korrekt veröffentlicht und korrekt gebucht“, sagte Firmen-Sprecher Konstantin Korosides.

Voriger Artikel
Nutzung der Leipziger Stadtbibliotheken trotz Umbaus stabil – Online-Angebot wächst
Nächster Artikel
Keine Zufahrt über diese Poller – ein Drittel der Taxifahrer darf nicht in die Leipziger Innenstadt

Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den Online-Reiseverkäufer Unister erheblich ausgeweitet.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Es würden alle geltenden Gesetze und Vorschriften eingehalten.

Auch den Vorwurf des unerlaubten Adresshandels wies Korosides zurück. „Über diese Anschuldigung sind wir nicht nur überrascht sondern sie entbehrt jeder Grundlage. Diese Unterstellung ist eine echte Unverschämtheit.“

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die sächsische Generalstaatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen den Online-Reiseverkäufer Unister erheblich ausgeweitet hat. Wie Behördensprecher Wolfgang Klein sagte, werde jetzt auch wegen des Verdachts des illegalen Adressenhandels und wegen gefälschter Preisangaben auf den Unister-Portalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de ermittelt.

Es habe noch einmal umfangreiche Durchsuchungen bei Unister und deren Geschäftspartnern gegeben. 40 Polizeibeamte und vier Staatsanwälte waren in der Zentrale in Leipzig sowie in Potsdam und Bayern im Einsatz. Unister bestätigte dies, sprach aber in einer Mitteilung lediglich von „Nachuntersuchungen in den Räumen von Unister“. Man habe weitere Unterlagen an die Behörden übergeben und sei an Aufklärung interessiert.

Fotos von der Razzia im vergangenen Dezember:

Klein sagte: „Es besteht der Verdacht, dass über mehrere Jahre Kundendaten ohne Wissen der Betroffenen verkauft worden sind an kommerzielle Adresshändler.“ Damit habe Unister mehrere Millionen Euro gemacht. Die Ermittlungen wegen illegalen Adresshandels seien durch eine Strafanzeige des sächsischen Datenschutzbeauftragten ins Rollen gebracht worden. Diesen Vorwurf wies Korosides zurück. „Über diese Anschuldigung sind wir nicht nur überrascht sondern sie entbehrt jeder Grundlage. Diese Unterstellung ist eine echte Unverschämtheit.“ Um die Datensicherheit weiter zu verbessern, sei bereits ein neuer externer Datenschutzbeauftragter berufen worden. Er werde mit dem sächsischen Datenschutzbeauftragten eng zusammenarbeiten.

Die Generalstaatsanwaltschaft glaubt zudem, dass Unister mit gefälschten Preisen auf seinen Reiseseiten gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen hat. Systematisch seien den Kunden auf den Reiseportalen Schnäppchen vorgegaukelt worden durch sogenannte Streichpreise - die allerdings frei erfunden waren. Korosides: „Alle Preisangaben bei Unister sind korrekt, werden korrekt veröffentlicht und korrekt gebucht.“ Alle geltenden Gesetze und Vorschriften würden eingehalten werden.

Staatsanwaltssprecher Klein zufolge sind die Streichpreise, angebliche Ursprungspreise für Reisen oder Flüge, niemals wirklich verlangt worden. „Man hat auf breiter Front etwas vorgetäuscht, was nicht da war.“ Dazu sei ein ausgefeiltes, hoch professionelles Computerprogramm eingesetzt worden, dass die Schnäppchenpreise erzeugt habe. „Wir haben den Algorithmus gefunden“, sagte Klein.

Die neuen Verdachtsmomente richten sich gegen jene acht Unister-Führungskräfte, gegen die bereits wegen Steuerbetrugs ermittelt wird. Drei Manager hatten zwischenzeitlich in Untersuchungshaft gesessen, die Haftbefehle wurden jedoch gegen Zahlung von Kautionen und Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt.

Der Unister-Gründer Thomas Wagner hat angekündigt, sich von der Spitze des Unternehmens zurückzuziehen. Angeblich läuft die Suche nach einem Nachfolger. Das Unternehmen, das auch Seiten wie geld.de und auto.de betreibt, beschäftigt nach eigenen Angaben 1900 Mitarbeiter. Angaben zu Umsatz und Gewinn macht Unister nicht. In aktuellen Stellenanzeigen spricht das Unternehmen jedoch davon, einen „Jahresumsatz im 10-stelligen Eurobereich“ zu machen. Das wären Milliardenumsätze.

dpa/mro/ra

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
LVZ-Reportage zu Crystal Meth in Sachsen

Die große Multimedia-Reportage berichtet über Crystal-Abhängige, Suchtberater und Drogenfahnder. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr