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Lokales Leipziger Universitätsbibliothek schafft Kopiergeräte ab
Leipzig Lokales Leipziger Universitätsbibliothek schafft Kopiergeräte ab
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14:29 11.04.2019
Die Kopierer der Unibibliothek Albertina in Leipzig sollen nach dem 30. April abgeschafft und gegen kostenfreie Buchscanner ausgetauscht werden. Quelle: André Kempner
Leipzig

Auch wenn Laptops, Tablets und Smartphones den Alltag von Studierenden längst erobert haben: kopiert, gedruckt und auf Papier gelesen wird immer noch in Leipzigs Bibliotheken. Deswegen hat eine Mitteilung der Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) an die knapp 30.000 Studierenden der Hochschule gemischte Gefühle hervorgerufen. Ab dem 2. Mai wird es keine Kopiergeräte und Drucker mehr an den Standorten der UBL geben, hieß es in der Nachricht. Stattdessen werden allerdings kostenfreie Buchscanner für die Studierenden bereit stehen. Der Vertrag mit der Firma Canon, welche bisher die kostenpflichtigen Kopier- und Scangeräte zur Verfügung stellte, läuft Ende April aus, erklärt UBL-Sprecherin Caroline Bergter.

Studierende hatten die Qualität der Geräte in den letzten Jahren ohnehin oft bemängelt, zu häufig waren Kopierer und Scanner kaputt und fielen für längere Zeit aus. Daher hat man sich entschieden, den Vertrag mit dem Unternehmen nicht zu verlängern. „Die Idee kostenfreie Scanner zur Verfügung zu stellen, gab es schon länger. Jetzt haben wir die Möglichkeit, dies umzusetzen“, sagt Bergter. Die neuen Geräte seien zudem buchschonend, leise, umweltfreundlich und ressourcenschonend. Scans können auf einem USB-Stick gespeichert oder direkt an ein Smartphone gesendet werden.

Die neuen kostenfreien Buchscanner stehen bereits in der Medizinbibliothek. Quelle: André Kempner

Dass die neuen Scanner beim Einsparen von Papier helfen könnten, wissen viele Studierenden zu schätzen. „Dennoch habe ich auch viele Rückmeldungen von Kommilitonen bekommen, die besorgt sind“, erzählt Christopher Hermes. Er ist Referent für Lehre und Studium des StuRas der Universität Leipzig. Ein großer Teil der Literatur, die in den Bibliotheken der Universität steht, ist Präsenzliteratur, kann also nicht ausgeliehen werden. Viele Studierende arbeiten daher gerne mit Kopien aus diesen Werken. „Nicht alle Studierenden wollen auf die Möglichkeit in den Bibliotheken kopieren zu können verzichten“, so Hermes.

Eine Gruppe Studierender, die weiterhin intensiv mit dem gedruckten Wort auf Papier arbeitet, sind die angehenden Juristen. Deshalb hat sich der Fachschaftsrat der Juristenfakultät in einem offenen Brief gegen die Abschaffung der Drucker und Kopierer ausgesprochen. „Auch die Professoren und Mitarbeiter der Lehrstühle sind für ihre Arbeit oftmals auf Kopien von Texten aus Büchern und Zeitschriften angewiesen“, heißt es in dem Schreiben. Die Nachfrage nach einzelnen Werken könne unter den Studierenden stark ansteigen, warnen die Vertreter des Fachschaftsrates. Die Situation sei sowieso schon angespannt.

„Wir wissen, dass es je nach Studienrichtung unterschiedliche Bedürfnisse beim Arbeiten gibt“, so Bergter. Deswegen suche die UBL-Leitung und die Verwaltung der Universität nach Rücksprache mit Studierenden derzeit nach einer Lösung, an einzelnen Standorten der Bibliothek weiterhin Drucker anbieten zu können. Auch wird geprüft, ob der Vertrag mit dem derzeitigen Anbieter noch um einige Monate verlängert werden könnte, bis eine neue Lösung gefunden ist. Zudem stehen an öffentlichen Orten der Universität weiterhin Geräte zur Verfügung, etwa in Hörsaalgebäuden oder auf den Fluren der Institute.

Von Pia Siemer

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