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Lokales Unwetter halten Leipziger Einsatzkräfte in Atem
Leipzig Lokales Unwetter halten Leipziger Einsatzkräfte in Atem
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09:27 11.07.2017
Mehrere Autos blieben am Montag stecken, als heftiger Regen Unterführungen in Leipzig geflutet hatte. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Gleich mehrere starke Gewitter sind am Montag über die Messestadt hinweggezogen. Die Feuerwehr wurde vermehrt zu Einsätzen gerufen, wie ein Sprecher am Nachmittag LVZ.de sagte. Alleine sieben Mal mussten die Kameraden ausrücken, um Keller leerzupumpen. Betroffen waren vor allem Häuser in der Focke- und Karl-Liebknecht-Straße. Mehr als 20 Mal klingelte es in der Leitstelle - und das nur am Nachmittag. Heftiger Regen fiel da vor allem im Süden und Osten der Stadt, wie Manuel Voigt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. "Fast 16 Liter pro Quadratmeter kamen zwischen 15 und 16 Uhr herunter", so der Meteorologe.

In einigen Fällen musste die Feuerwehr die Anrufer trotz vollgelaufener Keller zunächst vertrösten. "Wenn wir uns im Kreis drehen, weil das abgepumpte Wasser gleich wieder von der Straße zurück in die Häuser läuft, können wir erstmal nur abwarten", sagte der Einsatzleiter. Das gelte natürlich nicht, wenn Leben oder Umwelt in Gefahr seien, erklärte er weiter. Sollte das Wasser nach wenigen Stunden nicht abgeflossen sein, könnten sich Betroffene noch einmal melden. Durch das stürmische Wetter stürzten auch Bäume auf die Straße, so in Holzhausen und in der Mozartstraße im Musikviertel.

Unterführung überflutet - B2-Auffahrt gesperrt

Bereits am Morgen hatten Blitze, Donner und Starkregen die Leipziger in Atem gehalten. Dabei wurden vereinzelt Straßen unter Wasser gesetzt, Keller und Tiefgaragen liefen voll. Besonders schwer traf es die Richard-Lehmann-Straße in der Südvorstadt: Hier staute sich gegen 7.40 Uhr das Wasser an der Auffahrt zur Bundesstraße 2 in Richtung Süden etwa einen halben Meter hoch, so dass Autos und sogar Lastwagen stecken blieben. Die Unterführung wurde von der Polizei gesperrt.

Mehrere Autos blieben stecken: Durch ein starkes Unwetter wurde die B2-Auffahrt an der Richard-Lehmann-Straße am Montagmorgen überflutet.

„Das Wasser drückt aus den Schleusen heraus. Da können wir nichts machen“, erklärte Gerald Hofmann aus der Leitstelle der Feuerwehr. Die großen Niederschlagsmengen konnten von den Abwasserkanälen einfach nicht mehr aufgenommen werden.

„Die Wasserwerke arbeiten seit Monaten an einer Verbesserung der Abflussleistungen“, sagte Sprecherin Katja Gläß auf LVZ-Nachfrage. So werde ein Mischwassersammler im Clara-Zetkin-Park saniert, entlang der stadteinwärtigen Spur sowie unter der Bundesstraße 2 entstünden ein mehr als drei Meter breiter Staukanal sowie ein Entlastungsbauwerk. „Für die Zwischenzeit haben wir zur kurzfristigen Entlastung der Fockestraße bei normalen Regenfällen einen Ablauf in Richtung Auwald geschaffen.“

Land unter herrschte auch in der Travniker Straße. Das neu gebaute Teilstück der B 6 im Leipziger Norden wurde erst 2011 offiziell freigegeben. Warum bei dem Millionenprojekt das Wasser nicht richtig abfließt, ist allerdings offen. Gegen 9.30 Uhr wurden außerdem die Unterführungen in der Leipziger Straße in Schkeuditz und an der Kreuzung Karl-Heine-Straße/Engertstraße in Plagwitz überflutet und mussten gesperrt werden.

Bis zu 40 Liter Regen in einer Stunde

Laut DWD fielen zwischen alleine zwischen sieben und acht Uhr in Leipzig-Holzhausen 18 Liter Regen pro Quadratmeter. Am heftigsten erwischte es die Region um Eilenburg. Hier kamen zwischen acht und neun Uhr rund 40 Liter Niederschlag vom Himmel. In Brandis wurden 27 Liter, in Markranstädt 26 Liter innerhalb einer Stunde gemessen.

Auch am Abend könne es laut DWD in und um Leipzig weiter Schauer und vereinzelt Gewitter geben. So heftig wie am Nachmittag und am Morgen sollen sie aber voraussichtlich nicht ausfallen.

RB-Training drinnen statt draußen

Bei RB Leipzig hatte das Gewitter am Vormittag Auswirkungen auf den Trainingsplan. Blitz und Donner verhinderten die für zehn Uhr geplante Einheit vor Publikum auf dem Trainingsgelände des Fußball-Bundesligisten am Cottaweg. Das Training wurde kurzerhand nach drinnen verlegt. Die Einheit im Freien wurde am Nachmittag nachgeholt.

Der Sommer macht auch in den nächsten Tagen eine Pause. „Das Wetter bleibt unbeständig und wechselhaft. Am Dienstag kann es erneut gewittern, aber nicht in der Intensität wie heute“, so Oehmichen. Auch am Mittwoch ist mit Schauern zu rechnen. Die Temperaturen kühlen sich deutlich ab. Nach 25 Grad am Dienstag und Mittwoch sind ab Donnerstag nur noch bis zu 22 Grad drin. Ab dem Wochenende zeigt der Wettertrend aber wieder nach oben: Dann soll es trockener und auch wieder etwas wärmer werden.

Robert Nößler / jhz

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