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Lokales Unwetter über Leipzig: Dachstuhlbrand in Markkleeberg – am Nachmittag weitere Gewitter
Leipzig Lokales Unwetter über Leipzig: Dachstuhlbrand in Markkleeberg – am Nachmittag weitere Gewitter
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13:04 11.06.2014
Diese spektakuläre Ansicht fing Petra Radtke während des Mittwoch-Gewitters ein. Quelle: Petra Radtke
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Leipzig

„Für diese Tageszeit war es ein relativ kräftiges Gewitter“, sagt Jens Oehmichen, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Die Temperaturen gingen im Stadtgebiet auf 20 Grad Celsius zurück. Die Unwettervorwarnungen gelten vorerst weiter bis Mittwochabend 22 Uhr.

Die Gewitterlinie hatte gegen 9.30 Uhr Leipzig erreicht. In der Region wurden bis zu 2500 Blitzentladungen innerhalb von zehn Minuten registriert. Die Wetterstation am Flughafen Schkeuditz zeichnete zehn Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde und eine Spitzenböe von 60 Kilometern pro Stunde auf. Polizei und Feuerwehr meldeten keine Schäden im Stadtgebiet.

Blitzeinschlag: In Markkleeberg rückte die Feuerwehr zu einem Dachstuhlbrand aus. Quelle: Jörg ter Vehn

In Markkleeberg schlug hingegen der Blitz in ein Einfamilienhaus ein und löste einen Dachstuhlbrand aus. Gegen 9.40 Uhr rückte die Freiwillige Feuerwehr Markkleeberg mit fünf Fahrzeugen in der Prödeler Straße an. Die Bewohner des Hauses sind derzeit im Urlaub, doch aufmerksame Nachbarn hatten den Rauch bemerkt und sofort reagiert. Sie konnten die Kameraden auch für die Löscharbeiten ins Haus lassen, erklärte Feuerwehr-Sprecher Michael Röder. Der Schaden: Zehn Quadratmeter Dachfläche mussten aufgenommen werden, darunter waren die Balken verschmort. Jetzt wird das Dach gegen weitere aufziehende Unwetter provisorisch gesichert.

Die eigentliche Kaltfront wird sich gegen Nachmittag und Abend von Südwesten her nähern. Auch dann seien wieder Gewitter möglich, unwetterartig dürften diese wahrscheinlich nur in Dresden und Ostsachsen ausfallen, sagt Oehmichen. Dort werden im Laufe des Tages noch einmal 30 Grad Celsius erreicht.

Nach dem kurzen Sommer-Intermezzo am langen Wochenende blickt LVZ-Online auf eines der heißesten Pfingsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zurück.

Hohe Waldbrandgefahr

Beim Wetterportal Lightning.org lassen sich die Blitze in Echtzeit verfolgen. www.lightningmaps.org Quelle: Screenshot LVZ

In Leipzig kletterte am Dienstagmittag das Quecksilber noch einmal auf 30 Grad Celsius an, in Dresden wurden sogar 33 Grad erzielt. Die Top-Temperaturen wurden am Pfingstsonntag gemessen: Spitzenreiter in Sachsen war die Wetterstation in Dresden-Strehlen mit 34,5 Grad Celsius, Leipzig-Holzhausen meldete 32 Grad.

Wegen der anhaltenden Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr. In Dresden sowie in Teilen der Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen sowie Nordsachen herrscht die höchste Waldbrand-Stufe 5. „Die Leitstelle ist durchgehend von 10 bis 20 Uhr besetzt, um bei Rauchentwicklung die Feuerwehren zu alarmieren“, sagt Hellmut Starke von der Unteren Forstbehörde Nordsachsen. Das Betreten der Wälder ist dort mittlerweile verboten. Der Landkreis Leipzig meldet Warnstufe 4, im Leipziger Stadtgebiet gilt die mittlere Warnstufe 3. „Wegen der zu erwarteten Gewitter ist wohl erst am Donnerstag mit einer leichten Entspannung zu rechnen“, sagt Klaus Kühling vom Staatsbetrieb Sachsenforst.

Leipzig. Nach der Hitzewelle der vergangenen Tage ist am Mittwochvormittag eine Gewitterfront über den Raum Leipzig hinweggezogen und hat für leichte Abkühlung gesorgt. „Für diese Tageszeit war es ein relativ kräftiges Gewitter“, sagt Jens Oehmichen, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Die Temperaturen gingen im Stadtgebiet auf 20 Grad Celsius zurück. Die Unwettervorwarnungen gelten vorerst weiter bis Mittwochabend 22 Uhr. 

Händler verzeichnen Umsatzsprung bei Getränken

Für manchen Ausflügler endete der Sommerspaß am Wochenende in der Klinik. „Es gab definitiv mehr hitzebedingte, medizinische Notfälle. Vielleicht auch weil das Wave-Gotic-Treffen stattfand“, berichtet Benjamin Irmscher von der Notfallambulanz des Leipziger St. Elisabeth-Krankenhauses. „Es wurden Patienten mit Schwindel, Übelkeit und zu niedrigen Blutdruck behandelt.“ Keine höheren Patientenzahlen registrierte hingegen das Leipziger Uniklinikum. „Es war ein relativ ruhiges Pfingstwochenende“, sagt Professor André Gries, Leiter der Notaufnahme. Es habe einige Bagatellunfälle und Patienten mit Kreislaufproblemen gegeben. Angesichts der hohen Temperaturen rät er, sich im Schatten aufzuhalten und viel zu trinken – allerdings keinen Alkohol.

Viele Sonnenanbeter scheinen den Rat befolgt zu haben, denn wegen der Sahara-Hitze sprudelte auch der Mineralwasser-Absatz. „Der Getränkeumsatz ist über Pfingsten stark angestiegen“, wie Vicky Grimanelis, Sprecherin der Edeka Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen, mitteilt. „Es wurde ausreichend Ware bevorratet und geliefert, es gab keine Versorgungslücken.“ Auch Straßencafés und Eisdielen hatten Hochkonjunktur.

Viele Zootiere sind Hitze gewohnt

Wer im Büro oder zu Hause schwitzen musste spürte hingegen kaum etwas vom Sommer-Feeling und sehnte sich nach einer frischen Brise per Knopfdruck – Ventilatoren und Klimageräte in Baumärkten wurden deshalb zu begehrten Objekten. „Es ist ganz verständlich, dass die Nachfrage steigt“, sagt Jens Pasch vom Leipziger Obi-Baumarkt am Hauptbahnhof. „Wir haben aber noch welche vorrätig“, ergänzt er.

Die Tropenhitze macht auch den Tieren im Leipziger Zoo zu schaffen. Säugetiere und Vögel seien allerdings gleichwarme Tiere, die sich an kurzzeitige, extreme Temperaturen recht gut anpassen können, beruhigt Kurator Ruben Holland. „So lange es genug Schatten gibt und Flüssigkeit zum Trinken da ist, haben unsere Tiere wenig Probleme.“ Zusätzlich kämen die meisten der Tiere auch aus Gebieten, in denen es zu bestimmten Jahreszeiten sehr heiß werden kann und somit seien sie an ein solches Klima gewöhnt.

Besucherrekord in Freibädern knapp verfehlt

Den Leipziger trieben die afrikanischen Temperaturen bei strahlendem blauem Himmel hingegen ins kühle Nass. Cospudener und Markkleeberger See erlebten einen Ansturm auf die begehrten Strandplätze, in Leipzigs Freibädern herrschte dichtes Gedränge. „Hinter uns liegt ein tolles Wochenende“, berichtet Katja Gläß, Sprecherin der Sportbäder Leipzig. An drei Tagen wurden in den vier geöffneten Bädern insgesamt 17.200 Badelustige gezählt, allein am Montag 7100 Gäste – trotz Pfingsthitze aber kein Besucherrekord. „Vergangenes Jahr waren es an einem Tag 7500 Gäste. Da war das Bad in Kleinzschocher allerdings auch geöffnet. Wäre das der Fall gewesen, hätte man die Marke wahrscheinlich geknackt“, meint Gläß.

Blitze in Echtzeit verfolgen: www.lightningmaps.org

Benjamin Winkler/Matthias Roth/-tv

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