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Lokales Ursache für tödlichen Kran-Unfall in der Leipziger Innenstadt steht fest
Leipzig Lokales Ursache für tödlichen Kran-Unfall in der Leipziger Innenstadt steht fest
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09:59 07.04.2016
Der Ausleger des umgestürzten Kranes krachte längs auf die Nikolaistraße.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Ursache des tödlichen Kran-Unfalls vor einem Jahr in der Leipziger City ist geklärt. Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf LVZ-Anfrage mitteilte, haben Bedienfehler des tödlich verunglückten Kranfahrers zu der Tragödie geführt. „Technische Mängel an dem Kran konnten nicht festgestellt werden“, so Staatsanwältin Jana Friedrich.

Der Autokran war in der Nikolaistraße aufgestellt worden, um am 26. April 2015 einen stationären Turmkran im Hof der Baustelle – einem Hotelneubau – abzutransportieren. Doch schon beim ersten Hub, als nur ein paar Betonklötzer über das Hotelgebäude gehoben werden sollten, kippte der mehr als 30 Meter hohe Autokran um. Dabei wurde der 53-jährige Fahrer eingequetscht und tödlich verletzt. Erst 19 Stunden später konnte er mit Hilfe eines aus Potsdam angeforderten Spezialkranes geborgen werden. Bei dem Unglück erlitt noch ein 57 Jahre alter Kollege des Kranführers schwere Verletzungen. Er hatte sich mit einem Sprung retten können. Zwei weitere Arbeiter (34/54) mussten wegen Schocks medizinisch behandelt werden. Passanten waren nicht betroffen, als der Kran an jenem Sonntag gegen 9.50 Uhr in der Einkaufsstraße umkippte. Sie war wegen der Arbeiten gesperrt worden.

Das gegen Unbekannt geführte Ermittlungsverfahren wurde laut Staatsanwältin Friedrich eingestellt. Es gab „keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden“. Zur Klärung von Unfallhergang und -ursache hatte die Behörde ein technisches Sachverständigen-Gutachten eingeholt. Nach Einschätzung des Gutachters und nach Gesamtwürdigung der weiteren Ermittlungsergebnisse geht die Staatsanwaltschaft von einem Bedienfehler aus. Nähere Angaben dazu wollte sie mit dem Verweis auf postmortalen Persönlichkeitsschutz nicht machen.

Im Fall eines weiteren Kran-Unglückes mit tödlichem Ausgang in Leipzig-Gohlis hat die Behörde Anklage gegen den Fahrer erhoben. Wie berichtet, wirft sie dem 54-Jährigen aus dem Erzgebirgskreis fahrlässige Tötung und fahrlässige Baugefährdung vor. Am 22. Oktober 2014 hatte er den Mobilkran auf Boden, der durch Regen völlig aufgeweicht war, aufgestellt. Das Fahrzeug kippte zur Seite – der Kranarm traf einen Arbeiter (56) und verletzte ihn tödlich. Der Prozess findet voraussichtlich im Juni am Amtsgericht Leipzig statt.

Von Sabine Kreuz

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