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Lokales Vater der Leipziger „Löffelfamilie“ schuf auch Goethe-Spruch
Leipzig Lokales Vater der Leipziger „Löffelfamilie“ schuf auch Goethe-Spruch
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01:00 26.04.2013
Schuf die "Löffelfamilie": Jürgen Mau (71) Quelle: André Kempner

"Jürgen Mau, Theo Hesselbarth und Frank Ruckhäberle schufen eine ganze Reihe großartiger, auch beweglicher Neon-Reklamen, unter anderem die Löffelfamilie", schrieb er.

Am Donnerstag konnte die LVZ mit Jürgen Mau (71) sprechen. "Wir hatten unser Atelier erst in einem Laden am Lindenauer Markt. Dort schauten immer Passanten durch die Schaufenster zu, wie wir in Anzug und Schlips - das war damals noch üblich - zeichneten und Späße trieben." Später zog UNDA um in ein Gohliser Hinterhaus; gleich neben der Gaststätte "Ohne Bedenken". Zumeist im Auftrag der Abteilung Stadtbeleuchtung des Rathauses entstanden etliche Entwürfe - stets im Maßstab 1:50. Zum Beispiel für die Robotron-Werbung mit animiertem Lochband an der Gerberstraße oder für alle großen Leipziger Kulturstätten an der Richard-Wagner-Straße. Auch die zwei Etagen hohen Köpfe am Kaufhaus "Topas" (heute Commerzbank) oder eine riesige Hand in der Windmühlenstraße, deren Finger für das Institut für Maschinelle Rechentechnik zählten.

Die Brühl-Werbung "Willkommen in Leipzig" ist ebenfalls ein UNDA-Werk. Dort ein Goethezitat einzuflechten, war die Idee von Mau. Er hatte auch die Löffelfamilie gezeichnet, zuvor mit dem (schon verstorbenen) Hesselbarth ausgedacht. Ihr Honorar: 680 DDR-Mark. "An der Feinkost konnten wir uns mal richtig austoben, weil die Karl-Liebknecht-Straße nicht zu den Protokollstrecken gehörte. Vorbild war eigentlich der Go-West-Cowboy in Las Vegas." Nach dem ersten Anschalten musste der Grafiker jedoch Spott ertragen: Aus Kostengründen waren zwei der vier Schaltstufen entfallen, die Armbeugen wirkten beim Löffeln viel zu zackig. Wie beim Militär. "Heute höre ich junge Leute am Hauptbahnhof fragen, wo die naTo ist. Und die Antwort - bei der Löffelfamilie - macht mich glücklich. Sie ist ein Leuchtturm geworden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.04.2013

Jens Rometsch

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