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Lokales Vegetarier auf Probe: Acht Leipziger Restaurants kochen am Veggie-Day ohne Fleisch
Leipzig Lokales Vegetarier auf Probe: Acht Leipziger Restaurants kochen am Veggie-Day ohne Fleisch
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16:36 22.02.2012
Das "Fairkost" in der Karl-Liebknecht-Straße blieb am Mittwoch fleischfrei. Quelle: Regina Katzer
Leipzig

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte zum zweiten Veggie-Day aufgerufen (LVZ-Online berichtete).

Unter dem Motto „Buddhistische Küche Chinas“, zu dem ab 20 Uhr im Restaurant Eden eine literarische Lesung mit der Kochbuchautorin Martina Hasse stattfindet, haben Gastronomie-Betrieb wie das Fela, Macis, Pilot, das Stelzenhaus und die Cafes Cantona und Telegraph ihre Fleisch- und Fischgerichte gegen rein vegetarische Angebote mit Gemüse, Pilzen und Tofu getauscht. Das kam bei den Gästen offenbar gut an, denn die Lokale berichteten übereinstimmend von einer guten Resonanz.

Das Kesselhaus in der Holbeinstraße ist bereits zum zweiten Mal beim Veggie-Day dabei. „Im vergangenen Jahr war es brechend voll“, berichtet Geschäftsführer Stefan Rütz. Er selbst ist Fleischesser, fühlt sich durch den Aktionstag aber auch animiert, mal auf ein Steak zu verzichten. Zum Mittagstisch waren die selbstgemachten Wan Tan, gefüllt mit Pilzen und Gemüse an Szechuan-Erdnuss-Chilisauce, bereits der Renner, heißt es aus der Küche. Für den Abend haben viele Gäste reserviert, um die vegetarischen Köstlichkeiten zu probieren.

Überredungskunst bei Fleischliebhabern oft nötig

Dass es nicht immer einfach ist, Fleischliebhaber zu überzeugen, weiß Bea Wolf von der Tapas-Bar „Barcelona“ in der Gottschedstraße. „Wir haben auch im vergangenen Jahr schon beim Veggie-Day mitgemacht. Aber der Service hatte echte Schwierigkeiten, unsere Stammgäste zu überzeugen“, berichtet sie.

Kein Wunder, wird doch das Lokal von seinen Gästen vor allem für seine scharfen Hackbällchen geschätzt. Die werden am Mittwochabend gegen Falafel mit gewürzter Joghurt-Sauce getauscht. Außerdem stehen eine scharfe indische Suppe und ein marokkanisches Couscous auf der Speisekarte. „Die Intention des Veggie-Tages ist spannend, deshalb sind wir guter Dinge, dass die Gerichte dieses Mal besser angenommen werden“, ist die Gastronomin, die selbst vegetarisch lebt, zuversichtlich.

Vegetarische und vegane Gerichte serviert das Restaurant "Zest" in der Bornaischen Straße täglich. Quelle: Regina Katzer

Das vegetarische Restaurant „Zest“ in der Bornaischen Straße nimmt nicht am Aktionstag teil. „Wir leben diese Philosophie jeden Tag, und unsere Gäste kommen ja extra wegen der vegetarischen Gerichte zu uns“, erklärt Inhaber Alexander Hölig. „Aber grundsätzlich finde ich die Idee, das Bewusstsein der Menschen auf fleischlose Ernährung zu richten, gut.“

Dagegen hat auch Mario Glaetzer vom Bioladen Fairkost in der Karl-Liebknecht-Straße am Mittag zum Veggie-Tag den Kochlöffel geschwungen und seinen Kunden eine vegetarische Soljanka angeboten. Das Biofleisch aus der Region, das normalerweise in der Fleischtheke des Fairkost angeboten wird, hatten die Mitarbeiter gegen Tofuwürste getauscht. „Ich bin selbst Vegetarier und möchte unseren Kunden zeigen, dass man auch ohne Fleisch kreativ kochen kann“, sagt Glaetzer.

Pünktlich zum Beginn der Fastenzeit auf geliebte Produkte verzichten

Besonders zum Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch passe das thematisch sehr gut. „Man muss nicht religiös sein, aber der Tag ist ein guter Anlass, um ein paar Wochen auf bestimmte Produkte zu verzichten“, meint Mario Glaetzer. Als selbsternannter Kaffee-Junkie wird er in den kommenden Wochen auf das geliebte Heißgetränk verzichten. „Man ist einfach stolz, wenn man dieses Ziel schafft und kann den Konsum danach auch wieder richtig genießen.“

In der Leipziger Uni-Mensa kommt übrigens am kommenden Donnerstag, 1. März, Gemüse und Tofu auf den Teller. Bereits zum fünften Mal wird in der Großküche vegetarisch gekocht. „Wir veranstalten diesen Tag alle drei Monate“, erzählt Tina Stepan vom Studentenwerk Leipzig. „Damit kommen wir einem Wunsch der Studierenden nach.“

Franziska Seifert

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