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Verärgerung über Sperrung der Parthebrücke für Busse

Verärgerung über Sperrung der Parthebrücke für Busse

Die Sperrung der Parthebrücke in Thekla für Fahrzeuge über drei Tonnen könnte kein Einzelfall bleiben. Wie Klaus Barthel, Leiter der Abteilung für Brückenbau und -unterhaltung bei der Stadtverwaltung, erklärte, gebe es in Leipzig derzeit weitere 25 Brücken, für die aufgrund von Bauwerksmängeln Lastbeschränkung verordnet wurde.

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Die baufällige Parthebrücke im Stadtteil Thekla ist kein Einzelfall in Leipzig. Derzeit bestehen für 26 der insgesamt 202 befahrenen Brücken Traglasteinschränkungen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Barthel sagte dies vor 80 Leipzigern in der Aula des Brockhaus-Gymnasiums in Mockau. Dorthin hatten die Verkehrsbetriebe (LVB) zu einem Bürgergespräch eingeladen. Sie informierten über die Einschränkungen im Nahverkehr, die durch die Baufälligkeit der Parthebrücke entstehen. Die Busfahrgäste müssen hier ab kommendem Sonntag in die Straßenbahn umsteigen oder 400 Meter laufen. „Wir empfinden das selbst als Zumutung“, sagte LVB-Sprecher Reinhard Bohse. Holger Flache vom Verkehrsmanagement erklärte, die LVB hätten Ende August die Mitteilung aus dem Rathaus bekommen, die 1890 erbaute Parthebrücke sei marode und könne bald nicht mehr von Bussen befahren werden.

„Das war für uns ein ziemlich herber Schlag.“ Die Linien 70, 80, 81 und 82 sowie die Nachtlinie 6 werden ab der Fahrplanumstellung am 13. Dezember jeweils aus beiden Richtungen vor der Parthebrücke enden. Alternativen gebe es nicht. Eine nördliche Umleitung führe durch Wohngebiet und sei für Gelenkbusse nicht ungeeignet. Eine südliche Ausweichstrecke über Schönefeld sei zu lang. Den Fahrgästen bliebe deswegen nur, zwischen den Haltestellen Mockau/Kirche und Thekla zu laufen oder in die Straßenbahnen 1 und 9 umzusteigen, die die Parthe neben der baufälligen Brücke über eine separate Querung passieren und bis Thekla fahren. Dort könnten die Passagiere dann wieder in ihren jeweiligen Bus umsteigen.

Die Stadt plant zwar einen Neubau der Parthebrücke (Kosten: 4,5 Millionen Euro). Doch mit der Fertigstellung ist laut Barthel frühestens 2013 zu rechnen. Eine Behelfslösung sei für die Zwischenzeit allerdings denkbar. Man könne die separate Straßenbahnbrücke so umbauen, räumte Barthel ein, dass sie für Busse befahrbar werde. „Wir sind dabei, eine Lösung zu prüfen“, so der Straßenbauexperte, „eine Garantie kann niemand geben.“ 300 000 Euro würde die Zwischenlösung kosten, die vor Frühjahr 2010 aber nicht realisiert werden würde.

Die anwesenden Bürger lenkten die Aufmerksamkeit besonders auf den Schülerverkehr. Viele Kinder und Jugendliche müssten jeden Tag auf dem Schul- und Heimweg die für den Schwerlastverkehr gesperrte Brücke queren, beispielsweise auf dem Weg nach Taucha. Dort fahren die Busse oft nur einmal pro Stunde, wies eine Frau hin. Durch die Verzögerungen in Thekla könnten auf die Schüler sehr lange Wartezeiten zukommen, wenn sie einen Bus verpassen. „Leider sehe ich keine Möglichkeit, dass die Busse öfter fahren“, erwiderte Matthias Lietze von der LVB-Verkehrsorganisation.

Dazu müsste der Landkreis Nordsachsen zusätzliche Gelder bereitstellen, was nicht zu erwarten sei. „Kann man davon ausgehen, dass man mit 15 Minuten Mehraufwand auskommt?“, wollte jemand aus dem Publikum wissen. „Damit sind Sie auf der sicheren Seite“, so Lietze. Der Stadtrat der Linken, Jens Herrmann, bezweifelte, dass die neue Parthebrücke bis 2013 fertig werde. Barthel gestand, dass die Stadt sich mit diesem Termin „weit aus dem Fenster lehnt“.

Ein Besucher kritisierte, die Stadt handele viel zu spät. Man hätte früher wissen können, dass die Brücke erneuert werden muss. Barthel entgegnete, in Leipzig gebe es 202 befahrene Brücken, 26 davon hätten eine Lastbeschränkung. Es könne nicht für jede einen Notfallplan geben. Ein anderer Bürger fragte, ob Anschlussbahnen und -busse in Zukunft zumindest länger warten. „Sonst ist es so wie so oft: Der Bus kommt, die Bahn fährt gerade ab.“ Lietze versicherte, die LVB-Fahrer sollten sich kulant zeigen. In jedem Fall werde das aber sicher nicht klappen.

Matthias Winkelmann

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