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Lokales Verbal-Ausfall von Leipziger Linken-Stadtrat gegen Kanzlerin Merkel
Leipzig Lokales Verbal-Ausfall von Leipziger Linken-Stadtrat gegen Kanzlerin Merkel
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09:55 27.01.2016
Alexej Danckwardt Quelle: André Kempner
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Leipzig

Er gehört zu den schärfsten Kritikern der deutschen Russland-Politik in Leipzig und hat mit kruden Äußerungen schon des öfteren auf sich aufmerksam gemacht. Doch jetzt hat Linken-Stadtrat Alexej Danckwardt den Bogen offenbar überspannt. Heute soll über den Verbleib des 40-jährigen Juristen in der Ratsfraktion der Linken entschieden werden. Grund: ein Verbal-Ausfall gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

In einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite nennt der Deutschrusse sie einen „arroganten Kotzbrocken“ und wünscht ihr einen „sehr schmerzhaften Sturz“. „Und es hätte was, wenn man ihr das antun würde, womit sie die Ukraine in Chaos gestützt hat“, fabuliert er weiter und macht dabei auch von sexistischen Gewaltphantasien nicht halt: „Ach, ist das eine schöne Vorstellung, wie diese Frau, die so viel unglaublich Böses getan und so viele schwerwiegende Verbrechen zu verantworten hat, halbnackt durch halb Deutschland sprinten muss, um sich vor wütenden Massen zu retten.“

Die LVZ konfrontierte den Linken-Politiker am Dienstag mit diesen Äußerungen.„Ich gebe zu, das ist nicht verständlich angekommen“, sagte Danckwardt und prangerte sogleich Deutschlands kritischen Russland-Kurs, die Sanktionen und die Unterstützung der ukrainischen Regierung an. Er macht die Kanzlerin persönlich für die Destabilisierung der Ukraine nach dem Sturz des Moskau-treuen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Jahr 2014 verantwortlich. Wie viele Spätaussiedler sei auch er „empört darüber, was Frau Merkel in der Ukraine bewirkt hat“, so Danckwardt. Sein Kommentar zur Wortwahl in seinem Posting: „unglücklich“, „heftig formuliert“, „unnötige Schärfe“.

Ganz anders sieht man das in seiner Partei. Linken-Fraktionschef Sören Pellmann distanzierte sich von seinem Parteifreund. „Das ist nicht unsere Wortwahl“, sagte Pellmann gegenüber der LVZ. Es war nicht der erste Post, der für Unmut in der Fraktion sorgte. Im vergangenen Jahr hatte Danckwardt der EU vorgeworfen, in der Ukraine „die Lebensraumpolitik Hitlers“ zu betreiben. „Der Vorstand hat mit ihm bereits zwei Aussprachen geführt“, sagte Pellmann. „Das hat leider nicht zu einer Veränderung geführt.“

Für Mittwoch kündigte er eine Aussprache mit Danckwardt auf der Fraktionssitzung an. „Wenn ein Mitglied seinen Ausschluss aus der Fraktion beantragt, muss darüber abgestimmt werden“, so Pellmann. Für einen Rausschmiss braucht es eine Zweidrittelmehrheit. Alexej Danckwardt geht davon aus, dass die am Mittwoch zustande kommt.

In Berlin sorgt Danckwardt derweil in einem ganz anderen Fall für Aufsehen, der sogar das deutsch-russische Verhältnis zusätzlich belastet. Der Anwalt vertritt dort die Famile der 13-jährigen russischstämmigen Lisa, die angeblich von Flüchtlingen entführt und vergewaltigt worden sein soll. Die Polizei hält die Darstellung des Kindes für abwegig, es habe weder eine Entführung noch eine Vergewaltigung gegeben. Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf Deutschland daraufhin vor, die Sache zu vertuschen.

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