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Lokales Verbandsstudie: Leipzigs Müllgebühren sind vergleichsweise hoch
Leipzig Lokales Verbandsstudie: Leipzigs Müllgebühren sind vergleichsweise hoch
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20:08 22.06.2016
 Leipziger Stadtreinigung im Rosental. (Archivfoto)   Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Laut einer Statistik des Eigentümerverbandes „Haus und Grund“ hat die Messestadt vergleichsweise hohe Müllgebühren. Beim aufgestellten Index der 100 größten Kommunen landet Leipzig nur auf Platz 79. Dresdens Müllabfuhr auf Platz 67 ist zumindest etwas günstiger. Eine echte Spitzenposition hat in diesem Ranking dagegen Chemnitz: Die Müllabfuhr in der westsächsischen Stadt ist nach der in Flensburg angeblich die zweitgünstigste der Republik.

Zwischen 150 und 900 Euro pro Jahr für Müll

Für ihren Index fragte die Interessenvertretung Entsorgungskosten für Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier in den 100 größten Städten ab, rechnete diese auf eine vierköpfige Musterfamilie mit Eigenheim und setzte die Gebühren mit Abfallmenge, Abfuhrrhythmus und Servicegrad in Zusammenhang. In Chemnitz sind laut der Verbandsrecherchen beispielsweise in der Index-Kategorie für siebentägigen Vollservice (Abholung auf dem Gelände) 165,80 Euro im Jahr fällig, in Dresden 367,88 Euro und in Leipzig 477,29 Euro. In Flensburg – an der Spitze des Ranking – müssen für die gleiche Leistung 147,27 Euro berappt werden, in Leverkusen am Index-Ende 908,85 Euro. In anderen Kategorien fallen die Unterschieden nicht ganz so extrem aus.

Trotzdem kritisierte „Haus und Grund“-Präsident Kai Warnecke: „Zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt liegen 600 Euro im Jahr.“ Müll mache bis zu zehn Prozent der Nebenkosten in den Haushalten aus, so Warnecke weiter. Ähnlich entrüstet sieht das auch Leipzigs FDP-Stadtrat Sven Morlok: „Es kann nicht sein, dass die Leipziger für ihre Müllabfuhr mehr als doppelt so viel bezahlen müssen wie die Chemnitzer. Morlok sieht bei der Stadtverwaltung dringenden Handlungsbedarf und forderte: „Die Ursachen für die hohen Gebühren müssen ermittelt und beseitigt werden.“

Kritik an Studie aus dem Leipziger Rathaus

Leipzigs Stadtverwaltung kritisierte das Ergebnis der Studie allerdings als "nicht nachvollziehbar". In Leipzig gebe es grundsätzlich nur Teilservice, bei dem die Tonnen bereitgestellt werden. "Somit haben die Werte zum Vollservice keine Relevanz und somit wäre methodisch keine Aussage dazu möglich", teilte Umwelt- und Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) auf LVZ-Anfrage mit. In Leipzig hätten zudem nur drei Prozent der Grundstücke einen kürzeren Leerungsturnus als 14-tägig. Auch die dem Vergleich zu Grunde liegende Abfallmenge von 60 Liter Restabfall je Haushalt und Woche sei für Leipzig nicht realistisch. Die Menge liege in der Regel weit darunter. Im Gegensatz zu vielen westdeutschen Städten gebe es in Leipzig auch keine 26 oder 52 Pflichtleerungen, sondern lediglich vier.

Das Bundeskartellamt hatte Ende 2015 begonnen, die Müllgebühren in Deutschland zu überprüfen. Die Wettbewerbsbehörde sieht Anzeichen dafür, dass der Wettbewerb in der Müllbranche nicht richtig funktioniert. Auch dem Amt waren die unterschiedlichen Müllgebühren in den einzelnen Kommunen aufgefallen.

Von mpu/jr

Die Studie im Netz: www.hausundgrund.de

In Leipzig haben nur 3 % der Grundstücke einen kürzeren Leerungsturnus als 14 tägig. Das betrifft insbesondere die Innenstadt, vorwiegend aus Platzgründen. Somit ist auch Spalte 1 nicht relevant.

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