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Verein Leipzig-Travnik feiert 20. Geburtstag

Städtepartnerschaft Verein Leipzig-Travnik feiert 20. Geburtstag

Wer es seit nunmehr 20 Jahren schafft, bürgernah und intensiv eine Partnerschaft zu organisieren, darf so einen runden Geburtstag wohl mit Freuden feiern. So geschehen am Donnerstagabend im Ratskeller des Neuen Rathauses, wo der Städtepartnerschaftsverein Leipzig-Travnik gut 120 Gratulanten aus beiden Kommunen begrüßen konnte.

Die Tänzer vom Kreativzentrum Grünau (Foto) sorgten neben den Tänzern vom Plesni Studio Maya Travnik, dem Ensemble Rada Synergica und der Musikschule Johann Sebastian Bach für den kulturellen Teil des Abends.

Quelle: Armin Kühne

Leipzig. Wer es seit nunmehr 20 Jahren schafft, bürgernah und intensiv eine Partnerschaft zwischen einer sächsischen Groß- und einer Kleinstadt in Bosnien-Herzegowina zu organisieren, im wahrsten Sinne des Wortes „zu leben“, darf so einen runden Geburtstag wohl mit Freuden feiern. So geschehen am Donnerstagabend im Ratskeller des Neuen Rathauses, wo der Städtepartnerschaftsverein Leipzig-Travnik gut 120 Gratulanten, darunter viele Partner, Freunde und Förderer, begrüßen konnte. Aus beiden Kommunen – versteht sich: Eine 48-köpfige Delegation aus der Partnerstadt war angereist, darunter der Ministerpräsident des Mittelbosnischen Kantons, Tahir Lendo, Travniks Bürgermeister Admir Hadziemric und Stadtratspräsidentin Vlatka Lukic. Aus der Botschaft von Bosnien und Herzegowina in Berlin war überdies Botschaftsrätin Slavica Horvat Schöne gekommen.

Der Verein mit zwei Büros – eines in Leipzig in der Magazingasse 4 und eines in Travnik – zählt in beiden Städten 163 Mitglieder, darunter zig Einzelpersonen, weitere Vereine und 14 fördernde Unternehmen. „Sie haben so viele Städtepartnerschaften unter Ihren Fittichen. Was ist denn das Besondere an dieser Verbindung?“, hakte LVZ-Lokalchef Björn Meine, der den Abend moderierte, etwa bei Gabriele Goldfuß vom städtischen Referat Internationale Zusammenarbeit nach. „Dass sie von unten herauf gewachsen ist. Und dass auch in keiner anderen Leipziger Städtepartnerschaft so wie in dieser so viele Ideen und Projekte aus dem Kreis der Mitstreiter heraus kommen, um eine Partnerschaft umzusetzen“, so die Rathaus-Frau.

Ihm sei die Situation 1997 noch unvergesslich, als der Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina beendet war, während dem auch Leipzig viele Flüchtlinge aufgenommen hatte, erinnerte Oberbürgermeister Burkhard Jung in seiner Festrede. „Einige in unserer Stadt redeten dann nicht nur, sondern bewegten etwas, packten an und bauten Brücken“, zielte der OBM auf den Partnerschaftsverein ab, bei dem er selbst in den zurückliegenden Jahren immer wieder Schirmherr für einzelne Projekte war. Etwa für ein Kino in Travnik, für Benefizkonzerte. Zugleich lobte er, die Beziehung sei nicht eingleisig. „Es gibt viel von Travnik zu lernen und wir haben jedesmal auch für uns viele Anstöße mit heimgenommen.“

„Immer, wenn wir uns mit Vertretern anderer Städte im Mittelbosnischen Kanton über das Thema Städtepartnerschaft austauschen, sagen die anderen: Ihr habt es gut, solch einen Partner zu haben!“, erzählte Jungs Amtskollege Hadziemric und fügte hinzu: „Eines ist aber auch klar. Gebe es nicht diesen Ehrenbürger von Travnik, Michael Weichert, und Heike König und all die anderen Engagierten, gebe es diese Partnerschaft auch nicht!“

Die Sache mit dem absolut bewunderungswürdigen Engagement griffen die beiden Vereinsspitzen Heike König und Michael Weichert im Laufe des Abends dann auch nochmal auf. „Wir möchten erstmals sechs Persönlichkeiten mit unserem neuen Leipzig-Travnik-Preis würdigen“, verkündeten sie. Zu den dann Geehrten gehörte Azem Ejubovic, seit 20 Jahren Leipzigs kompetenter Vor-Ort-Büroleiter in Travnik. Und – posthum – Jürgen Selitrenny aus der Messestadt, der den Verein maßgeblich mit aufgebaut hatte und im Vorjahr verstorben war.

Von Angelika Raulien

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