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Verhärtete Fronten zwischen Legida und Gegnern bei zweiter Diskussion in der VHS

Verhärtete Fronten zwischen Legida und Gegnern bei zweiter Diskussion in der VHS

Dienstag war gestern erst der zweite Abend in dieser Woche - und doch schon die zweite Veranstaltung zum Thema Legida. Am Montag hatte es noch eine Lichterkette auf dem Ring gegeben.

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Rolf Sprink unf Rita Selitrenny moderierten das LEGIDA Forum in der Volkshochschule in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Dazu die Absage von Legida für die geplanten Demonstrationen. Dazu weniger als eine Woche seit dem letzten Legida-Aufmarsch auf dem Augustusplatz inklusive Gegenproteste. Viele Emotionen also, die sich angesammelt hatten.

Ungefähr 100 Besucher waren zum zweiten Diskussionsforum in die Volkshochschule (VHS) in der Löhrstraße gekommen. Weniger als bei der ersten Veranstaltung zwei Wochen zuvor, doch der Wunsch zum Dialog scheint zu bleiben. Viele der Diskussionsteilnehmer in der VHS waren auch bei der ersten Veranstaltung schon dabei, knüpften an die Themen von vor zwei Wochen an: Asylsuchende, Islam und direkte Demokratie standen am stärksten im Fokus.

Die beiden Moderatoren, VHS-Leiter Rolf Sprink und die Politikwissenschaftlerin Rita Sélitrenny, bemühten sich konsequent, dass die Diskussionsregeln eingehalten wurden.

Als erstes hatten sie das Thema ­Gewalt auf die Tagesordnung gesetzt. Mehrere Legida-Anhänger berichteten von Gewalt - verbal und körperlich - ­gegen sie, als sie zu den Legida-Ver­anstaltungen wollten. "Der Böller hat mich knapp verfehlt", sagte ein 77-Jähriger.

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Leipzig. Dienstag war erst der zweite Abend in dieser Woche - und doch schon die zweite Veranstaltung zum Thema Legida. Am Montag hatte es noch eine Lichterkette auf dem Ring gegeben. Dazu die Absage von Legida für die geplanten Demonstrationen. Dazu weniger als eine Woche seit dem letzten Legida-Aufmarsch auf dem Augustusplatz inklusive Gegenproteste. Viele Emotionen also, die sich angesammelt hatten.

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Eine rege Diskussion drehte sich am gestrigen Abend immer wieder um das Thema Asylsuchende. Dabei zeigten sich die verhärteten Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern von Zuwanderung. Während ein Legida-Unterstützer sagte, Deutschland und Schweden würden weltweit die meisten Flüchtlinge aufnehmen, widersprach Armin Müller. Er erinnerte daran, wie viele Kriegsflüchtlinge derzeit in den Nachbarländern Syriens ausharrten. Gleichzeitig machte er die USA und arabische Länder für den Krieg in Syrien verantwortlich.

Immer wieder wurden in der VHS auch Zahlen zu Asylbewerber in den Raum geworfen. Jede Seite sah ihre Zahlen als die richtigen, die absoluten an. Sicherlich hinderlich für eine fruchtbaren Diskussion. Ein 35-jähriger Soziologiestudent wies deshalb daraufhin, wie unterschiedlich Statistiken gelesen werden könnten. Außerdem habe er Bedenken wegen der Quellen anderer Diskussionsteilnehmer: "Ich habe ein Problem damit, wenn Leute nur sagen: Das habe ich irgendwo gehört oder gelesen."

Die meisten Besucher äußerten sich gestern Abend im Sinne von Legida, erst gegen Ende trauten sich immer mehr Gegner nach vorne. Studentin Lea Morgenstern warf ein: "Ich finde es fragwürdig, dass Lediga ein Ende des Kriegsschuldkultes fordert."

Die Legida-Gegner formulierten außerdem noch etwas anderes: Viele von ihnen trauten sich nicht, sich zu äußern, aus dem Raum schlage ihnen Hass entgegen.

Es zeigte sich ein weiteres Phänomen: Legida-Anhänger waren meistens im fortgeschrittenen Alter und männlich, die Gegner eher jünger und weiblich.

Wie es mit dem Diskussionforum künftig weiter geht, ist noch offen: Entweder in der gleichen Form, in Kleingruppen zu speziellen Themen oder mit Politikern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.02.2015

Lucas Grothe

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