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Verkehrskonzept in Leipzig: „Sperrkreis wirkt“ – aber Grüne fordern Fahrradgarderobe

Nach dem Spiel RB Leipzig gegen den BVB Verkehrskonzept in Leipzig: „Sperrkreis wirkt“ – aber Grüne fordern Fahrradgarderobe

Das Verkehrschaos blieb aus – der Sperrkreis am Waldstraßenviertel wirkt. Diese Bilanz ziehen Verkehrsamtsleiter Jana und die Grünenfraktion nach dem Heimauftakt von RB Leipzig. Wer aber mit dem Fahrrad anreist, sucht weiter nach sicheren Abstellmöglichkeiten.

Sperrungen im Waldstraßenviertel sollen die Bewohner entlasten. (Archivbild)
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Heimpremiere von RB Leipzig – da hatten viele einen Verkehrskollaps rund ums Stadion befürchtet. Doch aus Sicht der Grünen-Fraktion hat das Konzept der Stadt vor allem für das Waldstraßenviertel funktioniert. „Der temporär eingerichtete ‚Sperrkreis‘ wirkte“, zieht Tim Elschner, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion, am Montag Bilanz. Auch Leipzigs Verkehrsplaner fühlen sich auch bestätigt. „Unser Sperrkreis für das östliche und westliche Waldstraßenviertel hat insgesamt sehr gut funktioniert“, resümierte Verkehrsamtsleiter Michael Jana. Jetzt werde im Waldstraßenviertel ein Bewohnerparken eingerichtet, das sieben Tage in der Woche gelten soll.

„Das Verkehrschaos blieb aus“, so Elschner. Die Mehrheit der Anreisenden habe sich an die aufgestellten Beschilderungen gehalten. Der „Schilderwald“ an Ein- und Ausfahrten könne dagegen noch gelichtet und damit verständlicher werden. Gut für die Anwohner im Waldstraßenviertel: Der sonst bei Veranstaltungen „bis zur Oberkante“ zugeparkte Liviaplatz sei in der Mitte autofrei geblieben. „Eine gänzlich neue Erfahrung“, resümiert der Grünen-Stadtrat. Das dicht am Sportforum gelegene Waldstraßenviertel war in der Vergangenheit besonders häufig von Fremdparkern heimgesucht worden, die dicht am RB-Stadion kostenlos parken wollten. Gehwege und Kreuzungen waren dann zugestellt und Autokolonnen drehten endlose Schleifen durchs Viertel, um noch einen letzten freien Stellplatz zu finden.

Nach Wahrnehmung der Grünen seien die Fans offenbar am Sonnabend zum Großteil mit Bus und Bahn angereist. Die Park&Ride-Plätze seien gut genutzt worden, heißt es in ihrer Bilanz. Auch außerhalb des Waldstraßenviertels lief es offenbar besser als in der vergangenen Fußball-Saison. Die Radfahrstreifen in der Marschnerstraße seien ebenso wenig zugeparkt worden wie Gehwege oder Straßeneinmündungen im Stadionumfeld.

Sichere Parkplätze für Fahrräder fehlen

Elschner lobt die frühe und ausführliche Information der Öffentlichkeit zum Thema Stadion-Anreise. Trotzdem sehen die Grünen noch Luft nach oben. So müsse die Stadt dringend aufstocken bei sicheren Parkmöglichkeiten für Fahrräder. Die Fraktion verweist auf das Modell eine mobilen „Fahrradgarderobe“. Dabei werden Bügel, an denen man sein Zweirad anschließen kann, temporär aufgestellt und in der Regel auch eingezäunt und bewacht.

Die Kommune will im nächsten Schritt im Waldstraßenviertel Bewohnerparkausweise ausgeben. Mit ihnen dürften dann ausschließlich Bewohner des Viertels auf speziell dafür gekennzeichneten Stellflächen parken. Die Ausweise werden von der Stadtverwaltung gegen eine Gebühr von jährlich 30,77 Euro ausgegeben.  Besucher und Gewerbetreibende, die nicht im Viertel wohnen, können ihre Fahrzeuge dann nur noch gegen Parkgebühren abstellen. „Ausgenommen wird aber die Waldstraße. Dort wollen wir die Parkzeit reglementieren, um den Umschlag der Flächen zu erhöhen“, erläuterte Verkehrsamtschef Jana. Ziel sei, „noch in diesem Jahr einen Stadtratsbeschluss“ für das Bewohnerparken einzuholen. Die komplette Einführung werde „für Mitte 2017“ anvisiert.

Das Hamburger Konzept dieser bewachten Radparkplätze wurde 2014 mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet und wird in der Hansestadt unter anderem bei Spielen des FC St. Pauli eingesetzt. Der Preis wird verliehen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS).

Von Evelyn ter Vehn und Andreas Tappert

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