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Verkehrsmittel Nummer 1: Leipzig wird zur Fahrrad-Boomtown

Verkehrsmittel Nummer 1: Leipzig wird zur Fahrrad-Boomtown

Das Fahrrad wird für die Leipziger immer wichtiger - auch fürs Radeln zur Arbeit oder zur Ausbildung. Dies geht aus der jüngsten Kommunalen Bürgerumfrage hervor.

In der Freizeit ist der Drahtesel inzwischen das Verkehrsmittel Nummer 1. Deshalb fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Leipzig, das Radwegenetz schneller auszubauen. Die Stadt will dafür jetzt auch um privates Kapital werben.

Für die Bürgerumfrage werden jedes Jahr rund 6000 Leipziger angeschrieben. Gaben 2010 noch 16 Prozent der Teilnehmer an, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, waren es 2012 bereits 23 Prozent. Der Anteil der Leipziger, die das Rad für Fahrten zur Ausbildung nutzen, stieg von 21 auf 28 Prozent. Für Einkaufsfahrten nehmen 13 Prozent das Rad - 2010 waren es noch 10 Prozent.

Einen explosionsartigen Anstieg gibt es bei der Fahrradnutzung in der Freizeit. Hier wuchst der Nutzer-Anteil von 32 Prozent (2011) auf 42 Prozent (2012). "Auch bundesweit steigen diese Zahlen - aber meist nur um zwei bis drei Prozent im Jahr", so Alexander John, Vorsitzender des ADFC Leipzig. "Zehn Prozent Zuwachs sind gewaltig." 20 Prozent gaben an, dass sie das Fahrrad täglich nutzen - auch das sind vier Prozent mehr als 2011. Konstant hoch ist die Zahl der Leipziger, die das Fahrrad mehrmals in der Woche (15 Prozent) beziehungsweise mehrmals im Montag (17 Prozent) nutzen.

Sogar überzeugte Nicht-Radler steigen zunehmend aufs Fahrrad um: Gaben 2011 noch 25 Prozent der Befragten an, "nie" mit dem Rad zu Fahren, so waren es 2012 noch 22 Prozent. Ähnlich ist es bei den Leipzigern, die sich "selten" auf einen Fahrradsattel schwangen: Auch diese Gruppe ging von 28 (2011) auf 27 Prozent (2012) zurück. ADFC-Vorsitzender John führt dies unter anderem darauf zurück, dass der Nahverkehr relativ teuer ist und viele wichtige Ziele gut mit dem Rad erreicht werden können. Die Parkplatzprobleme am Cospudener See würden viele Autofahrer animieren, umzusteigen. "Radfahrer können den See über den Elster-Radweg erreichen - eine deutlich bessere Verbindung."

In der Umfrage wird auch der Ruf nach Verbesserungen in der Infrastruktur laut. 30 Prozent finden, dass zu wenig für den Radverkehr getan wird. Nur 15 Prozent gaben an, mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren - nur ein Prozent mehr als 2010. Verantwortlich dafür sei die Barrierewirkung des Promenadenringes, heißt es im ADFC. Benötigt würden insbesondere ein Fahrradstraßenring um die City, mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und mehr Querungen über den Ring.

Im zuständigen Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt wird auf begrenzten Haushaltsmittel verwiesen. Größere Projekte könnten nur schrittweise umgesetzt werden - aber diese Schritte würden auch unternommen, heißt es. "Die Innstadt ist mit dem Fahrrad durchfahrbar und vom geforderten Fahrradstraßenring gibt es die ersten Abschnitte", sagt Amtsleiterin Edeltraut Höfer. Ähnlich sei es beim Aufbau neuer Parkplätze. "Wir stellen jedes Jahr zusätzliche Fahrradbügel auf", so die Behördenchefin.

Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, will die Stadtverwaltung auch privates Kapital mobilisieren. "Wenn Geschäftsinhaber und Hauseigentümer weitere Bügel finanzieren möchten, sollten sie auf uns zukommen", so Höfer. "Wir prüfen, ob die Bügel aufgestellt werden können, und übernehmen dann die Wartung."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2013

Tappert, Andreas

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