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Lokales Versuchter Totschlag in der Eisenbahnstraße: Ankläger will siebeneinhalb Jahre Haft
Leipzig Lokales Versuchter Totschlag in der Eisenbahnstraße: Ankläger will siebeneinhalb Jahre Haft
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00:29 16.11.2015
Das Landgericht Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Weil er seinem Kontrahenten ein Fleischermesser in den Bauch gerammt hat, forderte die Staatsanwaltschaft am Freitag siebeneinhalb Jahre Haft für einen 27-jährigen Angeklagten. Mit „äußerster Wucht“ habe der Tunesier Moatez C. am 18. Dezember 2014 zugestochen und sich daher des versuchten Totschlags schuldig gemacht, sagte Staatsanwalt Torsten Naumann vor dem Landgericht Leipzig. Damaliger Tatort: ein Lebensmittelladen an der Eisenbahnstraße. Vorangegangen war ein heftiger Streit des Beschuldigten mit seinem Landsmann Fatih A. (24). „Der Hintergrund der Tat bleibt aber offen“, meinte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.

Während des Prozesses, der wie berichtet bereits am 24. September begonnen hatte, war mehrfach erörtert worden, dass Täter und Opfer schon geraume Zeit nicht gut aufeinander zu sprechen waren. Nach Darstellung des Angeklagten soll Fatih A. immer wieder seine Landsleute erpresst, ihnen Geld abgenommen haben. Offenbar hatte er sich auch beim späteren Beschuldigten widerrechtlich in der Geldbörse und beim Tablet-PC bedient.

Staatsanwalt Naumann erwähnte, dass möglicherweise auch Beziehungen im Drogenmilieu zu einem Konflikt geführt haben könnten. Außerdem könnte noch eine junge Frau, eine 16-jährige Tunesierin, eine Rolle gespielt haben. Sie war mit beiden Männern gut bekannt. Mit Fatih A. war sie etwa zwei Jahre liiert, zum Zeitpunkt des Messer-Übergriffs jedoch getrennt. Sie hatte ihn sogar wegen Vergewaltigung angezeigt. Das Ermittlungsverfahren war aber eingestellt worden.

Eine Tat ihres Mandanten aus Eifersucht schloss Verteidigerin Annette Clement-Sternberger allerdings aus. Mit Moatez C. sei die junge Frau, die kurz vor den Plädoyers am Freitag als Zeugin gehört wurden, rein freundschaftlich verbunden. Die 16-Jährige hatte den Angeklagten als „vernünftigen, anständigen Menschen“ beschrieben, der sich eher zurückziehe. Er sei „kein Leitwolf für eine Gruppierung in der Eisenbahnstraße“, fasste Clement-Sternberger Zeugenaussagen zusammen. Ihr Mandant sei davon ausgegangen, dass er in dem Laden von dem Jüngeren angegriffen werde, habe sich in die Ecke gedrängt gefühlt. „Hat er aus Angst eine Notwehrsituation angenommen?“ Diese Frage müsse sich das Gericht bei der Urteilsfindung stellen, so die Anwältin. Sie beantragte eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Haft – auf Bewährung.

Nach dem erlittenen Messerstich im Dezember 2014 schwebte der Geschädigte – nunmehr auch Nebenkläger im Prozess – in Lebensgefahr und lag sechs Wochen im Krankenhaus. Sein Anwalt Andreas Schmiedel monierte, dass der Angeklagte weder „ernsthafte Reue“ gezeigt noch einen Täter-Opfer-Ausgleich angestrebt habe. Schmiedel schloss sich dem Antrag des Staatsanwaltes an. Urteil: 19. November.

Von Sabine Kreuz

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