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Lokales Verwaltung senkt den Daumen: Keine Straße für Frau Krause in Leipzig
Leipzig Lokales Verwaltung senkt den Daumen: Keine Straße für Frau Krause in Leipzig
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13:36 30.11.2015
Blick in die Simildenstraße.  Quelle: Kempner
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Leipzig

 Die frühere Connewitzer Wirtin Hannelore Krause hat ihre Spuren im Stadtteil hinterlassen. Seit Jahren ist die nach ihr benannte Szene-Kneipe „Frau Krause“ Epizentrum des sozialen Lebens im Süden der Messestadt. Eine eigene Straße wird Hannelore Krause aber wohl nicht bekommen – trotz aktueller Initiative von Anwohnern. Die Leipziger Stadtverwaltung hat einer entsprechenden Petition von Thomas „Kuno“ Kumbernuß (Die Partei) nun eine Absage erteilt. Zwar hat der Stadtrat auch noch das Wort, eine Mehrheit im Plenum gilt aber als unwahrscheinlich.

Satire-Politiker Kumbernuß wollte einen Teil der zweigliedrigen Similenstraße in „Frau Krause ihre Straße“ umbenennen lassen. Die Ablehnung der Petition aus dem Neuen Rathaus ist erstaunlich umfangreich und zeigt sich dabei auch überaus vielschichtig. Neben einem historischen Exkurs zur Entstehung der Simildenstraße und ordnungspolitischen Ausführungen zur Änderung von Hausnummern bewertet das Dezernat von Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning (SPD) unter auch das Wirken von Hannelore Krause. Und kommt zum Schluss: Eine Straßenbenennung wäre nicht angemessen.

Verdienste um die Gastwirtschaft reichen nicht

Denn laut Kommune ist diese Würdigung als ideelle Auszeichnung zu verstehen. Das Wirken der Wirtin bis 1999 in ihrer damaligen Gaststätte Marienburg sei allerdings nicht ausreichend. „Es sei unbestritten, dass Frau Krause ihren Gästen einfühlsam, warmherzig und trostspendend begegnete, jedoch liegt es gerade in der Natur des Gastwirtberufs, dass dem Wirt bzw. der Wirtin das Wohlergehen der Gäste besonders am Herzen liegt“, heißt es im Text zur Ablehnung.

Krauses berufliches Wirken sei durchaus ein Verdienst um die eigene Gastwirtschaft, Verdienste um das Gemeinwohl konnten aber nicht nachgewiesen werden. Mit Blick auf Similde Gerhard, die „über lange Jahre soziale Einrichtungen wie Kinderbewahranstalten und die Kriegsverwundetenfürsorge in der Stadt Leipzig unterstützte“, sei die Arbeit von Hannelore Krause weniger bedeutend, komme eine Umbenennung der bestehenden Simildenstraße nicht in Frage.

Auch seien Straßenbenennungen in der Messestadt ausschließlich postume Ehrungen, heißt es weiter aus dem Neuen Rathaus. „Frau Hannelore Krause genießt allerdings, noch heute in Connewitz lebend, dort ihren verdienten Ruhestand, so dass eine Benennung zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin nicht erwogen werden kann“, so die Stadtverwaltung. Und nicht zuletzt stößt auch der von Kumbernuß vorgeschlagene Name „Frau Krause ihre Straße“ auf Ablehnung. Er sei zwar originell, aber grammatikalisch fehlerhaft.

Korrekte Formen wären Hannelore-Krause-Straße oder Krausestraße, so die Stadtverwaltung. Ob diese allerdings bei der Abstimmung am 16. Dezember bei den Mitgliedern der Ratsversammlung Gehör finden, ist angesichts der Zusammensetzung des Stadtrats zumindest nicht wahrscheinlich.

Von Matthias Puppe

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