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Verwaltungsgericht verhandelt über Leuchtwerbung "Mein Leipzig lob' ich mir..."

Verwaltungsgericht verhandelt über Leuchtwerbung "Mein Leipzig lob' ich mir..."

Wenig Erhellendes hat eine Gerichtsverhandlung über die Leuchtreklame mit dem Goethezitat "Mein Leipzig lob' ich mir ..." am Dienstag gebracht. Ein Sachverständiger schloss gesundheitliche Schäden bei Nachbarn aus, falls die Neonwerbung wieder am Brühl angebracht wird.

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Ob die vier Meter hohe Neonreklame "Mein Leipzig lob' ich mir ..." bald wieder am Brühl leuchten darf, darüber hat jetzt das Verwaltungsgericht verhandelt.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Hotelgäste könnten sich aber gestört fühlen.

Bettina Dick, die Präsidentin des Leipziger Verwaltungsgerichts, hat den Streitfall um die bekannteste Leuchtreklame der Stadt als Vorsitzende Richterin übernommen. "Professor Dipl.-Ing." sprach sie mehrfach den vollen Titel des sachverständigen Zeugen Andreas Schulz aus. Der 53-Jährige lehrt an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, hatte 2010 mit seiner Bonner Firma das Lichtkonzept für die "Höfe am Brühl" erstellt. Im Auftrag des Betreibers des Einkaufszentrums wurden damals auch Messungen im benachbarten Marriott-Hotel durchgeführt, berichtete Schulz nun.

Und zwar in den Mansardzimmern im siebenten Stock des Hotels. Sie liegen dem potenziellen Standort der Leuchtwerbung in 16 Metern Entfernung frontal gegenüber. "Wir haben das Worst-Case-Szenario betrachtet, das heißt, alles was woanders liegt, wäre viel besser", erläuterte der Professor. Für die Messungen wurden baugleiche Neonröhren (wie bei der historischen Leipzig-Werbung) auf Bleche montiert und dann am vorgesehenen Standort eingeschaltet. "Es gäbe keine Schlafstörungen oder sonstige gesundheitliche Beeinträchtigungen", fasste Schulz das Ergebnis zusammen. Die von der Stadt Leipzig in ihrer Baugenehmigung festgelegten Beleuchtungsstärke-Höchstwerte (15 Lux von 6 bis 22 Uhr, 5 Lux in der Nacht) entsprächen "eher einem milden Glimmen als einer starken Beleuchtung. Für eine Innenstadt ist das ein ganz geringer Wert."

Damit sei aber nicht gesagt, dass sich nicht doch einzelne Hotel-Gäste an dem Lichtschein stören könnten. "Mancher Schlafsuchender fühlt sich ja schon vom Ticken einer Uhr in der Zimmerecke genervt." Zudem stellte der Experte fest, dass zumindest der Nachtwert von 5 Lux mit der historischen Leipzig-Werbung gar nicht erreichbar sei. Selbst wenn die bei der Firma Caralux in Neukieritzsch eingelagerte, 100 Meter breite Anlage perfekt rekonstruiert und technisch modernisiert würde, strahle sie bei maximaler Dimmung noch immer 10 Lux ab. Da sie farbige Röhren enthält, liege die Wirkung für den Betrachter zudem doppelt so hoch - also bei 20 Lux. Zum Beispiel empfänden Menschen ein leuchtendes Rot als viel aufdringlicher als gleichstarke Lichtquellen in anderen Farben.

Für Licht-Laien klangen die Aussagen des Sachverständigen zum Teil widersprüchlich. So meinte er auch, die Lux-Stärke sei eigentlich ungeeignet zur Beurteilung dieses Problemfalls. Wie berichtet, hatte die Stadt Leipzig als Beklagte schon im Vorfeld des Prozesses angeboten, die Leuchtwerbung von 22 bis 6 Uhr ganz abzuschalten. Thomas Reinhardt, Direktor des Marriott-Hotels, welches den Rechtsstreit anstrengte, helfen solche Kompromiss-Angebote aber nicht wirklich weiter. "Im Winter ist es spätestens 18 Uhr dunkel", sagte er in einer Prozesspause. "Wer über 100 Euro für ein Zimmer zahlt, will dort nicht ständig beleuchtet werden. Dann geht er beim nächsten Aufenthalt lieber zur Konkurrenz."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2013

Jens Rometsch

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