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Lokales Verwirrspiel um neuen Schulstandort in Leipzig-Mitte - Goyastraße wieder im Rennen
Leipzig Lokales Verwirrspiel um neuen Schulstandort in Leipzig-Mitte - Goyastraße wieder im Rennen
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09:55 19.01.2010
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"Bis Jahresmitte soll feststehen, wo gebaut werden kann."

Wie berichtet, will die Stadt am Robert-Koch-Platz - zwischen Eitingonstraße, Goyastraße und Am Sportforum - zunächst eine Containerschule bauen, um die akuten Einschulungsprobleme von Grundschülern in den Griff zu bekommen. Weil einige Bewohner fürchten, dass aus diesem Provisorium eine Dauerlösung wird, schlugen sie vor einigen Tagen öffentlich Alarm und forderten eine solide Lösung. Als Standorte sei das Areal der ehemaligen Stadtreinigung und des angrenzenden Wertstoffhofes an der Goyastraße optimal, hieß es. Diese Fläche sei genügend groß und wegen der unmittelbaren Nähe zahlreicher Sporteinrichtungen bestens geeignet, um darauf eine Kombination aus sportorientierter Kita, Sport-Mittelschule und Sport-Gymnasium zu schaffen.

Im Schulverwaltungsamt hieß es am Montag, dass bereits versucht worden ist, diese Fläche als Interimsstandort für die Containerschule anzumieten. "Dazu gab es im Oktober vergangenen Jahres Gespräche mit dem Stadion-Betreiber Winfried Lonzen", berichtete Amtsleiter Bernd Bärtel. "Wir wollten einen Mietvertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren und einer Verlängerungsoption von zwei mal einem Jahr abschließen." Die Verlängerungsoption sei notwendig gewesen, um beim Fertigstellungstermin des vorzubereitenden Schulneubaus flexibel zu bleiben. "Diese Option entsprach aber nicht den Vorstellungen der Eigentümer", so Bärtel.

Nach LVZ-Recherchen hat sich das Rathaus auch schon bemüht, die Fläche an der Goyastraße zu kaufen. "Wir hatten vor Monaten dazu eine schriftliche Anfrage", bestätigte Bianca Krippendorf von der Geschäftsführung des Zentralstadions. "Man wollte wissen, ob wir uns vorstellen können, das Grundstück zu verkaufen." Sie habe daraufhin schriftlich geantwortet, dass "grundsätzlich alles vorstellbar" sei.

"Die Fläche ist riesig - vor allem, wenn man noch den Wertstoffhof in der Nachbarschaft dazurechnet", erklärte sie. Dort könnte ein neuer Schulkomplex entstehen und trotzdem weiterhin eine Teilfläche als Stellplatz für Stadionbesucher genutzt werden. "Das habe ich auch so in meinem Antwortschreiben mitgeteilt", berichtete die Managerin. "Aber es hat keine Reaktion gegeben - wir sind nie an einem Tisch zusammengekommen."

Das Rathaus hatte dagegen Bürgern des Waldstraßenviertels signalisiert, dass keine Bereitschaft des Eigentümers bestehe, das Gelände zur Verfügung zu stellen. So steht es auch in den Unterlagen für die Stadtratssitzung am Mittwoch. Darin werden 18 mögliche Standort für einen Bauplatz aufgelistet. Nur zwei Areale zeichnet die Stadt als geeignet aus. Bei Gelände Goyastraße erscheint der Verweis: "Keine Bereitschaft des Eigentümers". Die Abgeordneten im Neuen Rathaus wollen auf ihrer ersten Sitzung des Jahres über die Öffnung des Schulbezirkes Mitte und den Bau der Containerschule beratenl.

Auch der Chef des Schulverwaltungsamtes wurde am Montag von der grundsätzlichen Verkaufsbereitschaft der Eigentümer überrascht. Er selbst habe keine Kaufverhandlungen mit ihnen angebahnt, erklärte Bärtel. "Aber das werde ich jetzt tun", kündigte er an. Die Fläche an der Goyastraße werde nun gleichberechtigt in die Suche nach dem besten neuen Schulstandort im Waldstraßenviertel einbezogen.

Andreas Tappert/Matthias Roth

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