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Verzweifelte Suche nach Kita-Platz: Dutzende Eltern stehen in Leipzig stundenlang Schlange

Verzweifelte Suche nach Kita-Platz: Dutzende Eltern stehen in Leipzig stundenlang Schlange

Am Dienstag bot sich in der Mittagszeit in Leipzig-Connewitz ein ungewöhnlicher Anblick. Eine Gruppe von mehr als 50 Erwachsenen mit ebenso vielen Säuglingen und Kleinkindern versammelte sich vor der Kindertagesstätte Känguru in der Richard-Lehmann-Straße, nur um sich auf eine Warteliste für einen Platz in der Einrichtung einzutragen.

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Schlangestehen für einen Kita-Platz: In Leipzig-Connewitz warteten am Dienstag Eltern teilweise stundenlang, um sich auf einer Warteliste eintragen zu können.

Quelle: Amélie Middelberg

Leipzig. Viele der anwesenden Mütter sind verzweifelt und wollen versuchen, das System der Platzvergabe durch die Stadt zu umgehen.

Die junge Mutter Anja Greulich ist eine von ihnen: „Das ist eine Farce. In der DDR standen wir für Bananen Schlange, heute wegen Kita-Plätzen.“ Die Reudnitzerin schaue sich aus reiner Verzweiflung schon im Süden der Stadt nach einem Betreuungsangebot für ihren fünf Monate alten Sohn Arvid um. „Es ist unverschämt, die Leute mit Säuglingen hier anstehen zu lassen, um sich in eine Liste einschreiben zu können, um vielleicht einen Kita-Platz zu bekommen“, schimpft sie.

Stundenlanges Warten für einen Wartelisten-Platz

Die Kindertagesstätte Känguru in der Richard-Lehmann-Straße 30A wird unter der freien Trägerschaft des Vereins Inklusion durch Förderung und Betreuung betrieben und bietet insgesamt 231 Plätze. 30 Erzieherinnen betreuen behinderte und nicht behinderte Kindern in 14 gemischten Gruppen. Jedes Jahr werde eine Warteliste für Betreuungsplätze im eigenen Haus erstellt, sagte eine Mitarbeiterin gegenüber LVZ-Online. Wenn sich eine Kita unter freier Trägerschaft befindet, kann sie selbst entscheiden, wie und unter welchen Kriterien sie ihre Plätze vergibt. Etwas über 60 solcher Einrichtungen gibt es in Leipzig.

Mit Klappstühlen und Decken ausgerüstet saßen einige Eltern und Großeltern bereits seit 9 Uhr vor der Kita. Um 14 Uhr begann die Einschreibung in die Liste. Auch eine schwangere Frau reihte sich ein. Sie wolle nach der Geburt ihres Kindes schnell wieder ins Berufsleben einsteigen und sich frühzeitig einen Krippenplatz sichern, sagte sie.

Eine weitere Mutter sucht bereits seit drei Monaten einen Kita-Platz im Leipziger Süden. „Das Jugendamt sagte mir nur, wenn ich bis Februar nächsten Jahres keinen Platz gefunden habe, kann ich mich nochmal an sie wenden“. Dabei will sie bereits im Oktober wieder arbeiten, kann ihren dreijährigen Sohn aber nicht mehr wie gehabt bei einer Tagesmutter unterbringen. Das Online-Elternportal der Stadt, über das Betreuungsplätze zentral über das Internet vergeben werden, findet sie intransparent und hofft, so auf einem anderen Weg an einen Platz zu kommen.

Demonstration für mehr Kita-Plätze im Juli vor dem Rathaus:

Seit April werden freie Kita-Plätze in städtischen Kindertageseinrichtungen Leipzigs durch die Abteilung Kindertagesstätten und Freizeiteinrichtungen im Jugendamt vergeben. Städtische Kitas dürfen Plätze folglich nicht mehr selbst verteilen. Einer großen Nachfrage steht in Leipzig ein weit geringeres Angebot gegenüber. Sind die Eltern berufstätig oder in der Ausbildung erhalten ihre Kinder unter drei Jahren bevorzugt einen Platz. Kinder über diesem Alter haben generell einen Rechtsanspruch auf einen Platz im Kindergarten.

Viele der Eltern, die am Dienstag Schlage standen, sind weiterhin pessimistisch. Manch einer nahm die Situation jedoch mit Humor. Nachdem er nach erfolgreicher Unterzeichnung der Warteliste wieder aus der Kindertagesstätte trat, bemerkte ein Großvater lachend: „In solch einer Schlange habe ich das letzte Mal gestanden, als es in der DDR hieß, es gebe neue Winterreifen für den Trabant".

Amélie Middelberg

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