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Lokales Video: So funktioniert die erste Milchtankstelle in Leipzig
Leipzig Lokales Video: So funktioniert die erste Milchtankstelle in Leipzig
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09:17 07.11.2015
Endlich fertig: Ab Sonnabend zeigen Hans-Uwe Heilmann (v.r.) und Thomas Rößner von der Genossenschaft Agrarprodukte Kitzen, wie Frisches aus dem Euter in Leipzig-Großzschocher gezapft werden kann. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Am heutigen Sonnabend, 10 Uhr, eröffnet die Genossenschaft Agrarprodukte Kitzen die Zapfsäule des ersten Milchautomatens in der Stadt Leipzig. Der Veranstalter rechnet mit bis zu 300 Gästen in der Raiffeisenstraße 51. Die Genossenschaftsmitglieder erklären, wie der Automat bedient wird. Auch Kesselfleischsuppe wird es geben.

So funktioniert Leipzigs erste Milchtankstelle

Frische Milch einfach selbst zapfen: Heute ist Leipzigs erste Milchtankstelle in Betrieb gegangen. http://bit.ly/20z9MZa

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Samstag, 7. November 2015

Täglich wird die Milchtankstelle in Großzschocher durchgängig öffnen. Normalerweise kostet die leere Glasflasche beim Milchautomaten 50 Cent, der Liter Milch einen Euro. Für jeden weiteren wird ein Euro fällig. Der Zapfvorgang kann auch frühzeitig abgebrochen werden, insofern das mitgebrachte Gefäß keinen ganzen Liter fasst. Dann gibt der Automat das Wechselgeld zurück. Wer mehr zapfen möchte, muss zwischendurch immer wieder den Knopf betätigen, damit der Vorgang nach einem ausgeschenkten Liter nicht unterbrochen wird.

Der Fettgehalt der Automatenmilch variiert von 3,6 bis 4 Prozent. Das Getränk kommt direkt von 430 Kühen aus dem benachbarten Stall. Nur für den Verkauf wird sie gekühlt. „Ich selbst habe mit dieser Rohmilch keine Verdauungsprobleme“, so der Genossenschaftsvorsitzende Hans-Uwe Heilmann. Aber Menschen, denen diese hohe Konzentration nicht so gut bekommt, rät Heilmann, die Milch vor dem Verzehr auf 60 bis 70 Grad zu erhitzen.

Keime haben keine Chance

Jeden Abend wird der Automat gereinigt, damit sich über Nacht keine Keime bilden. Das Verbindungsrohr bis zur Flasche, die sich nicht im Kühlbereich befinden, wird sogar nach jedem Durchlauf automatisch gereinigt, denn man wisse nicht, so Heilmann, ob in fünf Minuten oder erst einige Stunden später ein neuer Zapfvorgang erfolge.

Da im März die Milchquote abgeschafft wurde und nun jeder Landwirt selbst entscheiden darf, wie viel er herstellt, beschloss die Genossenschaft Agrarprodukte, in Kitzen und Großzschocher ihre ersten Milchautomaten aufzustellen. Mittlerweile produziert der Betrieb täglich 22.000 bis 24.000 Liter Milch, die nach wie vor weitere Standorte versorgen könnten.

„Wenn der Gesetzgeber es erlaubt, erweitern wir unser Automatennetz“, verspricht Heilmann. Vorgeschrieben ist momentan noch, dass ein Milchautomat in unmittelbarer Nähe zum Standort der Milchproduktion beheimatet sein muss, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Vorerst gibt es nur in Leipzig-Großzschocher und Kitzen Kuhställe der Genossenschaft.

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In Großzschocher steht seit Ende 2015 ein Milchautomat der Agrarprodukte Kitzen e.G. 

200 Liter werden in Kitzen täglich gezapft 

Die Erfahrung zeige aber bisher auch, dass die Menschen das Angebot des Kitzener Milchautomatens eifrig annehmen. Zur Überraschung der Inhaber werden bis zu 200 frische Liter täglich gezapft. Ziel sei, den Menschen zu zeigen, wie moderne Landwirtschaft funktioniert, dass es einen Weg zwischen unkontrollierter Massentierhaltung und illusionärem Bauernidyll gibt. Die Überschüsse, die während des Tages nicht aufgebraucht wurden, wird die Genossenschaft am Abend an die Kälber verfüttern.

Auch tagsüber hat die Genossenschaft alles im Blick: Die Überwachung des Milchäuschens erfolgt durch Kameras. Im Stall sehen die Mitarbeiter durch Videoübertragung auf den Bildschirme, wie die Lage vor dem Automaten ist. So kann bei Zapf- oder Wecheslgeldschwierigkeiten umgehend geholfen werden. Ist der Milchtank leer, so reicht auch eine SMS an die Leute im Kuhstall, damit der Milchvorrat schnell wieder aufgefüllt wird.

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