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Lokales "Videoüberwachung" - Trickreiche Friseurin geht in Leipzig erfolgreich gegen Hundekot vor
Leipzig Lokales "Videoüberwachung" - Trickreiche Friseurin geht in Leipzig erfolgreich gegen Hundekot vor
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10:04 27.07.2012
Christine Gerwien hat sich gegen Hundekot einen Trick ausgedacht. Auf dem Arm hält sie ihre Paddy. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Jetzt hat die findige Unternehmerin zu einem wirksamen Mittel gegriffen. An einem Baum gleichen neben der Eingangstür zum Geschäft in der Alfred-Kästner-Straße hat sie ein Schild aufgehängt: „Zweck’s Hundekot – Videoüberwachung“ steht darauf. Dazwischen ist das Logo einer Kamera zu sehen.

Mit Erfolg: „90 Prozent der Hundebesitzer räumen ihre Hinterlassenschaft jetzt weg oder gehen gleich weiter“, berichtet die Friseurin. Für den Rest hat sie einen Mülleimer aufgestellt und leert ihn regelmäßig. Der Cloue an der ganzen Sache: Eine Kamera hat Gerwien gar nicht installiert. Die Nachbarn wissen zwar Bescheid und belächeln sie. Bei Fremden zeigt der Trick die erwünschte Wirkung.

Anfangs hat die Geschäftsinhaberin noch auf das Verständnis der Passanten gehofft. „Kot aufsammeln“, schrieb sie auf eine Pappe und befestigte Plastebeutel daneben. „Die Tüten wurden gestohlen, die Hinterlassenschaften blieben liegen“, so Gerwien. Dabei geht sie selbst mit gutem Beispiel voran. Seit fünf Jahren lebt Malteserhündin Paddy bei ihr. „Klar ist es unangenehm den Kot aufzusammeln, ich mache es aber auch“, berichtet die Tierhalterin.

Dazu ist sie auch verpflichtet. Die Leipziger Polizeiverordnung schreibt dies vor. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 20 Euro. „Die Erfahrung zeigt, dass Hundehalter, die sich durch die Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes oder andere Passanten beobachtet fühlen, beseitigen überwiegend die Hinterlassenschaften ihrer Tiere“, teilte das Ordnungsamt auf Anfrage mit.

Video: Wohin mit dem Haustier im Urlaub?

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Die Aufklärungsquote bei den schwarzen Schafen indes ist gering. Gerade zwölf Halterverstöße registrierte die Behörde im vergangenen Jahr. Das bedeutet Einnahmen von 240 Euro.

Doch nicht nur Hundehalter müssen sich an die Vorschrift der Polizeiverordnung halten. Sie gilt in diesem Punkt für alle Tierhalter. So sind Betreiber von Kutschen dafür verantwortlich, dass keine Pferdeäpfel auf der Straße liegen bleiben. Seit 2006 muss für die Rückstände der Vierbeiner sogar ein spezieller Sack mitgeführt werden.

Gegen den Trick der Friseurin hat das Ordnungsamt nichts einzuwenden. Sollte sie aber tatsächlich eine Kamera anbringen, droht ihr Ärger. „Dem Grund nach ist das nicht erlaubt“, heißt es aus der Verwaltung. Ausnahmen genehmige in Einzelfällen aber der Sächsische Datenschutzbeauftragte.

Matthias Roth

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