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Lokales Viel Kritik nach erneuter Fahrpreis-Erhöhung bei Leipzigs Bussen und Bahnen
Leipzig Lokales Viel Kritik nach erneuter Fahrpreis-Erhöhung bei Leipzigs Bussen und Bahnen
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14:55 27.03.2018
Trubel an der Straßenbahn Haltestelle vor dem Hauptbahnhof in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die angekündigten Fahrpreiserhöhungen im Leipziger Öffentlichen Nahverkehr sind in der Messestadt erwartungsgemäß wieder auf viel Kritik gestoßen. Für Linken-Stadträtin Franziska Riekewald ist es ein Unding, dass vor allem bei Schülerkarten wieder mehr verlangt werde. „Man könnte meinen, der MDV hat vergessen, dass heutzutage kaum noch ein Schüler in Leipzig ab Klasse 5 zur Schule laufen kann. Für diese Tatsache werden jetzt die Eltern mit einer enormen Preissteigerung bestraft“, so Riekewald in einer Stellungnahme. Kinder und Jugendliche seien auf Bus und Bahn angewiesen, um mobil bleiben zu können. „Man kann nur hoffen, dass jetzt nicht wieder viele Eltern auf das gute alte Elterntaxi zurückgreifen. Das würde alle durch den Stadtrat beschlossenen Umweltziele konterkarieren“, sagte die Linkspolitikerin.

Laut Riekewald, die sowohl Aufsichtsrat bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) als auch beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) ist, sei die Entscheidung ohne ihre Zustimmung gefallen. Auch CDU-Stadtrat Ansbert Maciejewski, der zusammen mit Riekewald als einer von vier Leipziger Vertretern im MDV-Aufsichtsrat sitzt, hat nach eigenen Angaben gegen die Erhöhung gestimmt. Trotz Einnahmensteigerung beim MDV im vergangenen Jahr „wird von mir verlangt, einer Fahrpreiserhöhung zuzustimmen, die wie jedes Jahr wieder als alternativlos dargestellt und mit allgemeinen Kostensteigerungen begründet wird. Das ist mir immer noch viel zu dünn und deshalb habe ich auch diesmal nicht zugestimmt“, schrieb Maciejewski auf seinem Blog.

Der Unionspolitiker machte am Montag grundsätzlich fehlerhafte Verkehrsstrukturen im Bundesland für die Misere steigender Tarife verantwortlich. „Warum es im kleinen Freistaat Sachsen mehrere Verkehrsverbünde geben muss, versteht kein Mensch. Die Politik muss endlich handeln. Verkehrspolitische Kleinstaaterei, die am Ende der Kunde bezahlen muss, ist weder akzeptabel noch zukunftsfähig“, so Maciejewski weiter.

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„Straßenbahnfahren wird zum Luxus“

Viele Leser auf LVZ.de reagierten am Montag zwar nicht überrascht, aber resigniert angesichts der kommenden zusätzlichen Belastungen. Sandra L. schrieb auf Facebook, sie empfinde Straßenbahnfahren inzwischen als Luxus – denn die Gehälter bleiben gleich, während Ticketpreise immer weiter stiegen. Detlef M. meinte: „Manche kriegen den Hals eben nicht voll. Schon jetzt ist eine Fahrt so teuer wie noch vor wenigen Jahren ein Taxi“. Und Sylvia H. entgegnete: „wenn man noch dazu weiß was ein Straßenbahnfahrer und seine Kollegen so verdienen, finde ich es ehrlich gesagt erbärmlich.“ Andere Leser zeigten allerdings auch Verständnis für das neue Preismodell von LVB und MDV: „Also ich finde 60 Euro für meine Abo Card im Monat nicht übertrieben“, schrieb Mario M.

Wie der MDV am Montag mitteilte, soll der Preis für einen Einzelfahrschein von aktuell 2,60 auf 2,70 Euro steigen. Der Preis der übertragbaren Monatskarte erhöht sich von 75,80 auf 78,90 Euro, der Abo-Monatskarte (Basis) von 56,90 auf 59,90 Euro, der Schülerkarte von 139 auf 146 Euro, der Seniorenmonatskarte von 61,50 auf 64,50 Euro. Der Grundpreis für die Abo-Flex-Karte soll um zwei Euro auf dann 6,90 Euro steigen, in Kombination mit ihr verbilligt sich dann allerdings der Einzelfahrschein auf 1,30 Euro, das Kurzstreckenticket auf 90 Cent. Damit sparen Kunden in Zukunft mindestens 50 Prozent pro Ticket und damit mehr als bisher, so der MDV.

Matthias Puppe

Hinweis: In einer früheren Version des Textes hieß es, es gibt vier Aufsichtsratsmitglieder beim MDV. Das ist unkorrekt. Es sind vier Aufsichtsratsmitglieder der Stadt Leipzig beim MDV. Dazu gehören Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos), Ansbert Maciejewski (CDU), Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) und Frankziska Riekewald (Linke). Wir haben die Angaben im Artikel geändert.

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