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Lokales Viele Baustellen für die Baubürgermeisterin: Hier klemmt es bei großen Vorhaben in Leipzig
Leipzig Lokales Viele Baustellen für die Baubürgermeisterin: Hier klemmt es bei großen Vorhaben in Leipzig
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23:59 02.07.2014

"Im Frankfurter Westhafen begann die Ideenfindung Ende der Achtzigerjahre, jetzt ist er kurz vor der Fertigstellung."

Dennoch hätten es viele Einwohner und erst recht die Investoren in Leipzig mancherorts gern etwas schneller. Hinter vorgehaltener Hand wird immer öfter von Reibereien zwischen Liegenschaftsamt, Rechtsamt und dem Baudezernat erzählt. Ja nicht mal innerhalb des Baudezernats seien sich Stadtplaner und Amt für Bauordnung und Denkmalpflege grün. Das alles lähme etliche Projekte.

Dubrau will solche pauschalen Vorwürfe nicht stehen lassen. "Wenn sich eine Stadt gesund entwickeln soll, darf man gar nicht zulassen, dass alles gleichzeitig gemacht wird." Zum Beispiel sei sie durchaus froh darüber, dass die Eigentümer der riesigen Brache westlich des Hauptbahnhofs jetzt erst mal von ihren Plänen ablassen, gleich neben den Gleisanlagen ein neues Stadtviertel aus dem Boden zu stampfen. "Dort müssen erst noch eine neue Straße und Brücke gebaut werden, wofür die Stadt derzeit kein Geld hat. Das Gelände ist extrem schwierig zu entwickeln. Wahrscheinlich ist der Markt dafür erst in etwa zehn Jahren reif."

Schon Dubraus Vorgänger hatten davor gewarnt, die letzten verfügbaren Flächen in der Innenstadt auf einen Schlag zuzubauen. Häuser sollen schließlich viele Jahrzehnte überdauern. "Als x-tes Hotel ist mir der Hochhaus-Standort am Goerdelerring zu schade", erklärt die 58-Jährige. Gleiches gelte für den Matthäikirchhof. Solche Filetflächen sollte eine Stadt für besondere Vorhaben aufheben oder für den Fall, dass ein Großkonzern seinen Sitz nach Leipzig verlegen will. Eine 0-8-15-Investoren-Architektur komme ihr dort jedenfalls nicht hin.

Anders verhalte es sich mit Dauerbrennern wie dem Hotel Astoria oder dem Burgplatzloch. Auch wenn das Rathaus seit längerer Zeit erheblichen Druck auf den Loch-Besitzer Amec ausübt, den Missstand zu beseitigen, hänge doch sehr viel vom Willen oder Unwillen des privaten Grundstückseigentümers ab.

Am Lindenauer Hafen, wo die Kommune selbst ein neues Viertel für 400 Einwohner entwickelt, sei das Problem die ungewöhnliche Lage, so Karsten Gerkens vom Amt für Stadterneuerung: "Das ist bei allen neuen Stadtentwicklungsgebieten das Gleiche - keiner will der Erste sein. Sobald einer baut, platzt der Knoten und alle machen mit."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2014

Jens Rometsch

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