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Lokales Vier Leipziger errichten in Alt-Lindenau 27 Eigentumswohnungen im Loftstil
Leipzig Lokales Vier Leipziger errichten in Alt-Lindenau 27 Eigentumswohnungen im Loftstil
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00:29 24.03.2018
Pfeiler und Deckenstreben sollen nicht nur an Fabrikhallen erinnern, sondern später auch ein eventuelles Aufteilen der Räume erleichtern. Quelle: Fotos: ecobau
Leipzig

Vier Leipziger nehmen zwölf Millionen Euro in die Hand. Das klingt mutig - ist es auch. Und dennoch bei Weitem nicht leichtsinnig. Mit dem Geld sollen nämlich in Leipzig Alt-Lindenau 27 neue Eigentumswohnungen entstehen.

„Im Loftstil“, sagt Peter Nägele. Der 46-jährige Diplom-Ingenieur für Architektur, Geschäftsführer der Leipziger Firma Ecobau, sein Chef-Kollege Michael Vlcek (42) sowie Sara Fiedler (35) und Marc Thielmann (36) - beide ebenfalls Diplom-Ingenieure für Architektur - haben die Sache in die Hand genommen. „Alle steuerten ihren Anteil dazu bei, was demnächst in der Leipziger Uhlandstraße gebaut wird“, erklärt die junge Mitarbeiterin. Dabei kommt sie rasch ins Schwärmen. „Momentan ist dort zwar noch Brachland, aber unser Vorhaben wird klasse - mit viel Grün und sehr modern.“

Ein sechsgeschossiges Quartier mit Backstein verklinkerter Fassade und viel Grün im Innenhof soll in der Uhlandstraße entstehen. Quelle: ecobau

Tatsächlich zeigen die per Computersimulation angefertigten Fotos ein großzügig angelegtes, sechsgeschossiges Quartier mit viel Grün im Innenhof. Die mit Backsteinen verklinkerte Fassade erinnert an industrielle Gebäude, die für Leipzig typisch sind. Wie eine „alte Fabrikhalle, könnte man meinen“, betont Nägele.

Allerdings sind die im Schnitt 120 bis 140 Quadratmeter großen Wohnungen nicht ganz preiswert. „Zwischen 3250 und 3500 Euro pro Quadratmeter kosten sie schon“, meint der gebürtige Mannheimer, der seit 2003 in Leipzig lebt. Einige Experten hätten allerdings gemeint, „dass wir durchaus noch günstig sind“.

Das ist allerdings wie immer relativ. Laut Immobilienverband IVD war im vergangenen Jahr in Leipzig im Schnitt eine Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert für knapp 3000 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Verglichen mit Berlin (3700 Euro), Hamburg (3850), Stuttgart (4400) oder gar München (6500) ist das Ecobau-Objekt tatsächlich günstig. Hinzu kommt die in Leipzig wachsende Nachfrage, die natürlich auch die Preise weiter hochtreibt.

„Unser Wachstum ist ungebrochen“, schätzt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ein. „Seit 2005 ist die Einwohnerzahl um etwa 20 Prozent gestiegen.“ Bei gleichbleibender Entwicklung würden 2030 in der Stadt mehr als 700 000 Menschen leben.

Diese Brache in der Uhlandstraße soll ab dem Frühjahr bebaut werden. Quelle: ecobau

Die Immobilien-Fachleute der Firma Aengevelt zeichnen ein ähnliches Bild. Noch zur Jahrtausendwende seien in Leipzig 22 Prozent aller Wohnungen ungenutzt gewesen - insgesamt fast 70 000. Inzwischen sei die Leerstandsquote auf unter sechs Prozent geschrumpft, wobei einige aufgrund ihres Zustandes wohl nahezu unzumutbar sind. Der Bedarf an neuen Wohnungen beläuft sich laut Aengevelt bis zum Jahr 2030 in Leipzig auf 33 300.

Aber nicht nur die anziehende Nachfrage nach Unterkünften stimmt die vier Ecobauer optimistisch. „Wir punkten natürlich auch mit hoher Qualität - außen wie innen“, erklärt Nägele. Die Erdgeschosswohnungen „werden mit einem eigenen Garten ausgestattet sein“, fügt Fiedler hinzu. Im Innenhof - umgeben von bereits sanierten Wohnungen in der Georg-Schwarz-, Flemming- und William-Zipperer-Straße - wertet eine 600 Quadratmeter große Grünfläche den Standort auf. „Jede Wohnung bekommt einen Balkon, in der obersten Etage sind es Dachterrassen“, erzählt Fiedler. Tiefgaragen sind ebenso eingeplant für die beiden neuen Gebäude, die die derzeitige Baulücke in der Uhlandstraße schließen sollen.

Die Wohnungen selbst wirken luftig. Sie sollen Raum geben für Familien mit Kindern - heißt es bei Ecobau. „Wir haben ein architektonisches Konzept entwickelt“, erklärt Nägele, „das sehr flexibles Leben ermöglicht.“ Die Pfeiler und Deckenstreben erinnerten nicht nur an Fabrikhallen, sie „gestatten es den künftigen Bewohnen zugleich, einen ganz individuellen Wohnungszuschnitt zu wählen.“

Gehören mehrere Kinder zum Haushalt, könnten kleinere, dafür zahlreichere Zimmer durch Einziehen von Trockenbau-Wänden geschaffen werden. „Und ist der Nachwuchs dann aus dem Haus, ist es ein Leichtes, die eine oder andere Trennwand wieder zu entfernen. So gewinnt mancher Raum an nahezu ungeahnter Größe“, betont Fiedler.

Obwohl die Wohnlage nicht zu den Top-Standorten Leipzigs gehört, „herrscht in dem Gebiet derzeit eine rege Bautätigkeit. Dadurch gewinnt es natürlich weiter an Wert“, betont Nägele. Zudem biete es kurze Wege zu wichtigen Einrichtungen. Der Lindenauer Markt mit guten Einkaufs- und Service-Möglichkeiten ist ebenso in Laufweite wie das Diakonissen-Krankenhaus. Auch mit dem Straßenbahn-Anschluss und dem Auenwald in der Nähe kann die Uhlandstraße punkten.

„Den Bauantrag haben wir längst in der Tasche“, ist der Unternehmer froh. Der Baustart für das Projekt soll bereits im Frühjahr sein. Dann wird aus der jetzigen Brachfläche, die in den 20er-Jahren von Steinsetzmeister Hellmuth Härtel für sein Straßen- und Tiefbauunternehmen genutzt wurde, nach dem Zweiten Weltkrieg der russischen Militärkommandantur diente und nach der Wende zeitweise Garagenhof war, ein sehens- und wohnenswertes Stück Leipzig.

Von Ulrich Langer

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