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Lokales Vier Riesenmasten für das Stadion der Hunderttausend
Leipzig Lokales Vier Riesenmasten für das Stadion der Hunderttausend
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00:18 25.05.2017
Vor 40 Jahren wurde die spektakuläre Flutlichtanlage des alten Zentralstadions eingeweiht. Ihre vier Masten waren 40 Meter hoch und die Lichtqualität brillant. Die Anlagen wurden für den Bau der neuen Red Bull Arena demontiert. Quelle: LVZ-Archiv/privat
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Leipzig

Sie prägte jahrzehntelang das Stadtbild und hat Geschichte geschrieben – doch heute erinnert sich kaum noch jemand an sie: Die Flutlichtanlage des alten Leipziger „Stadions der Hunderttausend“ wäre jetzt 40 Jahre alt geworden, wenn sie nicht für den Bau der heutigen Red-Bull-Arena hätte weichen müssen. Einige Bauleute dieser ersten „farbfernsehtauglichen Flutlichtanlage der DDR“ leben in Leipzig und erzählen heute spannende Geschichten.

Einer von ihnen ist Bernhard Schön aus dem Musikviertel. „1976 sprach mich Leipzigs Stadtbaudirektor Wolfgang Geißler an, ob ich nicht den Bau der neuen Flutlichtanlage koordinieren wolle“, erinnert sich der heute 81-Jährige. Denn das DDR-Staatssekretariat für Köperkultur und Sport hatte entschieden, dass für das Turn- und Sportfest 1977 eine deutlich leistungsstärkere Flutlichtanlage installiert wird. Die DDR wollte weltweit mit schönen bunten Bildern aus ihrem 100 000 Besucher fassenden Leipziger Stadion punkten. Statt der alten 750-Lux-Anlage musste deshalb eine neue, dem internationalen Standard entsprechende 2000-Lux-Anlage installiert werden.

Dafür wurden neben Schöns fünf Mann starkem Team aus Fachbauleitern auch mehrere Leipziger Betriebe mobilisiert. Das Metallleichtbaukombinat Leipzig (MLK) fertigte die vier rund 40 Meter hohen Stahlkonstruktionen der neuen Anlage, die Montage übernahm der dem MLK angeschlossene volkseigene Betrieb Industrieanlagen Leipzig (VEB IMO). Die Leuchten wurden aus der Schweiz von der Firma Lurgi bezogen, die Leuchtmittel aus Ungarn von Tungsram. Das Bau- und Montagekombinat Süd (BMK) setzte seinen Kombinatsbetrieb 1/Leipzig ein, um die Mastschaltstationen und die Betonfundamente der Masten zu errichten. „Die Fundamente entstanden mitten auf dem Damm, auf dem sich die Zuschauerränge befanden“, erzählt Schön. „Der Damm war nach dem Krieg aus dem Trümmerschutt errichtet worden, der aus der Innenstadt weggeschafft werden musste. Bei den Schachtarbeiten kamen Stahlhelme und Kartuschen zum Vorschein.“ Das alte Stadionrund umspannt noch heute die moderne Red-Bull-Arena.

Von Andreas Tappert

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