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Lokales Vierjähriger Iraker in Deutschland operiert - Yousif kann wieder mit Altersgefährten spielen
Leipzig Lokales Vierjähriger Iraker in Deutschland operiert - Yousif kann wieder mit Altersgefährten spielen
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01:00 11.04.2014
Yousif wird künftig zu Hause im Irak endlich ganz normal mit seinen Altersgefährten spielen und herumtollen können - ohne einen Bauchdeckenkatheter, der ihn fast sein ganzes junges Leben lang bislang behinderte. Quelle: Konstanze Wutschig

Er war auf einen Bauchdeckenkatheter angewiesen, konnte über normalem Weg kein Wasser lassen. Erst jetzt, seit ein paar Tagen, ist es dem irakischen Kind möglich.Erst jetzt, seit ein paar Tagen, ist es dem irakischen Kind möglich, woran ge­sunde Kinder und Erwachsene kaum einen Gedanken verschwenden. Amir Hamza, Urologie-Chefarzt im Klinikum St. Georg, hat daran eine große Aktie, wie Martin Schmalz von der Unternehmenskommunikation sagte.

Ermöglicht habe Yousifs Aufenthalt im Leipziger St. Georg der Verein IPPNW-Kinderhilfe Irak. "Er organisiert den Transport irakischer Kinder, die an seltenen Krankheiten leiden und deren Familien sich keine medizinische Versorgung vor Ort leisten können", so Schmalz. So sei auch Yousif nach Deutschland gekommen. Die Ärzte in seiner Heimatstadt Al-Nasria fanden keine medizinische Ursache für seinen Defekt, standen vor einem Rätsel. "Für die Familie, die im Irak auf engstem Raum und in ärmlichen Verhältnissen lebt, war diese Situation eine große Belastung", berichtet Schmalz. Als der Verein seinerzeit im Klinikum St. Georg anfragte, ob man hier dem Jungen helfen könne, hätten Urologie-Chef plus Geschäftsführerin Iris Minde umgehend zugesagt.

Dienstag voriger Woche kam der kleine Patient in Leipzig an. Nach einigen Voruntersuchungen wusste Hamza: "Er litt an einer seltenen Missbildung der Harnröhre. Sogenannte Harnröhrenklappen verhinderten, dass Yousif Wasser lassen konnte. Diese Klappen sind nur schwer zu diagnostizieren, hier braucht es viel Erfahrung." Es bedurfte dann einer zwanzigminütigen Operation, in der Hamza und sein Team die Klappen entfernten, nochmals kurz einen Blasenkatheter einlegten - der aber bereits vergangenen Freitag wieder ­erfolgreich entfernt werden konnte.

Für Hamza, selbst gebürtig im Irak, sei die Sache mit dem kleinen Landsmann auch so etwas wie eine Herzensangelegenheit gewesen. "Natürlich bin ich emotional tiefer involviert, weil der Junge aus meinem Heimatland kommt. Als Vater von zwei Kindern freue ich mich einfach, dass wir ihm ein großes Stück Lebensqualität zurückgeben konnten. Nun kann er wieder sorglos mit anderen Kindern spielen und später ganz normal die Schule besuchen, ohne Einschränkungen", so der Mediziner.

Gestern früh traten Yousif und seine Mutter die Heimreise an. "Ich bin den Ärzten unheimlich dankbar", freute sich Letztere. Für die Nachsorge im Irak hat Hamza die junge Frau ausführlich geschult und ein Protokoll für den behandelnden Arzt mitgegeben. "Für Notfälle habe ich außerdem meine Handynummer notiert, so kann die Familie jederzeit anrufen, wenn es Probleme gibt", sagt Hamza.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2014

Angelika Raulien

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