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Visite auf Leipzigs Schulbaustellen

Schulbau in Leipzig Visite auf Leipzigs Schulbaustellen

Es bleibt ein Kraftakt – Leipzig braucht neue Schulen und muss bestehende sanieren. Mit dem Bauprogramm geht es – trotz vieler Mängel und offener Wünsche – voran, sagt Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD). Gemeinsam mit Stadträten besuchte er sechs Schulbaustellen. Die LVZ war exklusiv dabei.

An der Oberschule Am Weißeplatz wurde der Altbau saniert und es entsteht ein Neubau.
 

Quelle: Armin Kühne

Leipzig. Noch sind die Türen auf den Schulfluren nicht drin. Direktor Ulrich Stein vom Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Möckern ist dennoch optimistisch, dass die Schüler das teilsanierte Haus nach den Sommerferien wieder in Beschlag nehmen können. Die Auslagerung in das Gebäude Diderotstraße inklusive täglichem Wandertag für Lehrer und Schüler ist dann zwar Geschichte, die „Dauerbaustelle Heisenberg“ allerdings noch nicht. Bei laufendem Betrieb werden bis in den Herbst hinein Dach und Fassade erneuert, auch ein Toilettenstrang ist noch nicht fertig. Deshalb werden zunächst Toilettencontainer aufgestellt. „Wahrscheinlich sind auch noch nicht alle Malerarbeiten fertig, die werden dann in den nächsten Ferien nachgeholt“, sagt Nicolas Tsapos, der Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung.

Gemeinsam mit Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) und den zuständigen Bauexperten führte Tsapos Stadträte aus dem Schulausschuss zu einigen Standorten rund ums „Abenteuer Schulbau“. Etliche konnten sich nicht vorstellen, dass alle Handwerker im Heisenberg fertig sind. „Wir sind aber zufrieden, dass die Belastungen für den Schulbetrieb seit November 2013 nun absehbar ein Ende haben“, sagt Schulrektor Stein. Zunächst war geplant, am Backsteinbau den Brandschutz nachzurüsten, Elektroleitungen zu erneuern, den Schwamm im Dach zu beseitigen, das Bauwerk trockenzulegen und abzudichten. Doch die Schäden im Bauwerk waren größer als zunächst vermutet. Durch eine Protestaktion haben die Schüler zudem die Sanierung ihrer „Ekeltoiletten“ erstritten, die zunächst gar nicht vorgesehen war. Insgesamt werden nun 7,24 Millionen investiert. Dennoch ist es eine Teilsanierung, verschiedene Leitungen – etwa die der Heizung – wurden nicht angefasst.

Modulbauten schaffen schnelleren Umbau

Großteils unberührt bleibt das Haupthaus der Paul-Robeson-Oberschule in der Jungmannstraße. Dafür erhält die Oberschule einen Erweiterungsbau in Systembauweise, den die stadteigene LESG in Regie hat. Die hat im März die Firma Goldbeck als Generalunternehmer beauftragt. „Das Obergeschoss können wir nach den Schulferien in Betrieb nehmen, den Rest wie die Schülermensa dann nach den Herbstferien“, erklärt Projektleiter Uwe Steudten von der LESG. Fünf der acht vorgesehenen zusätzlichen Unterrichtsräume stehen dann bereit. Für viele Stadträte ein Beispiel dafür, dass Modulbauten, die an weiteren drei Standorten entstehen, notwendige Erweiterungen von Unterrichtsräumen schneller möglich machen. Das Modul an der Jungmannstraße kostet 2,67 Millionen Euro. Ein Modell für weitere Stadtteile? „Durch die Geburten und Zuzüge sind wir im Rückstand, da muss jetzt richtig Druck rein. Das notwendige Geld ist vorhanden“, fordert CDU-Stadtrat Karsten Albrecht.

Bereits in den 1990er Jahren saniert wurde das ehemalige Gymnasium in der Uhlandstraße. Bis zu den Ferien diente es als Ausweichquartier für die Sprachheilschule „Käthe Kollwitz“, die künftig die sanierte „Riwa“ in der Karl-Vogel-Straße bevölkert. Der Standort Uhlandstraße bleibt nicht leer – hier werden die ersten Klassen der künftigen Oberschule Ratzelstraße unterrichtet. Die sind als Außenstelle der Schule am Adler angegliedert. Anders als viele andere Schulen ist das Gebäude Uhlandstraße größtenteils intakt – es wird für gut 40 000 Euro lediglich aufgehübscht. Fachkabinette sind vorhanden, ein Computerraum wird gerade eingerichtet. Ein Problem gilt es aber noch zu lösen: Es hapert an einem Technikraum, um den Gruppenunterricht gewährleisten zu können, wie Schulleiterin Ines Fiedler sagt.

Neue Aula am Weißeplatz

Eine Baustelle bleibt hingegen die 120. Grundschule in der Martin-Herrmann-Straße 1, die größtenteils bei laufendem Betrieb saniert wird. Die Brandschutzmaßnahmen sind abgeschlossen, in den Ferien sind die Toiletten dran, ab 2017 die energetische Sanierung. „Bei laufendem Betrieb lehne ich eine energetische Sanierung aber ab“, lässt Grundschulrektorin Kerstin Klockmann keinerlei Zweifel. Daher müsse es eine Teilauslagerung geben, über die intern bereits gesprochen wird. Vorgesehen ist eine Erweiterung des Speiseraums, da die 86 Plätze schon lange nicht mehr ausreichen. Ute Köhler-Siegl (SPD) regte zudem an, über einen Anbau in Modulbauweise nachzudenken, damit die Schule eine Aula und zusätzliche Räume bekommt. Schon jetzt müssen Räume für Unterricht und Hort doppelt genutzt werden. „Wir brauchen vor allem zusätzliche Räume, zum Beispiel um auch mit Kleingruppen arbeiten zu können. Etwa im Sinne der Inklusion“, so Klockmann.

Eine Aula, an der derzeit noch die Türen fehlen, kann künftig die Oberschule am Weißeplatz nutzen. Dafür haben Eltern gekämpft, obwohl eine zweizügige Bildungsstätte in Sachsen laut Gesetz darauf eigentlich keinen Anspruch hat. Der Andrang auf die Stötteritzer Schule ist aber groß – drei Parallelklassen werden nach Ende der Sanierungsmaßnahmen wohl zur Regel werden. „Die Aula ist toll geworden. Sie zu bauen, war eine richtige Entscheidung“, betont Schulbürgermeister Fabian, der sich dafür stark gemacht hat. Die Bauarbeiten am ersten Gebäude samt Erweiterungsbau sind auf der Zielgeraden, nun sind das zweite Haus und danach die Turnhalle dran. „Ein Problem sind in diesem Jahr die Fachkabinette – da müssen wir improvisieren“, so Schulleiterin Kerstin Berthold. Stadträtin Margitta Hollick (Linke) drängt darauf, dass hier eine Lösung gefunden wird,

Voran geht es – trotz Bauverzug und Mehrkosten – auch beim künftigen Gymnasium in der Gorkistraße. Raimund Krell, der Leiter des Amtes für Gebäudemanagement will dort im Oktober/spätestens November mit den Stadträten eine symbolische „Brückenparty“ feiern. Bis dahin soll der geschlossene, geschwungene Gang über den Friedhofsweg montiert sein, der die Häuser miteinander verbinden wird. Ansonsten ist auf der Baustelle noch reichlich zu tun. Die Schule soll zum Schuljahr 2017/18 öffnen. Dann sollen auch die Außenanlagen fertig sein, heißt es. Noch nicht begonnen hat der Bau der Sporthalle, die Planungen sind aber im Gange. Fabian: „Das neue Gymnasium wird Schönefeld beleben. Wenn es endlich fertig ist, wird die Nachfrage an diesem Standort sprunghaft steigen.“ Schulleiter Mario Coccejus, der mit den Klassen im Interim Löbauer Straße beherbergt ist, spürt das bereits. Sobald der Altbau hergerichtet ist, gibt es dort tolle Bedingungen – eine schicke Mensa im Kellergewölbe ebenso wie eine Bibliothek mit Leseterrasse.

Von Mathias Orbeck

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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