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Lokales Völkerfreundschaftsdenkmal für Leipzig im Ural: Der erste Entwurf ist da!
Leipzig Lokales Völkerfreundschaftsdenkmal für Leipzig im Ural: Der erste Entwurf ist da!
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00:18 07.11.2016
Ausschnitt aus dem Entwurf von Michael Fischer-Art. Quelle: MIchael Fischer-Art
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Leipzig

Es geht vorwärts mit dem Völkerfreundschaftsdenkmal in Leipzig im Ural. Nachdem im vergangenen Jahr der Grundstein gelegt wurde, hat der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art jetzt den Entwurf für die Kopie des hiesigen Völkerschlachtdenkmals im Maßstab 1:25 vorgestellt. Im Mai 2017 soll es stehen.

Leipzig im Ural wurde 1843 als Grenzposten gegründet. In dem Dorf an der kasachischen Grenze bei Magnitogorsk leben rund 950 Einwohner. Der Verein „Leipzig – Brücke der Kulturen“ hat den Bau des Völkerfreundschaftsdenkmals im Rahmen von zwei Besuchen im Ural vorbereitet (die LVZ berichtete). Fischer-Art wird es gestalten – zum Selbstkostenpreis. 20 000 bis 25 000 Euro soll das Ganze kosten – um die Summe aufzubringen, sind noch Spenden nötig.

Der Künstler Michael Fischer-Art. Quelle: André Kempner

„Unser Verein ist eigentlich politisch unabhängig, aber was gerade in der Welt geschieht kann einen nicht kalt lassen“, erklärt Heiko Waber, einer der führenden Köpfe des Vereins. Vielleicht, hofft Waber, sei das deutsch-russische Freundschaftsdenkmal ja ein ganz kleiner Schritt zur Weltverbesserung. „Es wird eine Neuinterpretation geben, auf der auch aktuelle Themen wie Integration abgebildet sein werden“, kündigt Michael Fischer-Art mit Blick auf seinen Entwurf an. Von dem bisherigen Vorhaben, den Nachbau über den Winter in Sachsen anzufertigen und dann in Modulen nach Russland zu transportieren, sei man mittlerweile abgerückt. „Die Kosten für Zoll und Transport würden sich auf einen Schlag verdoppeln“, erläutert Fischer-Art. Stattdessen werde das Kunststück aus Edelstahl vor Ort produziert. In einem nahe gelegenen Stahlwerk sollen die Einzelteile produziert werden, die Fischer-Art im Mai innerhalb einer Woche zum fertigen Denkmal zusammenschweißen möchte. Mit einem großen Fest soll es im Frühsommer eröffnet werden. Ursprünglich war geplant, das fertige Werk erst in Leipzig auszustellen und dann auf die Reise zu schicken. „Wir werden nun aber ein Abbild aus Holz anfertigen, das wir später vor dem echten Völkerschlachtdenkmal sowie bei unseren Sponsoren ausstellen möchten“, erzählt der Künstler.

Weitere Projekte für den Ausbau der Beziehungen ins kleine Leipzig sind schon geplant. So sollen nach der Denkmalseinweihung im nächsten Jahr mehrere Schulkinder aus dem Ural die Möglichkeit bekommen, in die sächsische Großstadt zu reisen. Mit den bisherigen Besuchen im anderen Leipzig sind schon gute Kontakte entstanden – und Freundschaften. Es gab gemeinsame Fußballspiele, Feiern und Unterrichtsstunden in der kleinen Dorfschule. Dorfbewohner und Gäste haben Wände und Gebäude im Ort bunt gestaltet – nach Fischer-Art. Beim letzten Besuch im September wurden die Gewinner eines Fotowettbewerbes ausgezeichnet, an dem Schüler von hier und dort teilgenommen hatten.

Der Integrationsverein „Leipzig – Brücke der Kulturen“ ist seit elf Jahren aktiv. 40 Mitglieder zählt die Gruppe, sie kümmern sich um die Integration russischstämmiger Mitbürger. Zu den Unterstützungsangeboten zählen zum Beispiel Hilfe bei Behördengängen oder Sprachkurse. Der Verein betreibt ein eigenes Puppentheater; es zeigt Stücke auf russisch und deutsch. Auch mit Kulturprojekten und der monatlich erscheinenden Zeitschrift „Most“ hat sich die Gruppe einen Namen gemacht – vor allem aber mit dem Projekt zum Bau eines Völkerfreundschaftsdenkmal. Neben der 3500 Kilometer entfernten Gemeinde in Russland gibt es weltweit übrigens noch mehrere Orte mit dem Namen „Leipzig“. In Kanada zum Beispiel, in Namibia und in der Ukraine. Gern würde der Verein auch dorthin Kontakte aufbauen – für weitere Brücken aus der sächsischen Metropole in die Welt. Erste Ideen dazu gibt es bereits...

www.leipzig-im-ural.de; www.m-ost.eu

Von Tino Möhring

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