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Lokales Vogelabwehrpaste in Leipzig – Naturschützer erstatten Anzeige
Leipzig Lokales Vogelabwehrpaste in Leipzig – Naturschützer erstatten Anzeige
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14:06 17.10.2018
Dieser verklebte Vogel hat die Abwehrpaste nicht überlebt. Quelle: Nabu
Leipzig

Mehrere Vögel sind in Leipzig wegen einer Vogelabwehrpaste gestorben. Deshalb erstattet der Naturschutzbund Sachsen (Nabu) nun Anzeige in einem besonders schweren Fall in der Grimmaischen Straße, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. Seit 2015 hätten ehrenamtliche Mitarbeiter des Nabu 30 flugunfähige und 23 tote Vögel gefunden, deren Gefieder mit der Paste verklebt gewesen seien. Unter den Vögeln seien auch geschützte Arten wie der Haussperling, Turmfalke, Mauersegler oder der Hausrotschwanz gewesen.

Gefieder verklebt beim Putzen

Die Vogelabwehrpaste soll auf Fensterbrettern dafür sorgen, dass sich dort keine Tauben niederlassen, betrifft aber auch alle anderen Vögel. Ließen sich die Tiere darauf nieder, verklebten ihre Krallen. Putzen sich die Vögel dann das Gefieder, verkleben auch ihre Flügel und sie können flugunfähig werden. Der Nabu vermutet, dass eine Schädlingsbekämpfungsfirma die Paste auf den entsprechenden Fensterbrettern zur Taubenbekämpfung aufgetragen hat.

Paste wird weiter verwendet

Der Nabu hat nach eigenen Angaben das Veterinäramt bereits im April 2018 auf die Paste hingewiesen. „Doch obwohl Gefahr im Verzug ist und hier gegen das Tierschutzgesetz und das Naturschutzgesetz verstoßen wird, ist bisher nichts passiert: Wir haben erfahren, dass sich die klebende Vogelabwehrpaste noch immer auf den Fensterbrettern befindet – gespickt mit Druckstellen von Vogelkrallen und Federn“, berichtet Karsten Peterlein vom Nabu Leipzig.

Veterinäramt kennt Problem seit zwei Jahren

Dem Veterinäramt ist das Problem allerdings schon wesentlich länger bekannt. Die Behörde habe bereits am 21. Januar 2016 von der Landesdirektion Sachsen Hinweise zur Verwendung des Taubenabwehrmittels „Nopaloma“ bekommen. Der Einsatz verstoße gegen das Artenschutz-, Jagd- und Tierschutzrecht, hieß es damals. „Auf Grund dieser Hinweise werden bereits seit längerer Zeit alle Schädlingsbekämpfungsfirmen im Zuständigkeitsbereich der Stadt Leipzig, die eine tierschutzrechtliche Erlaubnis von unserem Fachamt erhalten haben, auf diesen Sachverhalt hingewiesen und gebeten, von der Anwendung dieses Taubenvergrämungsmittels und ähnlich klebenden Abwehrmitteln abzusehen“, teilte das Veterinäramt mit. Über mögliche Kontrollen oder Sanktionen machte die Behörde keine Angaben.

Die Fälle betreffen allerdings nicht nur die sächsische Metropole. Laut Nabu seien auch aus Dresden, Heilbronn, Stuttgart und Frankfurt am Main verklebte Vögel gemeldet worden.

Von LVZ

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