Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Vogelgrippe am Cospudener See - Festlegung auch für Hunde und Katzen
Leipzig Lokales Vogelgrippe am Cospudener See - Festlegung auch für Hunde und Katzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:22 13.11.2016
Mitarbeiter des Veterinäramts untersuchten am Sonntag einen weiteren Verdachtsfall von Vogelgrippe am Cospudener See. Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

Am Freitag war eine tote Reiherente auf dem Wasser gefunden worden. Nun liegen Untersuchungsergebnisse vor, die den Verdacht bestätigen. Das Tier ist an der Vogelgrippe gestorben. Wie die Stadt am Sonntagnachmittag mitteilte, habe „das Friedrich-Loefller-Institut das Virus der Hochpathogenen Aviären Influenza H5 nachgewiesen“.

Am Sonntagnachmittag wurden nach Angaben des Landratsamtes zwei weitere tote Enten am Cospudener See gefunden. Auch diese würden auf Vogelgrippe untersucht, hieß es. Mit den Ergebnissen sei nicht vor Montagabend zu rechnen.

 "Das Virus ist hochansteckend", erklärte Matthias Hasberg, Sprecher der Stadt Leipzig. Deshalb wurde in einem Umkreis von drei Kilometern rund um den Fundort, der auf der Gemarkungsgrenze Leipzig/Markkleeberg lag, ein Sperrkreis eingerichtet. Er umfasst das Gebiet von Gautzsch, Großstädteln, Zöbigker und Teile von Oetzsch und Gaschwitz im Landkreis Leipzig. Der Sperrbezirk innerhalb der Stadt Leipzig umfasst die Ortsteile Knautkleeberg, Knauthain und Hartmannsdorf-Knautnaundorf. Innerhalb dieses Kreises gilt eine Meldepflicht für tote Vögel sowie eine Stallpflicht. Geflügelhalter dürfen ihre Tiere nicht aus diesem Kreis bringen.

Beobachtungsgebiet im Umkreis von sieben Kilometern

Außerdem gilt laut Mitteilung der Stadt ein Beobachtungsgebiet von mindestens weiteren sieben Kilometern. Das Beobachtungsgebiet umfasst das gesamte Stadtgebiet südlich von und einschließlich der Ortsteile Böhlitz–Ehrenberg, Leutzsch, Zentrum-Nordwest, Zentrum-Nord, Zentrum-Ost, Volkmarsdorf, Sellerhausen–Stünz, Mölkau, Engelsdorf und Althen–Kleinpösna. In dem Sperrkreis und dem Beobachtungsgebiet muss das Geflügel aufgestallt werden, an Ein-und Ausgängen der Ställe sollen Matten oder sonstige saugfähige Bodenauflagen ausgelegt, mit einem wirksamen Desinfektionsmittel getränkt und damit stets feucht gehalten werden.

Zudem dürfen Geflügelbestände nicht durch fremde Personen betreten werden. Der Transport von Geflügel und Bruteiern ist innerhalb des Bobachtungsgebietes 15 Tage lang verboten, für den Sperrbezirk gilt eine Frist von 21 Tagen. Auch frisches Geflügelfleisch und Produkte, die aus in dem betroffenen Gebieten gehaltenem Geflügel hergestellt wurden sowie tierische Nebenprodukte dürfen nicht transportiert werden.

Wie die Stadt weiter mitteilte, dürfen zudem keine Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden, Tot oder krank aufgefundene Wat- und Wasservögel sollen dem Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt (VLA) gemeldet werden. Darüber hinaus gilt: die Jagd auf Federwild ist verboten.

Geflügelhalter im Stadtgebiet Leipzig, die ihre Haltung noch nicht beim VLA angezeigt haben, werden von der Stadt aufgefordert, dies unverzüglich nachzuholen. Halter von bereits angezeigten Haltungen werden aufgefordert, die gehaltene Anzahl der Tiere gegebenenfalls beim VLA zu aktualisieren.

Nach Angaben der Stadt Leipzig fällt auch der Zoologische Garten der Messestadt in das Beobachtungsgebiet. Zoo-Direktor Jörg Junhold erklärte am Sonntagnachmittag auf LVZ-Anfrage, dass es für das Areal an der Pfaffendorfer Straße „bis jetzt keine generelle Aufstallungspflicht“ gebe. „Unsere Tierärzte stehen im engen Kontakt zum Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt der Stadt“, betonte er. Nichtsdestotrotz habe der Zoo bereits am Freitag seine Perlhühner in den Stall verbracht – „als Vorsichtsmaßnahme“. Am Montag geschehe dies auch mit den Puten.

Regeln auch für Hunde und Katzen

Nach Angaben des Landkreises Leipzig werden alle in dem Gebiet bekannten 22 Geflügelbesitzer aufgesucht und ihnen eine Allgemeinverfügung übergeben. Die Festlegungen betreffen neben den Geflügelhaltern auch Hunde- und Katzenbesitzer, hieß es. Nach Angaben der Behörde müssen Hunde an der Leine geführt werden, Katzen dürfen gar nicht die Wohnung verlassen.

Wegen der Vogelgrippe-Gefahr gilt schon in einigen anderen Teilen Sachsens eine Stallpflicht für Geflügel. Der Landkreis Nordsachsen und die Stadt Dresden hatten entsprechende Verfügungen erlassen. Aus mehreren Bundesländern sind Vogelgrippe-Fälle gemeldet worden. Laut einer Sprecherin des Sozial- und Verbraucherschutzministerium in Dresden soll nach dem ersten Vogelgrippe-Fall am Montag entschieden werden, ob eine landesweite Stallpflicht verhängt wird.

Das Vogelgrippe-Virus H5N8 kann in unterschiedlich gefährlicher Form auftreten. Ein hochpathogenes Influenzavirus H5N8 wurde nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) erstmals Anfang 2014 in Südkorea bei Geflügel und Wildvögeln nachgewiesen. Dort habe es diverse Ausbrüche gegeben, mehrere Millionen Vögel seien sicherheitshalber getötet worden. Im Zuge der Ausbrüche seien infizierte Wildenten entdeckt worden, die aber weniger stark erkranken. Das Virus tauchte auch in China und Japan auf.

Seit November 2014 wurden solche H5N8-Viren in mehreren Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt. Infektionen von Menschen mit den Viren sind laut FLI bislang weltweit nicht nachgewiesen worden. Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung „theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“. H5N8-Viren war schon früher entdeckt worden, etwa 1983 in Irland.

bm/mro/luc (mit dpa)

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Messe „denkmal 2016“ und die internationale Fachmesse „Mutec 2016“ sind mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Fast 14.000 Menschen kamen zu den Veranstaltungen in Leipzig.

12.11.2016

Das Angebot von Drogerien in der Leipziger Innenstadt ist nicht gerade spärlich. Nun kommen noch drei Filialen von dm und Rossmann in der Peters- sowie Hainstraße hinzu. Laut Fachleuten ist das Ende der Fahnenstange damit noch nicht erreicht.

15.11.2016

Löwin Leila alias Jessica Rößler übernahm am 11.11. um 11.11 Uhr den Schlüssel für das Leipziger Rathaus. Doch trotz aller Helau-Rufe ist es nicht zu übersehen: Die besten Zeiten des Leipziger Karnevals sind Vergangenheit. Die meisten Vereine haben ihre Veranstaltungen reduziert, weil sich die Tickets schlecht verkaufen. Zudem gibt es Nachwuchs- und Geldsorgen.

14.11.2016
Anzeige