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Lokales Volksbank Leipzig baut Kontoservice-Terminals ab
Leipzig Lokales Volksbank Leipzig baut Kontoservice-Terminals ab
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12:00 11.02.2017
Die Volksbank Leipzig eG steuert um – zum Ärger mancher Kunden. Wer Online-Banking praktiziert, soll weniger stark betroffen sein. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Nach der Sparkasse verändert jetzt auch die Volksbank Leipzig eG ihren Kundenservice: Sie stellt zum 1. April den Betrieb sämtlicher Kontoservice-Terminals ein. Betroffen sind davon vor allem Kunden, die beleghafte Überweisungen einwerfen. Für diese Bankdienstleistung wird der Preis erheblich erhöht.

Die Volksbank hat in den letzten Wochen ihre Kunden angeschrieben und ihnen Gebührenveränderungen mitgeteilt. Im neuen Modell gibt es Preiserhöhungen und -reduzierungen; im Kern geht es darum, die Kosten verursachergerecht zwischen den zunehmenden Nutzern digitaler Produkte und den Nutzern traditioneller Angebote zu verteilen. Denn der Aufwand für die traditionellen Bankdienstleistungen ist deutlich höher als der für Online-Angebote.

Die meisten Kunden haben offenbar für diese Veränderungen Verständnis. „In Zeiten von Niedrigst-Zinsen ist das nicht verwunderlich und war zu erwarten“, mailte zum Beispiel Karin Fredl an die LVZ. Sie stört allerdings, was sie auf der Rückseite ihres Schreibens „ganz unten“ fand: die Mitteilung, dass die Bank den Betrieb der Kontoservice-Terminals einstellt. „Ich kenne viele Volksbank-Kunden, aber ich habe noch keinen gefunden, der bis zum Ende gelesen hat“, berichteten sie. Und: Diese Änderung habe gravierende Folgen. „Wenn ich als Selbstständige in meine Filiale komme, hat die meistens zu.“ Sie muss dann künftig eine deutlich teurere Papier-Überweisung ausfüllen und in den Briefkasten der Filiale werfen. „Das hat mit Service nichts mehr zu tun und ist in der heutigen Zeit vollkommen unsinnig“, schreibt Fredl und fragt: „Was kommt als nächstes?“

Die Volksbank betont, dass die Außerbetriebnahme der Kontoservice-Terminals nichts mit den Niedrigzinsen zu tun hat. „Es geht lediglich um die Art und Weise, wie die Überweisungen künftig ausgeführt werden“, betont Vorstandsmitglied Andreas Woda. Für die Kontoabfrage – für die die Terminals bislang auch genutzt wurden – seien künftig die Kontoauszugsdrucker und Geldautomaten verfügbar, die an den vorhandenen Standorten weiter stehen bleiben.

„Wir haben uns zu dieser Änderung entschlossen, weil die Zahl der beleghaften Überweisungen deutlich zurückgeht und sich das Nutzungsverhalten sehr stark in Richtung online verschiebt“, so Woda. Beleghafte Überweisungen würden vor allem von älteren Kunden oder Kunden mit Sicherheitsbedenken bevorzugt, „obwohl sich die Sicherheitsbedingungen deutlich verbessert haben“. Diese Kunden könnten weiterhin Überweisungsbelege per Hand ausfüllen, an den Schaltern der Volksbank-Filialen abgeben oder in die Briefkästen der Filialen werfen. Außerdem hätten die Terminals erneuert werden müssen – angesichts der geringen Kundenzahl, die diese nutzen, sei das nicht vertretbar gewesen.

Wer ab April beleghafte Überweisungen nutzt, muss in den meisten Fällen allerdings deutlich mehr Geld dafür zahlen als bislang. Kosteten solche Überweisungen am Serviceterminal 15 Cent, so werden die ersten drei Überweisungen im Monat künftig mit jeweils 50 Cent berechnet – wer mehr ausfüllt und abgibt, muss dafür pro Stück einen Euro zahlen. „Unser durchschnittlicher Kunde gibt nicht mehr als drei solcher Überweisungsbelege ab“, betont Woda. Völlig ohne Zusatzkosten sind die beleghaften Überweisungen im Premium-Konto enthalten, das allerdings noch diverse zusätzliche Leistungen beinhaltet und monatlich mit 12,99 Euro berechnet wird. 9,99 Euro im Monat werden für ein Plus-Konto berechnet, das neben diversen Zusatzleistungen fünf kostenlose Belegbuchungen im Monat vorsieht – jede weitere wird dann mit 50 Cent berechnet.

Von Andreas Tappert

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