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Lokales Voll bambus! Ein Italiener baut in Leipzig originelle Fahrräder
Leipzig Lokales Voll bambus! Ein Italiener baut in Leipzig originelle Fahrräder
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23:53 02.11.2015
Italienisches Temperament und handwerkliches Geschick vereint: Michele Budettas baut in Leipzig High-End-Bikes aus Bambus. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Abblätternder Lack und rostige Rahmen – diese Drahtesel sind im Grunde reif für den Schrottplatz. Doch Michele Budetta verwandelt die erworbenen Flohmarkt-Schätze in schicke Edel-Bikes aus Bambus. Produziert wird in der eigenen Privatmanufaktur, einer Hinterhof-Garage am Connewitzer Kreuz.

„Es ist Fahrradkunst“, schwärmt er. Dass am Ende keine brotlose Kunst übrig bleibt, das hofft er. Denn lange Zeit arbeitslos, sah er schwarz für seine berufliche Zukunft in Süditalien. 2011 zog er von der Mittelmeerstadt Salerno an die sächsische Pleiße. Seitdem sucht er in Deutschland sein Glück und nach einer neuen Perspektive. In Leipzig baute er sich seine kleine Werkstatt („Budetta-Design“) auf, wo er bislang Foliendrucke für Autos und Werbebanner gestaltete.

Ambitionierte Projekte: Auf Wunsch gibt es die Bambus-Räder auch mit Federgabel. Quelle: Dirk Knofe

Die exotischen Holz-Unikate sollen sein zweites Standbein werden. Während Stahl-Velos und Alu-Fahrräder hierzulande längst zur Standardware gehören, will Michele mit seinen rustikalen Bambus-Bikes punkten – und folgt damit einem neuen Trend im Fahrradbau, auf den immer mehr Designer aufspringen.

Das Material macht’s. „Bambus ist das beste Holz“, sagt Michele. Bauingenieure ziehen damit in Asien Gerüste für ganze Wolkenkratzer in die Höhe. Denn der nachwachsende Rohstoff ist ökologisch und ein Garant für Stabilität. Die stämmigen Süßgräser besitzen gute Eigenschaften, sind robust und elastisch zugleich, schwärmt er.

Die kräftigen Bambushölzer kauft Michele im Großhandel, die alten Fahrräder auf dem Trödelmarkt. Mit den Bambusstreben kopiert er zunächst die alte Rahmenform. Die Verbindungen umwickelt und verklebt er mit Naturfasern. Anschließend werden in den Hölzern die Metallteile für Pedale, Räder, Lenker sowie Federgabel versenkt und diese montiert.

Auf der Straße: Mit dem Bambus-Rädern geht's zügig voran, bei den Fahreigenenschaften können sie mit gewöhnlichen Bikes mithalten. Quelle: Dirk Knofe

40 Stunden Arbeit stecken in den selbstgebauten Zweirädern. „Exklusivität hat ihren Preis“, sagt er. Wer eins der frisierten Handwerksstücke erwerben will, muss dafür mindestens 500 Euro investieren – Tüv-geprüft sind die Gefährte allerdings nicht. Marco hieß sein erster Käufer. Im Mai hatte er Micheles Mutter als Beifahrerin von Nürnberg nach Leipzig mitgenommen, als diese ihren Sohn in der Messestadt besuchen wollte.

„Seine Familie ist stolz, sie unterstützen ihn und glauben an den Jungen“, sagt Micheles Mitbewohner Malte, 33, der oft bei Behördengängen hilft. „Er kann es schaffen.“ Selbstbewusst genug ist der temperamentvolle Italiener. Und auf der Höhe der Zeit. In Berlin, Kiel, Bremen und anderswo gibt es Bambus-Bikes von anderen Herstellern bereits. Nun auch „Made in Leipzig“.

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