Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Von Aladin bis Zwerg Nase – Kinder können Helden sein und magische Kräfte angeln
Leipzig Lokales Von Aladin bis Zwerg Nase – Kinder können Helden sein und magische Kräfte angeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:25 08.11.2017
Kuratorin Johanna Sänger (rechts) unterrichtet Sarah Fritzsche und Franziska Wand in der Märchenschule. Das Stadtgeschichtliche Museum widmet europäischen Volks- und Kunstmärchen eine Sonderschau, bei der Kinder und Junggebliebene auch selbst aktiv werden können.  Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

 Es war einmal – wer bekommt bei diesem Satz nicht leuchtende Augen? Rotkäppchen, der gestiefelte Kater und all die anderen wundersamen Gesellen verzaubern uns von Kindesbeinen an. Deshalb hat sich das Stadtgeschichtliche Museum in einen Märchenwald verwandelt, um pünktlich in der Vorweihnachtszeit in einer Sonderschau europäische Kunst- und Volksmärchen in verschiedenen Perspektiven zu zeigen.

"MärchenSpiele. Von Zauber, Mut und Abenteuer" heißt die Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Bis zum 25. Februar 2018 sind Groß und Klein herzlich zum Entdecken und Mitmachen eingeladen.

Spätestens seit dem Erfolg der „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm 1812 erlebten diese wundersamen Geschichten einen regelrechten Boom in Literatur, Puppentheatern und Spielen. Das Museum hat viele wertvolle Bücher, Bilderbögen, liebevoll gestaltete Papiertheater, Spielzeug und vieles mehr aus den verborgenen Sammlungen geholt. Das Besondere: Auf einer interaktiven Spielfläche sind besonders Kinder eingeladen, sich als Helden zu fühlen, Rätsel zu lösen sowie Märchen zu erleben.

„Die Geschichten von gut und böse, arm und reich, mächtig und ohnmächtig haben ein kindliches Weltbild geprägt und spielten in der Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle“, erklärt Volker Rodekamp, der Museumsdirektor. Meist habe das Märchen eine Moral. Am Ende gewinnen die Helden oder konnten etwas Wichtiges lernen. Jene Erzählungen mit wiederkehrenden Charakteren und Motiven gebe es in allen Kulturen. Und sie setzen sich auch in der heutigen Fantasy-Welt durch. Denn klassische Märchen haben in Fantasy- oder Science-Fiction-Welten starke Konkurrenz bekommen. Spätestens seit Harry Potter ist allen klar: Wenn Helden vor unlösbare Aufgaben gestellt werden, benötigen sie magische Hilfe. Magische Gegenstände können Kinder beispielsweise aus einem Brunnen angeln, um herauszubekommen, zu welcher Figur sie gehören. Die Sanduhr läuft! Wer möchte, kann sich in Troll-Pantoffeln oder in Hexen-Hausschuhen auf einer Spielfläche bewegen. Weil in jedem Märchen das Glück eine entscheidende Rolle spielt, können die Besucher auch an einen Wunschbaum ihren ganz persönlichen Herzenswunsch notieren.

Schau! - das Leipziger Museumsportal

Aktuelle Nachrichten und Ausstellungen der Leipziger Museen!

Die Schau bietet natürlich auch einiges fürs Auge: Etwa 70 wertvolle historische Bücher und Bilderbögen, die der Grafiker Heiner Vogel sammelte. Auf jenen Bilderbögen wurden in Deutschland ab 1840 auch Märchen gedruckt. Die Bögen wurden in den Volksschulen sogar als Anschauungsmaterial genutzt. Neben Fabeln und Sagen gehörten sie zum Lehrplan, obwohl der pädagogische Wert von Märchen aufgrund oft grausamer Strafen und traditioneller Geschlechterrollen auch angezweifelt werden darf. Auch Schulwandbilder prägten die kindliche Fantasie.

„Die Bilderbögen haben eine jahrhundertlange Geschichte in Europa. Sie entwickelten sich zum Massenmedium, waren gar Raumschmuck“, so Kuratorin Johanna Sänger. Schön anzusehen sind auch die Papiertheater, die im bürgerlichen Kinderzimmer des 19. Jahrhundert in ganz Westeuropa einen enormen Boom erlebten. Ebenfalls sehenswert: die Vitrinen mit Kinderspielzeug von 1850 bis um 1900. Bildstreifen für die Laterna Magica tauchen da ebenso auf wie eine Spielzeugeisenbahn aus Holz (1860).

Die Ausstellung ist bis zum 25. Februar geöffnet. Nach der Weihnachtszeit wird vor allem die düstere Jahreszeit, der Winter, ins Blickfeld der Märchen gerückt.

Geöffnet ist dienstags bis sonntags,
jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Von Mathias Orbeck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Müssen Leipzigs Wachstumsprognosen bald etwas nach unten korrigiert werden? In den ersten drei Quartalen 2017 legte die Messestadt um exakt 6505 Personen mit Hauptwohnsitz zu – deutlich weniger als in den Vorjahren.

27.02.2018

Sie sind ein Heimatkunde-Ass, mögen hohe Gebäude und wissen bestens über Leipzig und die Region Bescheid? Dann dürfte dieses Quiz für Sie kein Problem sein. Erkennen Sie diese bekannten Bauten an ihren Dachspitzen? Wir verlosen Gutscheine!

07.11.2017

Leipzigs größtes Baugebiet der Nachwendezeit wird nun fertiggestellt. Seit 1995 sind im Sonnenpark über 1000 Wohnungen entstanden. Ein neuer Einkaufsmarkt soll das Ganze komplett machen.

07.11.2017