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Lokales Von Chaos über Normalität bis Sichtanschluss - ein erstes Fazit zum City-Tunnel
Leipzig Lokales Von Chaos über Normalität bis Sichtanschluss - ein erstes Fazit zum City-Tunnel
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23:59 20.12.2013
Die erste S-Bahn, die im neuen Netz regulär startet war die S4 nach Torgau. Quelle: Dirk Knofe

Im Gegensatz zu anderen Pendlern bleibt mir in Halle der "Sichtanschluss" durch neue Abfahrtszeiten erspart. So nennen es Bahner, wenn dem Anschlusszug nur noch hin- terhergeschaut werden kann.

Der Montag und Dienstag sind eher der Kategorie Chaos zuzuordnen. Komplettausfälle, Verspätungen, Menschenmassen. Auch Lokführer reagieren gereizt. "Raus aus dem Schließbereich der Türen", brüllt einer durchs Zugmikrofon. Verspätungen "aufgrund hohen Fahrgastaufkommens" werden an diversen Haltestellen durchgesagt.

Leipzig. Fast eine Woche City-Tunnel. Als Dauernutzer von S 3 und S 5 X darf ich mit gespitztem Bleistift erste Eindrücke von und zum Büro festhalten. Grundsätzlich: Die neue Doppelröhre ist ein Segen, gelange ich doch nun bis zum Leuschnerplatz gleich neben dem Computer. Im Gegensatz zu anderen Pendlern bleibt mir in Halle der "Sichtanschluss" durch neue Abfahrtszeiten erspart.

Eine Art Notbremsung einer S 4 nach Eilenburg am Einfahrtsignal zur Leuschnerplatz-Station ist das Spektakulärste am Mittwoch. Hinzu sind zwei Minuten Verspätung akzeptabel, zurück geht es ohne. Allerdings fährt zeitweise statt des Zweiteilers nur ein einzelner neuer Zug vom Typ Talent 2 - nicht alle Fahrgäste kommen mit. Ein Rentner-Ehepaar aus dem Umland überlegt aufgrund der neuen Möglichkeiten dennoch lautstark, eines der beiden Autos abzuschaffen. Er: "Da investieren wir einen Teil des gesparten Geldes lieber in zwei Monatskarten." Sie: "Schatz, da können wir öfter mal zum Einkaufen bis unter den Markt fahren." An der Hauptbahnhof-Station lässt eine neue Ansage aufhorchen: "Wir bitten Sie, zügig zuzusteigen und den Türraum freizuhalten."

"Keine Verspätung angezeigt", jubelt am Donnerstagabend ein Schar von Verkäuferinnen auf dem Nachhauseweg in der Leuschnerplatz-Station. Sie sollen Recht behalten. Auch der Freitag entpuppt sich als fast normaler Pendlertag.

Fazit: Es wurde jeden Tag ein bisschen besser. Und wenn es mir stets gelingt, das Fahrrad rechtzeitig aus dem Pulk zu fischen, ist der City-Tunnel für mich eine deutliche Erleichterung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.12.2013

Martin Pelzl

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