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Lokales Von "Holzhusen" nach Leipzig: Ortsteil feiert 725. Geburtstag
Leipzig Lokales Von "Holzhusen" nach Leipzig: Ortsteil feiert 725. Geburtstag
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23:59 14.09.2014
Im großen Festumzug fährt auch ein Oldtimer der Marke Mercedes mit. Er zeigt, dass in Holzhausen auch Liebhaber alter Autos leben. Quelle: André Kempner

Dass der Andrang zur Jubiläumsfeier alle Erwartungen übertreffen könnte, schwante dem Festkomitee bereits am Freitagabend. Denn im Festzelt drängten sich bis zu 500 Zuschauer dicht an dicht, um mitzuerleben, wie das Spektakel von Leipzigs Bürgermeister Andreas Müller (SPD) eröffnet wurde. Kinder der Grundschule Holzhausen ließen Tauben fliegen und die langjährige Gemeinde-Bürgermeisterin Ursula Grimm, die in den letzten Jahren die CDU-Fraktion im Leipziger Rathaus führte, wurde aus der aktiven Politik verabschiedet.

Die Ortschronisten haben zusammengetragen, dass der Name Holzhausen im deutschen Sprachraum rund 250 Mal auftaucht und fast immer ein Hinweis auf viel Wald und Rodungen ist. Noch älter als der heutige Leipziger Ortsteil Holzhausen - der zum ersten Mal am 25. August 1289 als "Holzhusen" in einer Urkunde des Bischofs von Merseburg erwähnt wurde - ist dessen Ortsteil Zuckelhausen, der 1934 nach Holzhausen eingemeindet wurde. Dessen Wurzeln sind slawisch und reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Wichtigster Akteur im dreitägigen Festtrubel war Jörg Wicke, der Vorsitzende des Heimatvereins. Unterstützt vom Festkomitee hat er zweieinhalb Jahre an der Vorbereitung des Jubiläums gearbeitet. "Unsere 700-Jahr-Feier fand im September 1989 statt - kurz vor dem Ende der DDR", erzählte der 60-Jährige. "Es wird berichtet, es war ein rauschendes Fest."

Im Gegensatz zu damals stand diesmal hinter den Festvorbereitungen kein großer amtlicher Apparat. Trotzdem gelang es dem Festkomitee, ein fünfstelliges Budget für das Spektakel aufzubringen. "Die Holzhausener haben alle tief in die Taschen gegriffen - die Privatpersonen und die Gewerbetreibenden", so Wicke. Aus dem Leipziger Rathaus bekam der 1999 eingemeindete Ort erst vor wenigen Tagen eine Finanzhilfe: Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte 725 Euro zu.

Holzhausens Geschicke sind seit jeher mit Leipzig verbunden. Denn der Ort war eine Zeit lang Klosterdorf der Thomaskirche und später Universitätsdorf der Alma mater. "Noch heute gibt es im Ort Familien, die ihre Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen können", erklärte Wicke nicht ohne Stolz.

Wer mehr über die Einwohner von einst und heute erfahren will, sollte sich einen Besuch im Zuckelhausener Ring 17 vormerken. Dort gibt es eine Ausstellung zur Heimatgeschichte zu sehen. Das Gebäude wurde vom Heimatverein für 100 000 Euro vor dem Verfall gerettet - auch dies ohne Fördermittel. "Die Holzhausener rücken wieder enger zusammen", schildert Wicke die Situation im Ort. "Auch das Jubiläumsfest hat dazu beigetragen, dass man sich mehr trifft und sich öfter miteinander unterhält."

www.berggut.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.09.2014

Andreas Tappert

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