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Lokales Von Leipzig in die weite Welt - Asisi testet neues Rundbild "Rom 312"
Leipzig Lokales Von Leipzig in die weite Welt - Asisi testet neues Rundbild "Rom 312"
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23:59 25.08.2014
Yadegar Asisi (r.) schaut sich sich den 200 Quadratmeter großen Probedruck vom Panorama 312 auf neuem Stoff im Panometer an. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Immerhin hat hier mit dem Mount-Everest-Rundbild im Mai 2003 eine Erfolgsgeschichte begonnen, die die Renaissance eines Mediums aus dem 19. Jahrhundert mit der Technik von heute einläutete. Im Panometer in der Richard-Lehmann-Straße hat Asisi gestern zwei 200 Quadratmeter große Bahnen mit Probedrucken über sein Völkerschlacht-Bild hängen lassen. Der in Wien geborene Künstler, der in Leipzig aufwuchs, wollte die Druck-, Farb- und Stoffqualität seines neuen Rundbildes "Rom 312 - Das Erlebnis der ewigen Stadt" testen.

Das ist aber nur vom Motiv her mit dem 2005 bis 2009 in Leipzig gezeigten Rom-Panorama identisch. Das Original wurde nach Ende der Schau vernichtet. Asisi hat es inzwischen komplett überarbeitet - ohne die Szenerie zu ändern. "Es war ein Fehler im Licht, das habe ich korrigiert. Ebenso wie architektonische Details", sagt er. Nun ist das Bild auf einen neu entwickelten Stoff mit teilweise weicheren Farben gebannt. Es wird ab 28. November in Pforzheim zu sehen sein. In der baden-württembergischen Stadt öffnet der Künstler ein weiteres Gasometer, das gerade aufwändig saniert wird. Auch im französischen Rouen entsteht direkt am Seine-Ufer ein 35 Meter hohes Stahl-Rundgebäude, in dem Asisi erstmals ein Projekt außerhalb Deutschlands umsetzen kann. In Rouen wird zunächst ebenfalls "das ewige Rom" zu sehen sein, später will der Künstler sich der Jungfrau von Orleans, der französischen Nationalheldin, widmen.

"Ohne den Erfolg in Leipzig wäre das aber alles nicht möglich", bekennt Asisi. Dem "Versuchslabor" in der Messestadt folgten Standorte in Dresden und Berlin. In Leipzig wird derzeit das Völkerschlacht-Rundbild hoch gelobt - wie begeisterte Eintragungen von Besuchern im Gästebuch zeigen. Was ist aus der Idee geworden, es dauerhaft zu zeigen? "Meine Schuldigkeit zu diesem Thema habe ich getan. Es gibt Varianten, es länger zu zeigen. Das muss aber die Stadt selbst wollen. Bei mir hat sich keiner gemeldet", sagt Asisi und bekennt: "Andere Städte rollen mir rote Teppiche aus."

Wer Leipzig anno 1813 noch nicht sah, für einen Besuch bleibt voraussichtlich bis Mitte 2015 Gelegenheit. Danach soll im Panometer ein Blick aufs Great Barrier Reef - das Korallenriff vor der Nordostküste Australiens - möglich sein. "Ich bin dort gerade fünf Wochen tauchen gewesen. Jetzt baue ich eine Landschaft auf, die man im Original so nie sehen kann", kündigt er an. Viele seiner Bilder "wandern" künftig in verschiedene Häuser. Es gibt aber keine Stoffbahnen auf Halde - sie entstehen neu. "Alle Themen, die wir in Leipzig machen, können auch woanders gezeigt werden. Mit Ausnahme der Völkerschlacht, die eher ein regionales Thema ist", sagt Asisi. Gibt es Pläne außerhalb Europas? "Kontakte gibt es sehr, sehr viele. Bis nach Australien. Zwischen reden und machen ist aber ein langer Weg", bekennt Asisi. Sein Credo: "Die Kinos müssen erst gebaut werden, damit wir die Filme zeigen können." Dabei arbeitet er parallel an Themen - an Great Barrier Reef, am Ground Zero, an der Titanic. In Dresden öffnet im Januar 2015 ein Blick aufs zerstörte Elbflorenz "Dresden 1945".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2014

Mathias Orbeck

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