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Lokales Von Manufaktur bis Discounter: Naturkosmetik in Leipzig immer gefragter
Leipzig Lokales Von Manufaktur bis Discounter: Naturkosmetik in Leipzig immer gefragter
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16:37 16.08.2016
Zu Leipzigs Naturkosmetik-Branchenvertretern gehört auch Bettina Lühmann, Geschäftsführerin der Salbenmanufaktur „Beti Lue.“. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 In der Messestadt werden naturbelassene Schönheitswaren immer häufig nachgefragt, sogar von Menschen, die keine Allergien oder Hautprobleme haben. Die jüngsten Zahlen der Marktforschungsinstitute GfK und IRI zu Naturkosmetik in Deutschland belegen dieses Käuferverhalten bundesweit. 2015 erwirtschaftete die Branche ein Umsatzplus von zehn Prozent. Die konventionellen Produkte steigerten sich dagegen um lediglich 2,4 Prozent, auch wenn sie insgesamt betrachtet immer noch in den meisten Einkaufskörben landeten. Genaue Zahlen für das Kaufverhalten in Leipzig gibt es nicht – aber generelle Trends.

„Die gestiegene Nachfrage führen wir auf das gesteigerte Umweltbewusstsein unserer Kunden zurück“, sagt Gert Moßler, der Gebietsverantwortliche der dm-Märkte in Leipzig. In Drogeriemärkten, wie beispielsweise einem Dutzend dm-Filialen, können Leipziger inzwischen neben künstlichen ebenso natürliche Produkte einkaufen. Das Angebot diverser Eigenmarken der Kette wachse, so Moßler. Der Umsatz habe sich im Bereich der Naturkosmetik in den Leipziger dm-Märkten entsprechend sehr positiv entwickelt. Konkrete Zahlen gibt er zwar nicht heraus, spricht aber von einem positiven Trend.

Zu Leipzigs Branchenvertretern natürlicher Kosmetikartikel gehören Bettina Lühmann, Geschäftsinhaberin der Salbenmanufaktur "Beti Lue.", und Anja Freischläger, Inhaberin des Studios "Absolut Natur".

Zu Leipzigs Naturkosmetik-Branchenvertretern gehört die Salbenmanufaktur „Beti Lue.“. Sie hat sich nicht nur im Stadtiel Schleußig an der Könneritzstraße etabliert, sondern darüber hinaus auch in Chemnitz. Dort werden die Produkte hergestellt und verkauft. „Der Markt in Sachsen ist hart umkämpft“, sagt „Beti Lue.“-Inhaberin Bettina Lühmann. Neben kleinen Manufakturen, beispielsweise den Seifensiedern aus dem Erzgebirge und sächsischen Umland, gebe es in Leipzig allerdings „noch nicht so viel Konkurrenz“. Oftmals schrecke potenzielle Geschäftsleute die Ausgaben für Rohstoffe sowie Produktion und Verkauf im Inland ab.

Kein verstaubtes Image mehr

Kosmetikerin Anja Freischläger sieht in der vermehrten Kaufentscheidung noch andere Gründe. Die Inhaberin des Leipziger Studios „Absolut Natur“ im Zentrum-Ost sagt: „Dieses verstaubte Image von Jesus-Latschen und Lavendel-Zweigen existiert nicht mehr.“ Die Branche habe sich gewandelt, die Auswahl sei vielfältiger geworden. Auch wenn bisher vor allem Menschen mit kritischen Hautbildern (Akne, Neurodermitis) und Allergien auf die Naturkosmetik setzten, suchten Freischläger inzwischen auch vermehrt Kunden ohne Hautprobleme auf; anfangs vor allem aus direkter Nachbarschaft, nun auch weil sich die Qualität herumgesprochen habe.

Kunden ab Anfang 20

Die Kundschaft in Freischlägers Studio ist ohnehin sehr gemischt: „Das Publikum ist zwischen Anfang 20 und Ende 50“, erzählt die Kosmetikerin. Zum Kundenstamm gehören Studenten, Berufseinsteiger und Menschen mit medizinischen Berufen. In der „Beti Lue. Salbenmanufaktur“ kaufen dagegen „auch ältere Menschen, die des Drogerie-Einheitsbreis überdrüssig geworden sind“, naturbelassene Shampoos und Seifen ein, so Inhaberin Lühmann.

„In Sachen Wirksamkeit und Performance steht Naturkosmetik der konventionellen Pflege heute in nichts nach. Mit Wundermitteln hat das nichts zu tun, eher mit dem Verständnis der eigenen Hautbedürfnisse“, bestätigt Harald Dittmar, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel (BDIH).

Chemische Produkte nicht schädlich

Gleichzeitig möchte Dittmar die künstlichen Produkte aber nicht verteufeln. Das Verbot von Tierversuchen würde grundsätzlich für alle kosmetischen Mittel in der Europäischen Union gelten. Der Naturkosmetikstandard des BDIH-Prüfzeichens garantiere darüber hinaus lediglich die weltweite Tierversuchsfreiheit. Zudem würden auch die konventionellen Drogerieartikel den allgemeinen gesetzlichen Vorgaben der Kosmetikverordnung entsprechen und seien bei langfristigem Gebrauch nicht schädlich.

Von Melanie Steitz

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