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Von Musical bis Meschugge-Party: Sonntag startet die Jüdische Woche in Leipzig

Israelitische Religionsgemeinde Von Musical bis Meschugge-Party: Sonntag startet die Jüdische Woche in Leipzig

Leipzig feiert während der Jüdischen Woche die Vielfalt jüdischer Kunst und Kultur. Vom 18. bis 25. Juni sind mehr als 110 Veranstaltungen geplant. Veranstalter sind die Stadt Leipzig, die Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und die Ephraim Carlebach Stiftung.

Schalom“ und ein herzliches Willkommen – am Sontag beginnt die Jüdische Woche.
 

Quelle: Christian Modla

Leipzig.  Es wird heiter und nachdenklich: „Der wachsende Antisemitismus in Europa hat auch Spuren hier in der Gemeinde hinterlassen“, sagte Küf Kaufmann, der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. „Für mich ist es deshalb ein tolles Zeichen, wenn wir gemeinsam mit der Stadt Leipzig eine Jüdische Woche durchführen können.“ Die beginnt am Sonntag und umfasst mehr als 110 Veranstaltungen, die von 60 Institutionen und Vereinen organisiert worden sind. Die Jüdische Woche ist in diesem Jahr dem 170. Geburtstag der Israelitischen Religionsgemeinde gewidmet.

„Für uns ist es selbstverständlich, die Jüdische Woche zu fördern. Sie ist Teil der Leipziger Kultur und bietet die Möglichkeit, auf unbeschwerte Weise jüdisches Leben kennenzulernen, aber auch mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen“, betonte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke), die gestern das Programm vorstellte. Vom Musical „Candide“ in der Musikalischen Komödie bis hin zur „Meschugge Party“ im Werk 2 gibt es ein vielfältiges Programm. Bei Konzerten, Lesungen, Filmen, Vorträgen, Theater und Tanz können die Besucher buchstäblich in jüdisches Leben eintauchen, sich Alltag und Festtagen, Religion und Kunst nähern. In der Leipziger Baumwollspinnerei wird es eine Ausstellung von Gudrun Petersdorff geben, die Israel und Leipzigs Partnerstadt Herzliya bereiste. Das Museum für Druckkunst in der Nonnenstraße widmet sich in der Sonderschau „New Types“ drei Pionieren des hebräischen Grafik-Designs. „Die Ausstellung wurde schon in Jerusalem gezeigt und exklusiv für Leipzig adaptiert. Wir sind sehr stolz, dass es gelungen ist, sie nach Leipzig zu holen“, so Jennicke. Auch ein interkulturelles Jugend-Fußballbegnungsfest wird es geben.

Die Jüdische Woche lebt von den vielen intensiven Begegnungen. Seit 1992 lädt die Stadt Leipzig ehemalige Leipziger Bürger jüdischen Glaubens zum Besuch nach Leipzig ein. Mehr als 40 Gäste aus Israel, den USA, Großbritannien, Chile, Australien und Neuseeland werden 2017 erwartet. Einige von ihnen berichten über ihre Kindheitserlebnisse und Erinnerungen ihrer Eltern und Großeltern in der Leipziger Stadtbibliothek. Organisiert werden die Gespräche von der Ephraim Carlebach Stiftung, die in diesem Jahr 25. Geburtstag feiert. „54 Publikationen, 45 Ausstellungen, die von rund 188 000 Gästen besucht worden sind, diese Bilanz kann sich sehen lassen“, so Georg Girardet vom Vorstand der Stiftung. Eine Sonderschau „Einblicke“ im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek wird dabei verschiedene Aspekte jüdischen Lebens als Kaleidoskop bisheriger Ausstellungen vorstellen.

Eröffnet wird die Jüdische Woche am 18. Juni in der Leipziger Gemeindesynagoge (auf Einladung). Im Anschluss sind alle Leipziger ab 17 Uhr zum Auftakt an der Gedenkstätte am Ort der Großen Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße eingeladen. Die Stadt fördert die Jüdische Woche mit 40000 Euro. Auch die Botschaft Israels in Deutschland ist mit 1500 Euro dabei.

Zum 170. Geburtstag der Israelitischen Religionsgemeinde erscheint am Freitag in der LVZ eine Sonderbeilage.

Von Mathias Orbeck

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