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Lokales Von Ost nach West: Experte plädiert für zweiten City-Tunnel
Leipzig Lokales Von Ost nach West: Experte plädiert für zweiten City-Tunnel
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09:18 30.12.2016
Ein zweiter City-Tunnel könnte von Ost nach West samt Stadionanbindung sowie ein möglicher Abzweig Richtung Anger-Crottendorf führen.  Quelle: Patrick Moye
Leipzig

 In der derzeit ein wenig im wahrsten Sinne des Wortes „oberflächlichen Diskussion“ um den unterirdischen Innenstadtring hat sich jetzt der Leipziger Bauingenieur Frank Eritt zu Wort gemeldet. „Nachdem ich den City-Tunnel sechs Jahre lang mit gebaut habe und täglich dort hindurchfahre, kam ich dieser Tage doch schon ein wenig ins Schmunzeln, als ich die Animation vor dem Hauptbahnhof sah“, sagt der 34-Jährige, der in der Bau- und Projektleitung tätig war. Scheinbar hätten sich viele Leipziger schon so an den Tunnel gewöhnt, dass ganz vergessen wird, dass dieser unter der Erde verläuft.

„Ist den Damen und Herren die einspurige Verkehrsführung vor der Fußball-WM vor dem Hauptbahnhof noch in Erinnerung?“, fragt Eritt. Damals seien dort die Deckel der Station Hauptbahnhof und am Wilhelm-Leuschner-Platz hergestellt worden. „Der Asphalt der Straße am Hauptbahnhof liegt direkt auf der Tunneldecke“, erläutert der Ingenieur. Und er holt noch weiter aus: „Der Tunnel ist bekanntlich am Hauptbahnhof und am Wilhelm-Leuschner-Platz circa 25 Meter tief. Die Baugrubenbegrenzungswände sind noch etwa vier Meter tiefer.“ Ein Längsschnitt von der Tunnelstation Hauptbahnhof lieferte er gleich mit (siehe rechts).

Zusammenfassend ist laut Eritt „die Querung eines Verkehrstunnels mit dem City-Tunnel leider nicht möglich“. Es sei denn die Verantwortlichen möchten unter dem City-Tunnel in 25 Metern Tiefe hindurch. „Die Rampen dazu wären dann mehrere Kilometer lang. Das war’s dann wohl mit dem Stadtbild“, sagte der Ingenieur. Den Autoverkehr zu tunneln, könne auch nicht die Lösung der Verkehrsprobleme sein. Und der Leipziger zaubert im selben Atemzug eine interessante Variante aus der Hosentasche: „Die Stadt sollte lieber die Trassenfreihaltung eines zweiten S-Bahn-Tunnels prüfen und diesen zeitnah in den Flächennutzungsplan einarbeiten – auch wenn dieser erst in 20 oder 40 Jahren realisiert wird.“ Diese Trassenfreihaltung spare später Kosten in Millionenhöhe.

Ein Ost-West Tunnel könnte nach der Auffassung von Eritt in Leipzig-Ost nach der Querung der Herrmann-Liebmann-Brücke in Richtung Friedrich-List-Platz abzweigen und in Richtung Hauptbahnhof verlaufen. „Im Bereich Richard-Wagner-Straße unterquert dieser dann in 30 Metern Tiefe den City-Tunnel und erhält einen zentralen Haltestellenknoten“, führt der Experte weiter aus. Im Anschluss verlaufe die Trasse dann in Richtung Sportforum und Lindenau. „Im Bereich Plagwitz könnte er wieder auftauchen und so die südlich und westlich von Leipzig wachsenden Wohngebiete erschließen“, so Eritt. Dass sich damit unter anderem auch die Transportprobleme zu den Fußballspielen von RB Leipzig in der Red-Bull-Arena ein wenig entschärfen, liege seiner Meinung nach auf der Hand. Eine zweite realistische Trassenführung wäre zudem vom Hauptbahnhof nach Anger-Crottendorf drin.

Am Ende seines kleinen verkehrspolitischen Rundumschlags möchte der City-Tunnel-Miterbauer eine weitere Idee loswerden: „Außerdem sind meiner Meinung nach vom Zweckverband und dem MDV weitere S-Bahn-Haltestellen dringend zu prüfen. Denkbar wären für die S 1 und S 4 ein Haltepunkt in der Zwickauer Straße, für die S 2, S 4 und S 5 in der Arno-Nitzsche-Straße, für die S 4 in der Geithainer Straße sowie – wie bereits im Gespräch – für die S 5 am Güterverkehrszentrum Nord.“

www.citytunnelleipzig.info

Von Martin Pelzl

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