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Lokales Von „Schwachsinn“ bis „grundsätzlich richtig“ – so sehen die Leipziger die Umweltzone
Leipzig Lokales Von „Schwachsinn“ bis „grundsätzlich richtig“ – so sehen die Leipziger die Umweltzone
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16:40 01.03.2011
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„Ich hatte vor Kurzem einen Autounfall, da musste die Frontscheibe gewechselt werden. Ich habe nicht darauf geachtet, dass ich noch keine neue Plakette dran kleben habe", erklärte der 37-Jährige, der seine Werkstatt aber bereits kontaktiert habe und die Umweltzone grundsätzlich für richtig hält.

Leipzig. Vor einem Jahr hat Leipzig eine Umweltzone eingeführt. Autofahrer dürfen seit dem 1. März 2011 nur noch mit einer grünen Plakette hinter der Windschutzscheibe in die Stadt fahren. Zwölf Monate danach fällt die Bilanz sehr kontrovers aus. So kritisierte Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer, die Zone als "wirtschaftsfeindlich" und teils existenzgefährdend.

Das sieht Mayk Neubert komplett anders. Der Geraer war am Dienstag beruflich in der Messestadt unterwegs - und das ohne Feinstaubaufkleber. „Das alles ist totaler Schwachsinn und die reinste Geldschneiderei", schimpfte der 47-Jährige. Die Idee der Umweltzone ginge völlig an der Realität vorbei und für Menschen, die täglich auf ihren Wagen angewiesen sind, unmöglich.

Ganz so weit gehen Jens Wildgrube und Jörg Köber zwar nicht, aber auch sie glauben nicht an den wirklichen Erfolg der neu eingeführten Regelung. „Die Autos, die keine Plakette bekommen und so tatsächlich ausgeschlossen werden, sind doch der geringste Teil." Sie seien „tüchtig erstaunt", welche Fahrzeuge alles so eine Plakette tragen dürften. „Letztlich ist es wohl nur eine Lizenz zum Gelddrucken."

Geld gelassen hat auch Franziska Ottilinger für das Projekt Umweltzone. Die 26-Jährige kaufte sich vor einem dreiviertel Jahr schon in Hinsicht auf die Zone ein neues Auto. „Wir haben bisher nur einen alten VW-Bus, der darf hier nun nicht mehr fahren, aber ich brauche das Auto für die Arbeit", erzählte die Ergotherapeutin, die in ganz Leipzig für Hausbesuche unterwegs ist.

Julia Wick

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