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Von der City zum Cospudener See: Leipzigs neuer Wasserweg eröffnet

Von der City zum Cospudener See: Leipzigs neuer Wasserweg eröffnet

Doch nicht alle können sich über die Eröffnung von „Kurs 1“ freuen... Naturschutzverbände befürchten, dass sich besonders im Bereich des Floßgrabens Probleme mit dem motorisierten Bootsverkehr ergeben werden.

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11 Kilometer Direktanbindung: Vom Stadthafen am Westplatz kommt man nun auf dem Wasserweg bis zum Cospudener See.

Quelle: André Kempner

„Es gibt dort genügend geschützte Arten, die sich in und um das Gebiet herum bewegen, auch die Uferböschungen werden Schaden nehmen“, äußert sich Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat. Er hält der Stadt vor, dass es noch kein Konzept für die Nutzung von Motorbooten auf der Strecke gibt.

Bisher sind nur die drei speziellen „LeipzigBoote“ per Sondergenehmigung für den gesamten Kurs zugelassen, eine generelle Schiffbarkeitserklärung für alle Motorboote wurde von der Landesdirektion vorerst ausgesetzt. „Eine genaue Regelung gibt es noch nicht“, so Oberbürgermeister Jung. „Ich kann die Ängste der Bürger verstehen, dass hier irgendwann nur noch Motorboote rumfahren. Das geht natürlich nicht, wir müssen das auf ein Minimum beschränken und einen guten Kompromiss finden.“ Das wäre für Jung zum Beispiel, nur eine begrenzte Anzahl von Motorbooten für mobilitätseingeschränkte Menschen zuzulassen und sonst generell auf Motorboote zu verzichten. „Eine generelle Schiffbarkeitserklärung sehe ich zur Zeit nicht.“

Umweltverein Ökolöwe: Pegelstände zu niedrig

Enrico Flach vom Leipziger Ökolöwe e.V. sieht auch ein Problem mit den stadteigenen Vorschriften. Zulässig sei das Befahren des Floßgrabens nur bei einer Mindestwassertiefe von 60 Zentimetern. „Wir gehen aber davon aus, dass die Pegelstände aufs Jahr betrachtet nur selten diesen Wert erreichen. Zumeist nur dann, wenn man kurz vor der ersten Hochwasserwarnstufe steht. Wenn diese erreicht ist, soll laut Stadt aber generell kein Motorboot fahren.“

Der Regionalverband der Umweltorganisation Nabu hatte im vergangenen Jahr an drei Stellen provisorische Pegel zur Ermittlung der Wasserstände angebracht. An einer besonders flachen Stelle des Floßgrabens seien seit Mitte April nur noch Pegelstände zwischen 50 und 55 Zentimetern Höhe erreicht worden. Die Verbände fordern ein generelles Motorenverbot.

Grünen-Stadtrat Volger fehlen hier eindeutig die städtischen Pegel-Kontrollen. „Im Mai habe ich in der Sitzung gefragt, wie denn kontrolliert werde. Da hieß es, die Wasserschutzpolizei würde das einmal im Monat prüfen – und die Stadt nicht häufiger, also gar nicht.“

„Hier ist keine Stelle barrierefrei“

Probleme gibt es auch in einem anderen Bereich. Lutz Gatter ist Kanut und blickt fast neidisch hinunter auf das sportliche Getümmel im Wasser. Denn Gatter sitzt im Rollstuhl und der Weg zum Steg führt nur über zwei Treppen. Ohne Hilfe käme er nicht hinunter. „Hier ist keine Stelle barrierefrei, obwohl es genug Vorschläge gab“, macht er seinem Ärger Luft.

Neben ihm steht Konrad Riedel, Stadtrat und Mitglied im Behindertenbeirat. Er ärgert sich darüber, dass die Planer die Betroffenen viel zu spät einbezogen haben. „Da war der Außenbereich des Stadthafens schon fertig. Ich glaube die wissen manchmal gar nicht, was Barrierefreiheit heißt“, sagt er. Und Rolf Sondershaus vom Leipziger Behindertenverband fügt hinzu: „Es hätte nicht viel mehr gekostet, wenn man von Anfang an Rampen gebaut hätte.“ Probleme gebe es nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern auch für Menschen mit Rollatoren und anderen Gehhilfen.

Der „Kurs 1“ ist einer von acht Wasserstrecken, die in den kommenden Jahren realisiert werden sollen. Insgesamt sollen 200 Kilometer Wasserweg entstehen. Das nächste große Vorhaben: Neben dem Bau des gewerblichen Lindenauer Hafens soll bis 2014 der Cospudener See mit dem Markkleeberger See verbunden werden.

Tobias Ossyra

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